Leseplätzchen, Folge 37

Heute darf ich euch die Leseplätzchen von Peggy Richter zeigen, die das schöne Blog Entdecke England führt. Darauf finden sich lauter interessante Beiträge zu Land und Leuten, Kultur, Geschichte und Sprache sowie praktische Reisetipps. Peggy lebt selbst in England und kann Erfahrungen aus erster Hand mit ihren Bloggästen teilen. Ob es um Museumsbesuche, Wanderungen oder historisch interessante Stätten geht – ich mag ihre Beiträge, die auch schön bebildert sind, sehr gern. Zum einen, weil ich sowieso anglophil bin, zum anderen, weil ich dennoch relativ selten nach England reise. Aber dafür bin ich gern mit Peggy unterwegs, ganz bequem vom Sessel oder vom Schreibtisch aus. Und nun wollen wir schauen, wo Peggy in ihrer neuen Heimat am liebsten liest:

„Als wir vor einigen Jahren nach Greenwich zogen, fand ich auf dem Antiquitätenmarkt einen viktorianischen Lady’s Writing Desk. Er stand dort, als hätte er auf mich gewartet. Und jetzt steht er im Erker unseres Hauses. Hier verbringe ich den größten Teil meines Tages, egal ob ich an einem Text für einen Kunden arbeite oder einen Blogpost schreibe. Ich lese sehr viel online, aber manchmal türmen sich neben meinem Laptop auch mehrere aufgeschlagene Sachbücher. Meine Sachbücher stehen links vom Schreibtisch. Im Regal stehen Bücher über Wirtschaft und Politik neben Geschichtsbüchern und Biografien. Neben deutschen und englischen Sprachführern gibt es ein ganzes Fach mit anderen Fremdsprachenbüchern, die sich im Laufe vieler Reisen angesammelt haben. Bei diesen Sprachen verfüge ich zwar meist nur über einen Touristenwortschatz. Aber wenn ich zu Gast in einem fremden Land bin, finde ich es schön, wenn ich mein Essen in der Landessprache bestellen und ‚Guten Tag‘ und ‚Dankeschön‘ sagen kann.“

Foto: © Peggy Richter

Ein Lady’s Writing Desk für die Lady, Foto: © Peggy Richter

„Rechts vom Schreibtisch haben wir die Belletristik in Einbauregalen untergebracht. Da der Platz im Wohnzimmer nicht für alle Bücher ausreicht, haben wir auch in anderen Räumen Bücherregale aufgestellt. Unsere Reiseführer stehen zum Beispiel im Schlafzimmer, deutsche Krimis und Kurzgeschichten im Gästezimmer und Kochbücher in der Küche.“

Foto: © Peggy Richter

Lesen an der Themse, manchmal mit Musik, Foto: © Peggy Richter

„Wenn das Wetter schön ist, dann setze ich mich auch gern in den Garten oder ich laufe zehn Minuten zur Themse und setze mich dort auf eine Bank. Da im Old Royal Naval College eine Musikschule untergebracht ist, habe ich dort beim Lesen oft eine schöne Hintergrundmusik.

Foto: © Peggy Richter

Gemütlich auf dem Sofa lesen. Foto: © Peggy Richter

Abends mache ich es mir gern mit einer Tasse Tee auf dem Sofa gemütlich. Ich habe mir schon immer einen Lesesessel gewünscht, aber dafür haben wir leider keinen Platz. Es sei denn, ich verzichte auf ein Bücherregal. Aber das kommt nicht infrage.

Unser liebstes Vorleseplätzchen ist der Fußboden im Kinderzimmer. Hier verbringe ich sehr viel Zeit mit Spielen und Lesen.

