Stefanie Lampert: traverse

Gestern Abend fuhren wir nach Baden-Baden zur Vernissage von Stefanie Lampert in der Staatlichen Kunsthalle – eine Augenweide auf 45 m3!

Kunst mit Raumbezug

45cbm ist denn auch passenderweise der Name des Studioraums, in dem Stefanie Lampert ihre Arbeit realisiert hat – „eine  auf die Architektur bezogene Farbfeldmalerei, die den Raum gleichermaßen defragmentiert und um eine Dimension erweitert“, wie es auf der Website zur Ausstellung heißt.

Ich mag Stefanies raum- und architekturbezogene Arbeiten sehr gern. Vor einiger Zeit hatte ich über eine ihrer Ausstellungen in Karlsruhe berichtet. Diesmal, so stelle ich mir vor, war es eine besondere Herausforderung, diesen nichtssagenden, fensterlosen Raum, so unpersönlich wie eine Schuhschachtel und ohne Winkel oder Vorsprünge, zu gestalten. Noch dazu, weil in dem sehr großen Raum davor überall leuchtend bunte Quadrate die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das macht das Ganze auch farblich zu einer Herausforderung, schließlich soll die Arbeit im Studioraum eigenständig wirken und nicht, als würde sie zu den Quadraten „gehören“.

Stefanie hat das sehr gut gelöst: Sie wählte zwei ruhige, dezente Farben, die nun auf weißem Grund in unterschiedlich breiten Farbbändern über die Wände und Ecken hinweg mäandern, fast eine labyrinthische Situation in 2D herzustellen scheinen.

Stefanie Lampert, "traverse", Studioraum 45cbm, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden

Stefanie Lampert, „traverse“, Studioraum 45cbm, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden

Die Wirkung auf mich war einerseits beruhigend, vor allem nach der unruhigen Farbigkeit im „Vorraum“. Andererseits aber – folgte ich mit den Augen den Farbbändern – auch sehr energiegeladen, dynamisch. Ein Ruheraum und Energieaufladungsraum in einem.

Zu sehen ist Stefanie Lamperts Arbeit noch bis 14. Juli 2013.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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5 Antworten zu Stefanie Lampert: traverse

  1. mickzwo schreibt:

    Spannend, das alles. Da werde ich noch ein wenig stöbern. Danke.

  2. alex schreibt:

    Hallöchen, erinnert mich an die Bauhauslinie.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ah, interessant, mein allererster Gedanke ging in Richtung 1960-er Jahre.

      • alex schreibt:

        …bin ja nicht ganz so bewandert in der Thematik, aber (nicht)farblich und in Kombination von den Formen her würde ich auf Bauhaus tippen.
        Wenn es aber farblich wäre, was ja durchaus denkbar ist, könnten auch die 60er in frage kommen. Kommt ja eh immer alles irgendwie wieder.

        Aber was soll der ganze Kleinkram, sieht schon gut aus.

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