Leseplätzchen, Folge 35

Und weiter geht es mit den Leseplätzchen: Ich freue mich, dass Anna, die das lesenswerte Blog buchpost führt, meiner Einladung gefolgt ist, und hier heute ihr Leseplätzchen präsentiert. Auf ihrem Blog findet ihr – wie der Name schon denken lässt – Buchbesprechungen, und zwar zu Büchern, die mich auch interessieren, beispielsweise viel zu englischen Büchern, Klassikern und (Auto)Biographien. Wie Anna in ihrem „Über mich“ schreibt, war Susan Hills Buch Howards End is on the Landing der Anlass, ihr Blog zu eröffnen. Darin geht es darum, dass die Autorin sich selbst einen Bücherkaufstopp verordnet, um endlich die ungelesenen Bücher bei sich zu lesen oder alte Lieblingsbücher noch einmal zu lesen. Und Ungelesenes haben wir ja alle zu Hause. Ich kann Anna nur beipflichten, die über das Bücherbloggen sagt: „Das Bloggen verlangsamt und vertieft nun den Leseprozess und dient mir als Gedächtnisstütze.“

Nun aber endlich zu Annas Bibliothek und ihrem Leseplätzchen:

„Als mein Mann und ich vor ca. drei Jahren umgezogen sind, hatte Herr K. – sonst ein verständnisvoller und toleranter Mitbewohner – eine Bitte: Die Bücher, die ich horte und die sich so unerklärlich vermehren, mögen bitte nicht mehr im Wohnzimmer gelagert werden, denn man müsse keineswegs jeden freien Raum notwendigerweise zustellen, auch nicht mit Büchern. Im neuen Domizil würde er mir einen Raum komplett überlassen, den könne ich doch als kleine Bibliothek mit Gästesofa ausstaffieren. Gesagt getan:“

Regale1

Regale2

„Doch – ich weiß auch nicht, wieso – bald war der Regalplatz im Lesezimmerchen schon wieder komplett belegt, auch weil der Raum böse Dachschrägen hat. Was also tun? Ein erster Schritt waren zwei hohe Regale im Flur. Dort stehen nun Gedichtsammlungen, diverse Literaturgeschichten, der Kindler, von dem ich mich noch nicht trennen mag, obwohl ich ihn kaum nutze, Werke zur Geschichte der Afroamerikaner sowie zum Nationalsozialismus.

Unauffällig brachte ich dann die ersten Romane ins Wohnzimmer, bestellte schließlich unter den ungläubigen Blicken Herrn K.s das erste halbhohe Bücherregal und organisierte einen Lesesessel.“

Lesesessel3

„Der Sessel und sein Gegenstück – auf dem Herr K. mit seinem Notebook sitzt – begleitet mich nun schon seit 17 Jahren, sehr zum Bedauern so mancher Umzugshelfer, die die Sessel beispielsweise schon mal eine enge Fachwerkhaustreppe hochbugsieren mussten. Aber wenn ich ehrlich bin, kann ich fast überall lesen, auf dem Sofa, im Bett, auf harten Plastikstühlen beim Zahnarzt, auf der Autobahn (natürlich nur als Beifahrerin), im Zug, im Cafe, beim Frühstück, im Garten, eigentlich immer, wenn man mich denn lässt.“

Regale4„Inzwischen breiten sich Bücher sogar auf der Fensterbank und neben dem Fernsehgerät aus. Ich mag das. Ein Wohnzimmer ohne Bücher. Wie ungemütlich. Herrn K. habe ich damit geködert, dass ich ihm zwei Regalbretter überlassen habe. Und so stehen auf seinem Platz Werke der Philosophie neben Werken zur Medienpolitik und Geschichte. Bei mir tummeln sich die Romane, gern in Englisch, und die Bücher zu Büchern.