Foto: © Peggy Richter

Vorleseplätzchen für den Kleinen Entdecker. Foto: © Peggy Richter

Der Kleine Entdecker imitiert das übrigens schon. Ich habe beobachtet, wie er sich allein ein Buch aus dem Regal nimmt, sich auf den Platz vor dem Kissen setzt und ‚liest‘. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis aus dem Vorleseplätzchen ein Leseplätzchen wird.“

Das sind ja feine Leseplätzchen, liebe Peggy! An der Themse zu sitzen und dann noch gleich mit guter Musik im Hintergrund – sehr stilvoll. Und dein Lady’s Writing Desk ist ein wahres Schmuckstück, sicher arbeitet man daran besonders gern? Besonders gefällt mir, dass der Kleine Entdecker Lust hat, zu einem Kleinen Leser zu werden. Da trägt euer gutes Vorbild wohl schon die ersten Früchte. Herzlichen Dank für deine Leseplätzchen und deine Gedanken dazu!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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35 Antworten zu Leseplätzchen, Folge 37

  1. Xeniana schreibt:

    Das verbreitet richtig Leselust. Im November an der Themse zu sitzen stelle ich mir besonders vor. LG Xeniana

  2. nweiss2013 schreibt:

    Vielen Dank für die schönen Eindrücke! Und ich finde es sehr gut, daß da offensichtlich ein neuer Bücherfreund heranwächst 🙂

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ich könnte mir vorstellen, dass Kinder lesender Eltern ganz natürlich und von selbst zum Lesen kommen, so scheint es bei Peggys Kleinem Entdecker zu sein und so war es auch bei mir. Ohne Druck, aber mit viel Freude – das ist schön! Liebe Grüße!

  3. Dina schreibt:

    Eine richtig schöne Vorstellung von Peggy und ihren kleinen Entdecker in Raum der Bücher!
    Sei herzlich gegrüßt
    Dina

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Freut mich, dass es dir gefällt, liebe Dina! By the way: Du liest doch auch gern – hättest du Lust, uns ebenfalls deine Leseplätzchen zu zeigen? Und ich sehe hier noch mehr kommentierende Gäste, über deren Leseplätzchen ich mich auch sehr freuen würde … Gleich mal fragen : ) Liebe Grüße!

  4. Ramblingbrother schreibt:

    Ich würde ja nur zu gerne mit Peggy mal die Wohnstatt tauschen. Schöner Beitrag und liebenswerter Einblick in die deutsch-englische Art der Lesearbeit.

    Liebe Grüße

    Achim

  5. haushundhirschblog schreibt:

    Wunderbare Lese- und Vorleseplätze sind das! Dieses Zimmer mit dem feinen Lady’s Writing Desk hat es mir auf den allerersten Blick angetan! Ich stelle mir vor, wie der Boden unter den Schritten Geräusche hinterlässt. Schön! Ich war schon häufig in England, auch in London, aber an der Themse habe ich nie gesessen: eine schöne Vorstellung, dort lesend die Zeit zu verbringen!
    Wieder einmal hat mich ein „Leseplätzchen“ in eine ganz andere Geschichte mitgenommen. Danke dafür, Petra und Peggy!
    Liebe Grüße, mb

  6. kbvollmarblog schreibt:

    Vielen Dank, das ist aber toll, Peggys Leseplätze zu sehen – ich war ja schon neugierig …
    Danke fürs Zeigen, liebe Peggy, und Danke für die Veröffentlichung, liebe Petra.
    Liebe Grüße, feines Wochenende
    Klausbernd

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Dank dir für die lieben Worte : ) Du wärest übrigens auch ein toller Kandidat für die Leseplätzchen – wie wär’s, machst du mit? Liebe Grüße!

