Lesezirkel in guter Nachbarschaft

Kennt ihr noch, oder? Diese Zeitschriften in Wartezimmern oder beim Friseur, umhüllt von blauen Umschlägen, der Inhalt je nach Sortiment mit Titeln wie Frau mit was am Keks bis zu Autos, mehr Autos, gaanz viele Autos. Das hatte früher ein bisschen was Abgestandenes, was aber an der Titelauswahl lag. Inzwischen finden sich auch interessantere Hefte in den Wartezimmern. Die Idee dahinter fand ich schon immer prima. Ein früher Beitrag zur Nachhaltigkeit, um mal dieses arg strapazierte Wort zu nutzen (wobei Nachhaltigkeit an sich eine sinnvolle Sache ist, nur, was sich alles so nennt, nicht immer). Und deshalb habe ich bei uns im Hause einen nachbarschaftlichen Lesezirkel ins Leben gerufen.

Das ist denkbar einfach. Ihr lest ja vielleicht selbst gern diverse Zeitschriften oder Nachrichtenmagazine. Üblicherweise blättert man vor allem die Illustrierten ein- bis zweimal durch und dann weiß man meist schon, was man wissen wollte. Die Zeitschrift aber sieht noch fast aus wie neu. Und die soll schon ins Altpapier? Zu schade, fand ich. So klebte ich einen kleinen Aushang in unser Treppenhaus, erklärte die Idee und ließ abstimmen, ob die Nachbarinnen und Nachbarn Lust hätten, die einmal gelesenen Zeitschriften in einem Eckchen zu sammeln und für die anderen bereit zu stellen. Die Nachbarschaft fand die Idee gut und seit ein paar Tagen gibt es nun unseren kleinen Lesezirkel, der fleißig genutzt wird. Bisher finden sich auf dem Stapel allerley Zeitschriften wie Freundin, Wohnen und Garten oder auch die brandeins – eine vielseitige Mischung, von der wir alle etwas haben : )

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
Dieser Beitrag wurde unter Gedanken & Notizen abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu Lesezirkel in guter Nachbarschaft

  1. puzzle schreibt:

    Schöne Idee.

  2. buechermaniac schreibt:

    Liebe Petra

    ähnlich haben wir diese Idee schon in den 1970er-Jahren in unserem Wohnhaus umgesetzt. Das lief folgendermassen: Irgendeine Nachbarin hat sicher eine Zeitschrift gekauft. Wenn sie diese gelesen hat, hat sie auf dem Titelblatt ihren Namen draufgeschrieben und der nächsten in den Milchkasten gesteckt. Jede weitere Nachbarin tat dies ebenfalls. Und so gingen die Zeitschriften sicher durch fünf bis sechs Hände und wurden danach ins Altpapier entsorgt. Dafür waren damals noch wir Kinder zuständig. Wir sammelten das Altpapier und brachten es mit dem Handwagen zum Altpapierhändler und besserten so unser Taschengeld auf.

    LG buechermaniac

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Das ist ja fein, liebe Büchermaniac! Hier in der Gegend werden die Altpapiersammlungen allerdings meist von irgendwelchen Kirchengemeinden organisiert, die kommen regelmäßig, alle 6 Wochen, glaube ich. Diese Art der Taschengeldaufbesserung gibt es hier also leider nicht. Find ich ja klasse, dass das damals schon so gut funktioniert hat : )

  3. mickzwo schreibt:

    Das ist eine wirklich wunderbare Idee. Unter anderem finde ich Bibliotheken, Bücherbusse, usf. auch deshalb so toll. Man trifft dort Menschen mit diversen Hintergründen …

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Stimmt, lieber Mickzwo. Wobei wir uns im Haus natürlich auch sowieso begegnen, aber es ist auf jeden Fall interessant zu sehen, was die anderen so lesen/interessiert. Das bekommt man ja bei einem freundlichen „Guten Tag, wie geht’s“ im Treppenhaus nicht unbedingt mit. Bücherbusse hab ich bisher immer nur gesehen, wenn ich gerade unterwegs war, in entlegeneren Stadtteilen oder auf dem Land. Würde ich auch mal gern reingehen : )

  4. perlengazelle schreibt:

    Sehr gute Idee. Klappt bei uns leider nicht, weil ich die einzige Zeitschriftenverschlingerin weit und breit hier bin. Habe mal in Brandeins (danke für den Tipp) gestöbert – kannte ich bislang nicht. Und bin bei dem Artikel übers Bloggen hängengeblieben. Und werde bestimmt öfter dort reinschaun … aber nur online. Weil mein Zeitschriftenstapel sonst bald himalayaverdächtig wird. 🙂

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Das Feine bei der brandeins ist, dass sie weitgehend online ist, zumindest die noch nicht aktuellen Ausgaben. Außerdem ist es für mich das interessanteste Wirtschaftsmagazin, gut geschrieben, interessante Artikel, die man auch ohne allzu viel betriebs- oder wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund versteht etc. Die Wirtschaftswoche dagegen schläfert mich leider immer ein ; )

  5. buchstabenchaos schreibt:

    Das ist so eine tolle Idee, schön dass es geklappt hat!

  6. Lakritze schreibt:

    Hm, was ich hier so in den Briefkästen sehe: Frau im Bilderrahmen, div. Computerzeitschriften — taugt nicht für einen Lesezirkel im Haus. Wobei ich dem Zeitungsdieb im Hause schon einen angeboten habe. Schön, daß bei Dir so bunt gelesen wird!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s