Zeitungsfrühstück, Folge 69

Willkommen zum Zeitungsfrühstück an diesem sonnigen Sommertag, meine Lieben! Am Frühstücksbüffet serviere ich euch heute wieder Häppchen aus dem Zeitmagazin, dem Reiseteil und dem Feuilleton der Zeit vom 4. Juli 2013.

Foto: (c) Gerda Kazakou

Foto: (c) Gerda Kazakou

Harald Martenstein hinterfragt in seiner Kolumne diesmal die Sinnhaftigkeit des Hinterfragens der Gerechtigkeit bei Schönheitswettbewerben. Man lernt auch ein neues Wort: Lookismus. Und er prägt ein neues: Writismus – sehr amüsant! Ansonsten gibt es im Zeitmagazin noch eine sehr lange Fotostrecke, in der zwei Zwillingsmädchen anscheinend Mode präsentieren. Leider lässt sich aufgrund der Virgin-Suicides-Ästhetik der Fotos so gut wie nichts von den Klamotten erkennen. Völlig veräppelt fühlte ich mich bei einem Foto, auf dem man gerade eben so das eine Mädchen sah, das andere befand sich wohl hinter ihr und war gar nicht zu sehen, die Bildunterschrift dazu lautete: „Nele trägt einen Stickcardigan [es sah eher nach einem Strickcardigan aus, aber genau war das nicht auszumachen], Inka im Hintergrund einen Bolero“ – ah ja. Das hatte ja schon Max-Goldt-Qualität! Gut dagegen gefielen mir die Reise-Tipps in „Oh, wie schön ist Brandenburg“, zum Beispiel zu einem Baumhaus-Hotel auf der Kulturinsel Einsiedel oder zum Bauhaus-Café Rosenhag in Brandenburg an der Havel.

Der Reiseteil war deprimierend. Darin schilderten verschiedene Zeit-Autorinnen und -Autoren ihre Kindheits- und Pubertätsreiseerinnerungen. Man bekommt den Eindruck, die Zeit-Redaktion sei in den Ferien vor allem traumatisiert worden.

Deswegen lieber weiter zum Feuilleton. Dieses startet mit dem hochinteressanten, dusteren Artikel „Die Tiefe“ von Clemens Setz über die Tiefsee des Internet. Das, was wir die meiste Zeit im Internet treiben, könnte man als nettes Surfen auf den Wellen, der Oberfläche betrachten. Das, was andere damit tun, reicht von spinnerten, philosophischen, politischen bis kriminellen Aktivitäten. Ist dieses Deep Net nun ein Alptraum oder ein Hort der Freiheit? Leider (noch) nicht online, aber überaus lesenswert.

Ebenfalls hochinteressant und noch nicht online ist das Interview mit der Femen-Aktivistin Josephine Witt und der Beitrag über eine Theaterinszenierung in der schwäbischen Kleinstadt Mössingen, die 1933 als einzige Stadt in Deutschland dem Aufruf der Kommunistischen Partei zum Massenstreik folgte.

Online ist stattdessen bereits ein Artikel über deutsche Schlager. Da ich jetzt nicht so der Schlager-Fan bin und den Artikel auch nicht gelesen habe, ist dies eher so eine Art Blind-Empfehlung, falls euch das Thema interessiert.

Und nun wünsche ich euch einen sonnigen Sommersonntag!

Sommerstrauß, Foto: © Petra Gust-Kazakos

Sommerstrauß, Foto: © Petra Gust-Kazakos

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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2 Antworten zu Zeitungsfrühstück, Folge 69

  1. dasgrauesofa schreibt:

    Wenn Deine Vermutung zur Traumatisierung der ZEIT-Redaktion stimmt, könnte das einiges erklären :-). Super!
    Viele Grüße, Claudia

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