ÖPNV-Lektüre von David Sedaris

Zoo1_WasserProblemlos ein- und aussteigen: Als mal mehr, mal weniger begeisterte Nutzerin öffentlicher Verkehrsmittel lese ich auf meinen Straßenbahnfahrten gern Kürzeres, um nicht den Ausstieg an der richtigen Haltestelle zu verpassen. Dazu eignen sich die beiden Bücher Nackt und Ich ein Tag sprechen hübsch von David Sedaris ganz gut.

Nackt

Autobiographien sind vielleicht nicht jedermanns Sache. Aber die mit witzigen Formulierungen und haarsträubenden Ereignissen gespickten Geschichten aus dem Leben des Autors David Sedaris eignen sich eigentlich auch für Leute, die sonst selten (Auto)Biographisches lesen, aber ein Faible für Autoren wie Goldt oder Kaminer und die gelegentlichen Absurditäten des Lebens haben.

In Nackt geht es um die Marotten von Sedaris, die seines griechischen Vaters, seiner amerikanischen Mutter, seiner griechischen Oma, die im ständigen Clinch mit ihrer Schwiegertochter lebt, und die seiner fünf Geschwister. Er schreibt von seinem Ferienjob in der Nervenheilanstalt, von den Freuden und Leiden eines Trampers und weiteren „Misserfolgen“. Das tut er zwar sehr ironisch, aber auch mit Liebe und Sympathie für sich und seine Mitmenschen. Dabei gewinnt er allerlei mehr oder minder nützliche Einsichten, die manchmal prustend vor Lachen und manchmal still sinnierend zu rezipieren sind.

Ich ein Tag sprechen hübsch

Dieses Buch enthält weitere amüsante und skurrile Episoden aus dem Leben des David Sedaris. Der zweite Teil des Buchs, „Deux“, hat mir übrigens besser gefallen, als die Kurzgeschichten des ersten Teils. „Deux“ enthält lauter Anekdoten im Zusammenhang mit seinen Aufenthalten in Frankreich. Als Amerikaner in Paris hat Sedaris natürlich ebenso schräge Erlebnisse wie zu Hause. Und er beschreibt sie fast noch besser als Ereignisse in seiner Heimat. Insgesamt also ebenfalls lesenswert.

Rezension erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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17 Antworten zu ÖPNV-Lektüre von David Sedaris

  1. Pingback: [Philea's] ÖPNV-Lektüre von David Sedaris - #Literatur | netzlesen.de

  2. saetzebirgit schreibt:

    Das liest sich witzig. Aber eigentlich war ich sofort von Deiner Überschrift angelockt. Das wäre doch was: Lektüre-Empfehlungen für die verschiedenen Verkehrsmittel abgeben. Für einen Langzeitflug hätte ich derzeit einen 1300-Seiten-Wälzer von Thomas Wolfe zu bieten 🙂

  3. Übersetzung: Harry Rowohlt, der in diesem Fall (und beileibe nicht nur in diesem) für die witzigen Formulierungen verantwortlich war …

  4. karu02 schreibt:

    Ich habe sie beide vor einiger Zeit mit Freude gelesen und immer mal einem lauten Lachen dabei. Das wirkt dann in öffentlichen Verkehrsmitteln wahrscheinlich etwas merkwürdig. 😉

  5. Mila schreibt:

    Sedaris mag ich ebenfalls sehr. Sein Humor trifft immer wieder meinen (was jetzt nicht gerade bei jedem angeblich witzigen Buch zutrifft…) In der Bahn kann ich schlecht lesen (da häkel ich lieber), aber wenn ich müde bin, dann ist so eine Lektüre fantastisch. Eine schöne Woche wünscht dir Mila

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