      • kbvollmarblog schreibt:

        Liebe Petra,
        das mache ich gerne. Danke für die Einladung. Ich warte noch, bis Dina in 9 Tagen kommt und dann machen wir feine Knipsis und ich schreib einen Text, natürlich mit Siri hilfreich raunend auf meiner Schulter 🙂
        Ganz liebe Grüße
        Klausbernd

      • Petra Gust-Kazakos schreibt:

        Das ist ja prima, lieber Klausbernd! Und mit schönen Fotos von Dina, das wird sicher fein! Bin gespannt, was Siri (und Selma?) raunen werden : )

  7. Susanne Haun schreibt:

    Ein toller Einblick, Petra und Peggy.
    Es sieht bei euch auch richtig englisch aus, Peggy!
    Ich habe meinem Sohn auch meistens auf dem Fußboden vorgelesen. Oder im Bett, die obligatorische Gute-Nacht Geschichte.
    Die Kinder orientieren sich an dem, was wir ihnen vorleben!
    Das finde ich eine schöne Sache!
    Einen schönen Abend wünscht Susanne

  8. danares schreibt:

    Hach, in Greenwich an der Themse sitzen und lesen – wie toll! Und auch der Lady’s Writing Desk samt Umgebung ist wundervoll. Danke für den schönen virtuellen Ausflug!

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Freut mich, dass dir der Ausflug gefallen hat, liebe Danares : ) Jetzt hätte ich große Lust, einem virtuellen noch einen richtigen Ausflug nach England folgen zu lassen. Mal sehen, wann’s klappt. Liebe Grüße!

  9. entdeckeengland schreibt:

    Reblogged this on Entdecke England and commented:
    Vielen Dank fuer die Einladung, liebe Petra und danke auch an alle Leser fuer Eure feinen Kommentare. Ein kleiner Nachtrag: der alte Dielenboden knarrt tatsaechlich, aber zum Glueck wohnen unter uns nur die Heinzelmaennchen und die schlafen am Tage so fest, dass es sie nicht stoert 😉 Ich wuensche Euch allen einen schoenen Start in die Woche, Peggy

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Wir haben auch knarrende Dielen, aber irgendwie ist das ganz gemütlich : ) Wir hören auch die unserer Nachbarn (und die sicher unsere), macht aber nichts, man gewöhnt sich dran. Anfangs habe ich mich manchmal erschreckt, weil ich dachte, es sei jemand in der Wohnung, inzwischen weiß ich ja, woher es kommt.
      Dir auch eine schöne Woche, liebe Peggy!

  10. Janet schreibt:

    Ich war schon so lange nicht mehr bei Peggy daheim, dass dieser kleine Rundgang eben richtig Lust gemacht hat, endlich mal wieder hinzufahren. Mal schauen, wann ich unserem kleinen Entdecker diese Reise zu den Briten antun werde … Und so als Insider: es sieht bei Peggy nicht nur gemütlich aus, es ist es auch 🙂
    Best regards von der einen Hauptstadt in die andere 🙂

  11. Martina Ramsauer schreibt:

    Ich möchte mich am lebsten auf eine dieser Bänke an der Themse setzen, die ich mir sehr gut vorstellen kann, und anfangen zu lesen. Euer Bericht lässt in mir ein Wohlgefühl zurück. Danke und buona serata Martina

  12. wholelottarosie schreibt:

    An schönen Leseplätzen kann man sich wunderbar von den Geschichten mitnehmen lassen – in eine andere Welt, in ein anderes Leben oder eine andere Zeit. Ich erinnere mich, dass ich als Kind einen ganz besonderen Leseplatz hatte – auf unserem alten Apfelbaum. Mein Vater hatte zwischen ein paar dicke Äste einige Bretter genagelt, so dass ich in „luftiger Höhe“ zwischen den Blättern saß, den Stamm im Rücken, und mich davon machen konnte – in die Welt meiner Kinderbücher. Wunderschön war das.
    LG von Rosie

  13. Lakritze schreibt:

    Mich freuen immer diese Kamine. In englischen Wohnungen scheint es sie grundsätzlich zu geben, oder? Ist der denn noch in Betrieb?
    Diese Serie gefällt mir _sehr_, Petra. .)

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