Der Hotel-Rabe

Möwe auf dem Balkon. Foto: © Petra Gust-Kazakos

A doubtful guest: die diebische Möwe. Foto: © Petra Gust-Kazakos

Der Rabe Nr. 33, auch Hotel-Rabe genannt, war mein Einstieg in diese wunderbare Magazinreihe. Wer gerne reist und eine gewisse Bequemlichkeit schätzt, könnte mit den Texten der Nr. 33 zu allerley Hotels, Zimmern, Gästen etc. ebenso viel Spaß haben wie ich.

Herausgegeben wurde dieser Rabe von Elsemarie Maletzke, die ich zum einen wegen ihrer schönen Biographien (beispielsweise zu den Brontës) und zum anderen wegen ihrer Reiseberichte, die sie zuweilen in der Zeit schreibt, sehr schätze. Und zu schätzen weiß ich auch die tolle Mischung der Autorinnen und Autoren, die sich im Hotel-Raben versammeln: Wilhelm Genazino, Robert Gernhardt, James Boswell, Charlotte Brontë oder auch Hans Magnus Enzensberger, um nur einige zu nennen. Von letzterem stammt auch eines der Zitate ganz zu Anfang:

„Das Hotel ist das Schloß des Großbürgertums. In ihm usurpiert die neue Klasse demonstrativ die Lebensformen der Aristokratie. Sein Milieu ist der unbewältigte Luxus. Während der echte Aristokrat dem Reisen um seiner selbst willen ebenso abgeneigt ist wie der Bauer, stellt der bürgerliche Parvenu als Reisender zur Schau, was ihm zu Hause versagt bleibt. Die Freiheit, in die er als Tourist zu entkommen vermeint, ist nicht nur die einer historischen oder räumlichen Ferne, sondern auch die einer Lebensform, die er für die gesellschaftlich höhere hält. Er sucht nicht nur die Geschichte als Museum, nicht nur die Natur als botanischen Garten, sondern auch gesellschaftliche Entrückung im Bilde des high life auf.“

Wir finden in diesem Raben Grand Hotels und solche, die man lieber vergessen möchte, Hotelzimmer, die sich prima zum Ausspionieren der übrigen Gäste eignen, und alle möglichen Gäste, von denen auch jene, die gemeinsam reisen, nicht unbedingt die passendsten Reisegenossen sind. Rundherum zu empfehlen! Hier noch ein Link zum genauen Inhaltsverzeichnis.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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10 Antworten zu Der Hotel-Rabe

  1. perlengazelle schreibt:

    Sehr schön! ich möchte soviel wie möglich von fiesen Hotels lesen. Obwohl – ausspionieren von anderen Gästen wäre auch nicht schlecht. 😉

  2. J. Kienbaum schreibt:

    Sehr schön, diese/Deine Rabenliebe. Aber, das sage ich ganz klar und unmissverständlich, meinen Arno-Schmidt-Raben bekommst Du nicht. 🙂

  3. andreabreuer schreibt:

    Oh! Hotel-Geschichten! Mir wird gerade ganz warm ums Herz. Irgendwo muss ich diesen Raben auftreiben…..

  4. wildgans schreibt:

    Da fällt mir das Buch „Hotel New Hamsphire“ von John Irving ein- und der wunderbare gleichnamige Film- auch hier werden Zimmer ausspioniert- mit einer vorsintflutigen Anlage…
    Und in das „Library Hotel“ in NY würde ich gern mal gehen, wenn es nicht so wahnsinnig teuer wäre…

  5. wildgans schreibt:

    vorsintflutlich – hört sich besser an…

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