Inzwischen überlege ich, noch ein hohes Regal anzuschaffen, und gleichzeitig habe ich mir fest vorgenommen, erst dann wieder ein neues Buch zu kaufen, wenn ich zwei ausgelesen habe und mich von mindestens einem davon getrennt habe. Ein Problem dabei sind natürlich die Literaturblogs , wie z. B. Philea’s Blog, die einen immer wieder auf alte und neue Bücher aufmerksam machen 🙂

Wir werden sehen …“

Ist das nicht raffiniert, wie Anna ihren Büchern peu à peu das Wohnzimmer erobert hat? Eine sehr putzige Geschichte : ) Und mir geht es auch so, wenn ich ein Wohnzimmer oder überhaupt eine Wohnung ohne Bücher sehe, fehlt mir was … Ganz herzlichen Dank für deinen Beitrag zu den Leseplätzchen, liebe Anna!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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19 Antworten zu Leseplätzchen, Folge 35

  1. dasgrauesofa schreibt:

    Ja, das ist ja eine richtig schöne Herr K.-Geschichte ;). — Aber wirklich: ein Wohnzimmer ohne Bücher, das geht doch nicht!
    Viele Grüße, Claudia

  2. buchpost schreibt:

    Petra, vielen Dank, dass ich hier mittun durfte. Das war mir eine Freude. Und ich finde es toll, wie du auch anderen Bloggern und Bloggerinnen anhand deiner schönen Ideen wie „Leseplätzchen“ und „Bücherkoffer“ Raum auf auf Philea’s Blog einräumst. Merci, Anna

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Es ist mir immer ein Vergnügen, liebe Anna, so schöne Blogs wie deins vorstellen zu können. Und dann noch so eine feine Bibliothek und so ein gemütlicher Lesesessel, man mächte sich da gleich reinkuscheln und loslesen : ) Liebe Grüße!

  3. buchwolf schreibt:

    Versuche, die Buchkauflust einzudämmen, kenne ich nur zu gut. Die Lies-2-kauf-1-Methode habe ich auch schon einmal ausprobiert, allerdings ohne sie lange durchzuhalten. Ich wünsche Anna mehr Erfolg. Ist ja auch ein wunderbares Vorhaben, auch die noch ungelesenen Bücher endlich lesen zu wollen. Mit ihren gemütlichen Leseplätzchen müsste das doch ein Vergnügen sein!
    Wolfgang

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ja, die Bücherkauflust … Die Methode, mal einfach längere Zeit keine Bücher zu kaufen, habe ich auch ein paar Monate durchgehalten. Aber ein ganzes Jahr habe ich nicht geschafft. Dafür gehe ich nun regelmäßig die Regale durch und schaue, was ich weitergeben/weggeben könnte, so wächst die Bibliothek in angenehmem Rahmen und nur um mir wirklich wichtige Bücher.
      Apropos, lieber Wolfgang, sehr gern würde ich auch dein Blog nebst Leseplätzchen und deinen wunderschönen Zeichnungen hier vorstellen – wie wär’s, machst du mit?

  4. Maren Wulf schreibt:

    Hahaha, genauso ist es! Mich erinnert die Tendenz von Büchern, sich über die ganze Wohnung auszubreiten, immer ein bisschen an den Grießbrei im Schlaraffenland: Je mehr man futtert, desto mehr wird es. Ich bin inzwischen dazu übergegangen, Bücher, die mir besonders gut gefallen haben, an liebe Menschen weiterzuverschenken. Hilft aber auch nur begrenzt.

  5. buzzaldrinsblog schreibt:

    Oh ja, Versuche mit dem Kaufen von Büchern aufzuhören, kenne ich auch – geschafft habe ich es nie lange. Vorgenommen habe ich es mir meistens in Folge eines Umzugs, aber die Anstrengungen waren danach meist schnell vergessen. 😉

  6. Dina schreibt:

    Eine schöne Vorstellung!

  7. buechermaniac schreibt:

    Schöne Geschichte und beim Lesezimmer musste ich schmunzeln. Ich müsste mindestens auch noch einmal umziehen und von Anfang an, ein Zimmer als Bibliothek in Beschlag nehmen, das dann ebenso schnell wieder zu klein wäre wie bei Anna.

    Herzlich grüsst
    buechermaniac

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