Yachten und dergleichen

Nach der schönen Empfehlung bei der Klappentexterin habe ich mir gleich das zierliche Büchlein mit dem Titel Yachten und dergleichen von Truman Capote gekauft – und schließe mich ihrem positiven Urteil an. Dem schweizerischen Verlag Kein & Aber, dem wir schon etliche schöne Capote-Ausgaben verdanken, ist eine weitere hübsche Ausgabe, diesmal im Kleinformat, gelungen: Hellblauer Einband, darauf in Silberprägung ein sehr bekanntes, stilisiertes Porträt von Capote, hellgrüne Bauchbinde, Lesebändchen und das Ganze so klein, dass es auch in Jacken- oder kleine Handtaschen passt.

Das Format ließ mich zunächst fürchten, „zu wenig“ zu bekommen. Doch keine Bange: Die sechs Erzählungen machen zwar keinem dicken Wälzer Konkurrenz, sind jedoch inhaltlich und stilistisch sehr gehaltvoll. Die vor gar nicht allzu langer Zeit erst entdeckte, titelgebende Erzählung passt allerdings nicht so richtig zu den anderen, die bereits in dem Band Baum der Nacht beim gleichen Verlag erschienen sind. Die nämlich sind von einer gewissen Melancholie, ja Tragik, die nichts mit der eher heiteren neuentdeckten Erzählung zu tun hat. Auch hat „Yachten und dergleichen“ sehr wahrscheinlich einen autobiographischen Hintergrund, weshalb sich die Erzählung vielleicht besser bei seinen Porträts oder Reisereportagen gemacht hätte, beispielsweise als Extra-Goodie bei Wenn die Hunde bellen. Macht aber eigentlich nichts, alle enthaltenen Erzählungen sind absolut lesenswert. Mich haben sie stilistisch ein bisschen an die Neun Erzählungen von Salinger erinnert, die ebenfalls sehr empfehlenswert sind. Dazu vielleicht ein andermal mehr.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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4 Antworten zu Yachten und dergleichen

  1. Klappentexterin schreibt:

    Liebe Petra,
    ich freue mich riesig, dass dich dieses schmale Bändchen ebenfalls begeistern konnte und danke für deine Rezension!

    Herzlich grüßend,
    Klappentexterin

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Und ich danke dir für die schöne Empfehlung auf deinem Blog, liebe Klappentexterin : ) Das Büchlein hat sich perfekt für eine kleine Bahnreise nach Köln geeignet. Ich überlege, ob ich mir noch den Erzählband Baum der Nacht besorge, noch mehr gute Erzählungen von Capote – kann ja nicht schaden ; ) Liebe Grüße!

  2. buchstabenchaos schreibt:

    Oh-oh…das hört sich wirklich perfekt an, ich fürchte fast, das muss ich mir als Lektüre für den Herbst/Winter merken! Vielen Dank für die Vorstellung!

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