Ein bisschen Frühling im Winter

YachtenWir sind wieder zurück, ihr Lieben – ich hoffe, ihr hattet alle einen wunderschönen Jahreswechsel? Wir haben ihn in Nizza gefeiert und ganz nebenbei fast frühlingshafte Temperaturen mitten im Winter genossen.

Als wir aufbrachen, war es hier noch so richtig winterlich mit Schnee etc., sodass ich fürchtete, Zug und Flug könnten sich stark verspäten, aber es klappte doch alles einigermaßen pünktlich.

Weihnachtsmarkt_NizzaIn Nizza erwarteten uns unsere Freunde, die uns eine Woche lang mit köstlichen Speisen und Getränken verwöhnten, ja, eigentlich mästeten. Jeden Tag ein Sonntagsessen – großartig! Außerdem erwarteten uns sehr erfreuliche Temperaturen, tagsüber etwa 15 Grad und Sonnenschein, sodass man sogar in Straßencafés sitzen und den Winter vergessen konnte. Allerdings sind diese Temperaturen wirklich zu warm für einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, der in Nizza deutlich länger aufgebaut bleibt als hierzulande. Und auch ganz schön eindrucksvoll aussieht.

Da unsere Freunde einen ähnlichen Lebensrhythmus haben wie wir, war alles sehr entspannt mit schönen Stadtbummeln, Spaziergängen zum Beispiel am Cap Ferrat, Essen gehen, Lesen und Doppelkopf spielen. Ich spiele das Spiel so selten, dass ich mir jedes Mal aufs Neue die Regeln erklären lassen muss. Aber dann kann ich kaum noch aufhören damit. Außer natürlich zum Bummeln, Spazieren, Lesen oder Essen ; )

Fischmarkt_NizzaBeim Bummeln habe ich ein paar hübsche Entdeckungen gemacht, beispielsweise „Les Délices de Candice“, ein Schmuckladen in der Altstadt (16 rue de la Préfecture ), der wirklich hübsche Stücke anbietet.  Natürlich gingen wir auch in eine Buchhandlung. Diesmal in eine, die vor kurzem von einem Freund meiner Freundin eröffnet wurde. Die Buchhandlung heißt „La Briqueterie“ und befindet sich ebenfalls in der Altstadt (4-6 rue Jules Gilly). Leider bietet sie derzeit nur französischsprachige Bücher an, weswegen ich ohne Buch wieder hinausging. Aber das Angebot war sehr verführerisch … Besonders gut isst man übrigens im „Bistro d’Antoine“, ebenfalls in der Altstadt und in der Nähe des Schmuckladens (27 rue de la Préfecture ), allerdings sollte man unbedingt vorher reservieren, das Bistro ist nämlich äußerst beliebt.

Buch2Eine weitere feine Entdeckung machte ich auf dem Bücherflohmarkt, wo ich A Book of Nonsense fand und kaufte. Das Buch sieht nicht nur wunderschön aus (wenngleich sein Zustand nicht gerade grandios ist), es enthält auch herrlich sinnfreie Texte, etwa Limericks von Edward Lear und manches mehr. Falls jemand von euch Tipps hat, wie man ein eher angegriffenes Buch selbst „heilen“ kann – her damit!

Buch3

Und natürlich habe ich auch gelesen im Urlaub, allerdings nicht sehr viel. Zum einen Zu viel Glück von Alice Munro, das mir sehr gut gefallen hat. Vor allem die titelgebende Erzählung, in der es um eine wahre Geschichte ging, nämlich die letzten Tage der russischen Mathematikerin Sofia Kowalewskaja (1850-1891). Diese, übrigens im Verhältnis zu den anderen Erzählungen, recht lange Geschichte war die einzige, von der ich mir gewünscht hätte, Alice Munro hätte sie langsamer erzählt, am besten sogar einen kleinen Roman daraus gemacht, so faszinierend fand ich die Person als auch den Ton der Schriftstellerin. „Zu viel Glück“ sollen die letzten Worte Sofias gewesen sein … Zum anderen las ich Verbrechen von Ferdinand von Schirach, ein Buch mit kurzen Erzählungen, oder eher Berichten, das zwar interessant war, doch hinter der Erzählkunst von Alice Munro stark zurückbleibt. Jedenfalls, da die Geschichten, wenn ich das richtig verstanden habe, wahre Fälle aus seinem Juristenalltag waren, bestätigt das Buch mal wieder meine Ansicht, dass jedes Leben Stoff genug für einen Roman hergeben würde. Aber man kann das dann natürlich auch stilistisch feiner erzählen, wie etwa Alice Munro.

Insgesamt habe ich eine rundum gelungene Woche hinter mir und hoffe, dass 2015 für uns alle ein gutes Jahr werden wird!

