Der maritime Rabe

RabenturmDie Nummer 39 des Literaturmagazins Der Rabe dreht sich um allerley maritime Themen. Wer nun aber ein Loblied verschiedenster Autorinnen und Autoren auf das Meer erwartet, ist auf dem falschen Dampfer. Tatsächlich gibt es sogar ein paar ziemlich schlechtgelaunte Beiträge zum Meer, insbesondere in Verbindung mit der Seefahrt.

Verschaukelt habe ich mich dennoch nicht gefühlt, obwohl ich ein großer Fan des Meeres bin und vom maritimen Raben entsprechende Lobpreisungen erwartet hatte. Allerdings bin auch ich weniger ein Fan der Seefahrt. Darin mangelt es mir ohnehin an Erfahrung. Außer Fahrten auf diversen Fähren zu verschiedenen Inseln (Norderney, Sporaden, Kykladen und wie sie alle heißen) und einer Übernachtung auf der Yacht einer Freundin, die allerdings im Hafen lag und nicht auf hoher See hin- und herschwappte, habe ich beim Thema Seefahrt nichts zu bieten. Ich bin auch nicht besonders seefest, obwohl ich immerhin selbst auf überaus unruhigen Überfahrten alles bei mir behalten habe. Doch man muss sein Schicksal dies- und anders bezüglich ja nicht herausfordern.

Jedenfalls: Im maritimen Raben gefiel mir besonders „Versucht vor Florida“ von Robert Gernhardt, dem es auf See gar nicht gut ging, sowie die Gedanken Jan Philipp Reemtsmas zur Übersetzung von Germania und Joseph von Westphalens Beitrag über Tretboote. Die launigen bis übellaunigen Texte lassen zwar insgesamt keine „ozeanischen Gefühle“ im positiven Sinne aufkommen, sind aber trotzdem wieder alle lesenswert und teilweise sehr amüsant.

Übrigens bin ich nun, dank des wunderbar großzügigen Gregors von Adsons Welt, im Besitz weiterer 18 Raben, die ich für das Foto oben zu einem Rabenturm geschichtet habe. Die Straßenbahnfahrten der nächsten Monate versprechen also ungezügeltes rabenseliges Lese-Vergnügen.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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14 Antworten zu Der maritime Rabe

  1. Pingback: [Philea's] Der maritime Rabe - #Literatur | netzlesen.de

  2. Ulli schreibt:

    wow, was für eine tolle Sammlung, liebe Petra … ich bin noch gar nicht richtig weiter beim maritimen Raben gekommen, leider fahre ich auch nicht mit der Strassenbahn, sondern Kurzstrecke mit dem Auto zur Arbeit ;), aber das, was ich bisher gelesen habe, entspricht deiner Besprechung, etwas übellaunig und doch sehr amüsant … und genau deswegen empfehlenswert. Die anderen gedanken und Gefühle zum Meer, das ist eben wohl der Rabe, nicht wahr 🙂

    liebe Grüsse
    Ulli

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Ulli, ja, genau, das ist das Typische am Raben: Für bekannte Themen ungewöhnliche Texte zu versammeln – sehr faszinierend und erfreulich anders. Man hat eine bestimmte Erwartung, doch der Rabe erfüllt sie nicht, sondern macht den Blick viel weiter – großartig!
      Das Format und das kleine Gewicht machen den Raben wirklich zur perfekten Unterwegslektüre, sehr anregend : ) Liebe Grüße!

  3. hokuspokus77 schreibt:

    Langsam aber unaufhaltsam machst Du mich zu einem Rabe-Fan. Danke!

  4. Mina schreibt:

    Mein erster Rabe ist nun endlich versandt worden. Das hat leider etwas gedauert. Ich hoffe darauf, dass er morgen hier eintrudeln wird!

  5. Tanja schreibt:

    Na duuuuu…
    liebe Petra, ich trage den Leuchtturm noch auf den Rücken und schwitze wie nichts Gutes. Aber du hast mich entdeckt. Ja, noch ist nicht alles fertig, aber ich hab`s gewagt mit eigenem Host über WordPress.org u. domainfactory. Wie gerne hätte ich mich zwischendrin einfach nur auf`s Sofa geschmissen und gelesen. Aber die kleine Tanja hat es geschafft, ganz alleine! 🙂 Oh ja, man mag es nicht glauben, aber Seefest bin ich auch nicht. *hihi* Schöner Artikel. Werde ich noch mal in aller Ruhe durchlesen.

    Liebste Grüße,
    Tanja

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Tanja, ich finde es toll, dass du es gewagt und vor allem auch geschafft hast! Herzlichen Glückwunsch : ) Nun muss ich nur noch herausfinden, wie ich dir folgen kann, auf der Mini-Ansicht per Eifon hab ich es noch nicht gefunden, aber das schaffe ich hoffentlich noch ; ) Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!

      • Tanja schreibt:

        🙂 Danke dir! Wenn alles funktioniert, werde ich diesen Weg noch offiziell über einen Beitrag bekanntgeben. Es könnten noch Probleme auftreten, weil ich gerade versuche meine SSL Zertifizierung einzubinden. Deshalb nicht wundern, wenn die Seite zwischendurch eine Fehlermeldung gibt. Irgendwie ist das schwieriger als gedacht. Zumindest für mich! Habe nämlich alles manuell installiert. 🙂 Das mit dem Folgen.. – da bin ich gerade überfragt. Ich werde einfach mal die liebe Mara fragen und wenn alles gut läuft, melde ich mich nochmal. Vorhin musste ich mich erstmal entsperren. Voll peinlich! Ich habe eindeutig zu viele Passwörter. 🙂

        Hab einen gutgelaunten Start in die Woche.

  6. Liebe Petra,
    also erstmal bin ich angesichts des Raben-Berges ziemlich neidisch. Immerhin, es fehlt der grüne Irland-Rabe…
    Dein Text hat mich sofort an meine Lektüre des maritimen Raben erinnert (komisch, woran man sich so erinnert), und vor allem daran, dass ich ziemlich viel grinsen musste bei der Lektüre der (übel-)launigen Texte. Und ich bin auch ein sehr grosser Liebhaber der Meere (und auch ohne seemännische (Erfahrung). Verdammich, wo habe ich die Raben eigentlich als hingegeben? Oder ob sie noch in den Restkisten sind…
    Ich warte jetzt jedenfalls schon gespannt auf ähnlich amüsante Besprechungen der nächsten alten Raben…
    Liebe Grüsse
    Kai

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Lieber Kai, ich bin natürlich happy, dass ich durch liebe Bloggäste zu so einem feinen Raben-Berg gekommen bin : ) Vielleicht hast du ja Glück und es finden sich doch noch ein paar alte Raben in irgendwelchen Kisten? Ist ja fein, dass ich mit der Empfehlung so netter alter Magazine doch so viele ansprechen kann – und womöglich hier und da noch neue Fans für alte Raben gewinne. Bestimmt werde ich noch weitere Raben empfehlen, dran bleiben lohnt sich ; ) Liebe Grüße!

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