Zeitungsfrühstück, Folge 71

Herzlich willkommen zum Zeitungsfrühstück, meine Lieben! Heute serviere ich am Zeitungsfrühstücksbüffet meine Highlight-Häppchen aus dem Zeitmagazin, dem Feuilleton und dem Dossier der Zeit vom 1. August 2013. Bon ap‘!

Foto: (c) Gerda Kazakou

Foto: (c) Gerda Kazakou

Die Qual der Wahl

In seiner Kolumne bereitet sich Harald Martenstein diesmal auf die anstehenden Wahlen vor. Dabei findet er für die diversen Parteien Umschreibungen, die dennoch klarmachen, um welche Partei es sich handelt (Opportunistenpartei, Herzlosenpartei, Verbieterpartei, Antireichenpartei, Pannenpartei …) – interessanterweise kennt meine Word-Rechtschreibemahnung nur die Antireichen- und die Pannenpartei. Einen echten Tipp hat Martenstein auch nicht, es geht eher um die Wahl des kleinstmöglichen Übels. Alles also wie immer.

Scheitern und Glänzen

In drei großen Beiträgen geht es um die Regisseurin Sofia Coppola, deren Film „Virgin Suicides“ mir besonders gefällt. Die meisten kennen vermutlich auch „Lost in Translation“, der sie auch einem breiteren Publikum bekannt gemacht hat. Die wunderbare Musik zu beiden Filmen stammte übrigens von Air.

Sie ist die Tochter des berühmten Regisseurs Francis Ford Coppola und spielte mit 18 Jahren die Mary Corleone im dritten Teil des „Paten“. Ich war verblüfft, im Artikel „Man bleibt immer auf der Suche, oder?“ von Christoph Amend zu lesen, dass jener dritte Teil von der Kritik völlig verrissen wurde und Sofia Coppola gleich zwei goldene Himbeeren für ihre angeblich so schlechte schauspielerische Leistung erhielt. Ich mag nämlich den ersten und den dritten Teil des Paten besonders und fand ihre rührend naive Darstellung die menschlichste unter all den aalglatten Mafiosi und ihren von der Realität zu gewissen Konzessionen gezwungenen Familienmitgliedern und Bekannten. Ihre Arbeiten als Regisseurin werden dagegen sehr gewürdigt, zu Recht, und von ihr selbst findet sich ein fotolastiger Beitrag zu ihrem neuesten Film „The Bling Ring“.

Wahnsinnsring

Wagner mal wieder. Sein Fliegender Holländer gefällt mir, ansonsten muss ich bei seiner Musik entweder an „Apocalypse Now“ denken oder an Woody Allen, der in „Manhattan Murder Mystery“ sagt: „I can’t listen to that much Wagner. I start getting the urge to conquer Poland.“ Und doch las ich den Artikel „Wagner aus Plaste und Elaste“ von Christine Lemke-Matwey mit Vergnügen und wünschte mir zum ersten Mal, zumindest auszugsweise das Spektakel gesehen zu haben.

Suhrkampf und kein Ende

Eigentlich dachte ich: „Nicht schon wieder!“ als ich den zweiseitigen Artikel „Der siebenjährige Krieg“ (genialer Titel) von Bodo Mrozek, Thomas E. Schmidt und Adam Soboczynski über das Suhrkamp-Gedöns sah. Dann aber begann ich zu lesen und konnte nicht aufhören, die drei Autoren haben es geschafft, mich zu fesseln. Das ganze Gedöns kann man sich übrigens auch gut als Serie à la „Dallas“ oder „Denver Clan“ verfilmt vorstellen.

Gekaufte Wahrheiten

Leider ist der Artikel „Die gekaufte Wissenschaft“ von Kerstin Kohlenberg und Yassin Musharbash noch nicht online. Darin geht es um den zunehmenden Einfluss der Wirtschaft auf die Wissenschaft, insbesondere um gekaufte Studien mit vorgegebenen Ergebnissen, um bestimmte Unternehmen oder Banken und ihre Aktivitäten positiv ins Gespräch zu bringen. Public Relations mit Studien – neu ist das nicht, interessant aber doch, vor allem wenn man das Ganze weiterdenkt. Wenn nun alle, die etwas zu verkaufen haben, ihre Produkte wissenschaftlich unterfüttern lassen, verliert die Wissenschaft aufgrund derartiger Studien völlig ihre Unabhängigkeit. Und letztlich würden die Studien irgendwann sinnlos, weil sie ihre Glaubwürdigkeit einbüßen.

Ebenfalls bedauerlicherweise nicht online fand ich den Artikel „Migranten, Heimweh, Raubkopien“ von Alexander Bätz über das RömerMuseum Xanten und Mobilität in der Antike mit ihren Problemen, die sie alters her mit sich brachte (Heimatlosigkeit, Traditionswahrung in der Fremde), aber auch ihren Vorteilen für die Entwicklung (Handel, Handwerk etc.) sowie ein Porträt über August Bebel von Volker Ullrich.

Euch noch einen schönen Sonntag!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
Dieser Beitrag wurde unter Zeitungsfrühstück abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Zeitungsfrühstück, Folge 71

  1. Lakritze schreibt:

    A-hem. Manchmal muß man hier lesen, um dann den (abonnierten) Papierstapel noch mal unter die Lupe zu nehmen … ,)) Danke!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s