Strand_Nizza

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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27 Antworten zu Ein bisschen Frühling im Winter

  1. perlengazelle schreibt:

    So eine Reise könnte selbst mich schwach machen. 😉 Warst du auch über den Dächern?
    Die Person Sofia Kowalewskaja finde ich hochspannend … klar, Frauen und Mathematik ist mein Thema!! Hatte aber etwas Mühe mit Munros Erzählung.
    Welcome back. 🙂
    LG Marion

  2. SalvaVenia schreibt:

    Müssen wirklich wunderschöne Tage gewesen sein. Und das Buch erst, toll!

    Nachträglich noch Happy New Year und alles Gute für die Zukunft,
    Der Salva 🙂

  3. Susanne Haun schreibt:

    Ich wünsche dir und deiner Familie ein gesundes, erfolgreiches, glückliches neues Jahr, Petra!
    Wir haben nicht gefeiert sondern den Jahreswechsel würdevoll zu hause mit einem guten selbstgekochten Essen und einer Flasche Sekt verbracht.
    Ein schönes Buch hast du mitgebracht, in Berlin gibt es eine famouse Buchbinderin, altes Handwerk http://www.buchbinderei-dowerg.de/ ), die Binden auch Bücher neu, aber das wird dir nicht ausreichen, denke ich.
    Einen schönen Tag wünscht dir Susanne

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Herzlichen Dank, liebe Susanne, das wünsche ich dir auch von Herzen!
      Dein Jahreswechsel klingt ähnlich wie unserer, wir sind auch nicht ausgegangen, sondern feierten gemütlich mit unseren Freunden. Und mitternachts dann die spärlichen Feuerwerke in der schönen Aussicht von der Dachterrasse aus bestaunt. Wenn es so wenige sind, weiß man es eigentlich mehr zu schätzen … Danke für den Link & liebe Grüße!

  4. wolfgangsafrika schreibt:

    Es ist schön, in der Winterzeit an den wärmenden Frühling erinnert zu werden. Südeuropa lockt denn doch. Jedoch ist es auch in Afrika schön warm. Beim Urlaubsreise Buchen vielleicht auch daran denken.

  5. dasgrauesofa schreibt:

    Ein gutes Neues Jahr wünsche auch ichDir! Was für ein schöner Urlaubsbericht: ein Winter am Mittelmeer, der gar nicht so recht ein Winter ist. Da würde ich auch gerne mal in den Weihnachtsferein hin: bei 15 Grad im Straßencafé sitzen, das hört sich sehr verführerisch an. Und den Namen des Buchladens finde ich ja toll – weil er so schöne Assoziationen auf deutsch auslöst :-).
    Viele Grüße, Claudia

  6. buchwolf schreibt:

    Liebe Petra! Vielen Dank für diesen atmosphärisch dichten Bericht über die Nizza-Reise. Sonald wir wieder in Nizza sind, was durchaus vorkommen könnte, weiß ich jetzt jedenfalls einnige besuchenswerte Adressen…
    Alles Gute und viele interessante Blog-Postings im Neuen Jahr!
    Wolfgang / buchwolf

  7. Achim Spengler schreibt:

    „Ich spiele das Spiel so selten, dass ich mir jedes Mal aufs Neue die Regeln erklären lassen muss. Aber dann kann ich kaum noch aufhören damit.“ Das könnten meine Worte sein 🙂 Unser Winter ist ja auch ein Doppelkopf, fast bin ich geneigt zu sagen, ein janusköpfiger. Ein gesundes neues Jahr
    wünsche ich dir, ein Jahr, in dem die alten Regeln nicht immer wieder neu erfunden werden müssen, zumindest, was deinen Blog betrifft.

    Liebe Grüße
    Achim

  8. Sehr schön, liebe Petra, kaum ist das neue Jahr da, bekomme ich mit Deinem Beitrag bereits wieder große Lust, in den Süden zu reisen…
    Und übrigens, Alice Munro war vergangenes Jahr auch für mich eine lohnenswerte Neuentdeckung, vielleicht sollte ich jetzt damit fortfahren und zusätzlich Deinen tollen Buchtipp beherzigen.

    Liebe Grüße zum neuen Jahr
    von Constanze

  9. Lena schreibt:

    ein bisschen Frühling im Winter^^…na jetzt ist er ja gott sei dank da :)…das sieht wirklich nach einer schönen Reise aus, Danke für diesen Beitrag!….Hab noch einen kleinen Tipp, für alles Frühlingsliebhaber, jetzt bei diesem Wetter ist es in denbotanischen Gärten richtig schön. Ich gehe immer hier in Meran ( http://www.trauttmansdorff.it ) in die Gärten. das ist wir Urlaub^^….LG, Lena

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