Sonntage im August

Wieder ein spannender Erinnerungsroman von Patrick Modiano, der fast schon mit einer Auflösung am Ende aufwartet! Bis dahin bleibt es allerdings gewohnt mysteriös.

Ein Fotograf versucht zu rekonstruieren, was mit seiner Geliebten passierte, die eines Tages verschwand. Sicher hatte es mit dem wertvollen Diamanten zu tun, den sie ihrem Mann gestohlen hat, um mit ihrem Liebhaber in Nizza ein neues Leben zu beginnen. Schon weil dieser Diamant den früheren Besitzern kein Glück gebracht hat. Möglicherweise ist auch das geheimnisvolle Ehepaar, das die beiden Flüchtenden kennenlernen, in die Sache verwickelt. Doch die lassen sich nicht mehr aufspüren. Kommen sie etwa tatsächlich aus der Vergangenheit? Oder sind sie einfach nur raffinierte Betrüger, die mit dem betrogenen Ehemann unter einer Decke stecken?

So ganz aufgeklärt wird die Geschichte nicht, aber zumindest liefert Modiano in Sonntage im August genug Andeutungen, damit wir uns das Puzzle fast komplett zusammensetzen können. Wieder ein schönes Leseerlebnis für Frankophile, diesmal mit viel Côte-d’Azur-Flair und natürlich dem bei Modiano immer gegenwärtigen Gefühl der Verlorenheit, Nostalgie, Melancholie. Fast ein Krimi, aber keiner im klassischen Sinne. Wir wissen nicht ganz so viel wie die Hauptfigur, aber erfahren genug, um uns unseren eigenen Fall zu konstruieren. Lesenswert!

Übersetzt wurde Sonntage im August von Andrea Spingler.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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13 Antworten zu Sonntage im August

  1. Pingback: [Philea's] Sonntage im August - #Literatur | netzlesen.de

  2. IngridW schreibt:

    Ich sehe es ja: nach Deinen verlockenden Besprechungen komme ich an Modiano nicht mehr vorbei …

  3. irrewirre schreibt:

    Ich muss wohl wirklich mal was von Modiano lesen, das klingt gut und wie du schon meintest, es kommen ja ein paar Tage mit Lesezeit…

  4. thomrosenhagen schreibt:

    Da bekomme ich bei diesen Besprechungen mehr und mehr Interesse doch auch mal in diese Erzählungen hineinzuschauen….

  5. Das klingt nach einem super schönem Roman! Ich habe Anfang des Jahres „Im Café der verlorenen Jugend“ gelesen und war begeistert – nach deinem Tipp bin ich mir recht sicher, dass es nicht das einzige Buch bleiben wird, das ich von Modiano lese :-)!

  6. Liebe Petra,
    so, nun hast Du es endlich geschafft! Nach so vielen tollen Mondiano-Besprechungen werde ich jetzt die kleine Bijou von meinem Stapel nehmen und gleich lesen. Mal schauen,ob ich dann auch immer mehr immer mehr immer mehr will…
    Liebe Grüsse
    Kai

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