Der Rabe, Nr. 4

Der Rabe mit der Nr. 4 ist auch als der Neue-deutsche-Literatur-Rabe bekannt. Für mich war er eher der kritische Rabe, denn es gibt einige hervorragende Texte, die sich mit Kritik im Allgemeinen und schrägen Interpreten im Besonderen befassen.

Ich habe ein gewisses Faible für Texte, in denen die Literaturkritik kritisiert wird oder ganz bestimmte Kritiker, die sich eine womöglich eher ungewöhnliche Sicht auf ein Werk (allzu oft auch auf den Autor selbst) zu eigen gemacht haben. Vermutlich, weil ich die Gehässigkeit gewisser Kritiker ziemlich widerlich finde, die, statt ein Buch zu besprechen und meinetwegen auch nicht gut zu finden, die Autorin oder den Autor persönlich angreifen (zuletzt am Beispiel des kürzlich erschienenen Romans von Judith Hermann wieder zu erleben).

Im Raben Nr. 4 jedenfalls gibt es beispielsweise einen Beitrag von Jörg Drews mit dem Titel „Die beste aller denkbar möglichen Listen?“ und dem beziehungsreichen Untertitel „Eine grundsätzliche Nörgelei zur ‚Bestenliste‘ des SWF-Literaturmagazins“, derlei poppt ja in Variation auch immer wieder auf Literaturblogs auf, die sich über die Zusammensetzung irgendwelcher Nominierter für irgendwelche Preise wundern. Drews wundert sich nicht nur, er nörgelt ordentlich, und das sehr lesenswert. Weitere Nörgeleien von Eckhard Henscheid über die „Lage der deutschen Literaturkritik“ oder auch der „Bruder Kuhn“ von Hans Wollschläger über einen schrägen Interpreten der Werke Arno Schmidts haben mich ebenfalls bestens amüsiert. Die anderen Texte sind auch prima, aber diese drei waren meine persönlichen Highlights. Hier der Link zum kompletten Inhaltsverzeichnis.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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8 Antworten zu Der Rabe, Nr. 4

  1. Pingback: [Philea's] Der Rabe, Nr. 4 - #Literatur | netzlesen.de

  2. Mina schreibt:

    Liebe Petra,
    ich habe ja mit einiger Verzögerung den Raben Nr. 49 – den Vampir-Raben – erhalten. Da schmökere ich jetzt ab und an drinnen. Wenn Du ihn schon hast, musst Du Dir mal das Gedicht auf der ersten Seite durchlesen. Mich hat es so gegruselt, dass ich es erstmal weglegen musste. 🙂
    Herbstliche Grüße,

    Mina

  3. saetzebirgit schreibt:

    Gehobene Nörgeleien…das liest man doch immer gern!

  4. Tanja schreibt:

    Solche oder solche subjektiven Beurteilungen schreien förmlich danach, sich sein eigenes Bild zu machen. Aber gut, ich habe dieses oder jenes Buch nicht gelesen, und dadurch ist einem die Möglichkeit zur echten Kritik nicht gegeben. Liebe Petra, natürlich war ich neugierig, und ich weiß was du meinst. Ich sitze geschockt da, rufe Oliver herbei und… wir sind einfach nur sprachlos. Zur gehobenen Nörgelei gehört dazu, die Form zu wahren. Die literarische Wertung geht manchmal verloren. Schon jetzt freue ich mich auf einen weiteren Rabe Beitrag.

    Es grüßen,
    Olli und Tanja

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Es ist wirklich traurig, wozu sich manche hinreißen lassen. Das hat meines Erachtens wirklich nichts mehr mit Literaturkritik zu tun. Man fragt sich bei so was, ob da irgendwelche Sachen zwischen den Personen vorgefallen sind, die manche Leute dann zu derartigen Ausfällen bewegen. Euch beiden liebe Grüße!

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