Die ideale Tour: Peloponnes

Sehr eindrucksvoll finde ich auch diesen Olivenbaum. Foto: (c) Petra Gust-KazakosEine meiner liebsten Freundinnen denkt gerade darüber nach, den (oder richtiger eigentlich: die) Peloponnes zu erkunden. Ich könnte ihr nun einfach meinen Reiseführer in die Hand drücken, aber stattdessen stelle ich hier eine Tour mit meinen persönlichen Peloponnes-Highlights zusammen. Vielleicht macht sie ja auch euch Lust auf eine Reise nach Griechenland.

Ich würde die Erkundung des Peloponnes von Athen aus starten, schon weil man dann vorne oder hinten dran noch 2 bis 3 Tage Athen hängen kann. Von den Schönheiten Athens habe ich ja bereits hier und hier berichtet. Zwar muss man vom Flughafen, wenn man direkt weiterfahren möchte, quer durch Athen, was aber dank der Stadtautobahn relativ zügig vorangeht. Früher dauerte das über eine Stunde, heute ungefähr halb so lang. Richtung: Korinth.

Die Brücke von Isthmia (c) Petra Gust-Kazakos

Die Brücke von Isthmia (c) Petra Gust-Kazakos

Achtung: Wenn man nun einfach auf der Autobahn immer weiterfährt, überquert man den Golf von Korinth auf einer hohen Brücke und merkt nichts davon. Daher unbedingt kurz nach der Brücke abbiegen nach Isthmia, 5 Minuten durch Gegend fahren in Richtung Meer (also links abbiegen) und im Restaurant am Isthmos die erste Pause einlegen und das faszinierende Auf und Ab der alten, versenkbaren Brücke bestaunen. Vielleicht hat man ja Glück und erlebt, wie ein großes Schiff durch den engen Kanal gezogen wird. Dazu passt Frapé und eventuell ein „kleines“ Essen, z. B. Souvlaki mit Pommes, Salat und Tsatsiki.

Erst ein kleines Schiff

KleinesUnd dann an der Leine

Ziehtfolgt das große

Großes

Dann muss man eine Entscheidung treffen: Owwerum, unnenum oder mittendurch. „Owwerum“ hieße, über Patras fahren und dann erst linksherum entlang der Küste mit Ausflügen ins Landesinnere, um die Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Mittendurch reisen wir immer, wenn wir meine Schwiegereltern in Kalamata besuchen, das ist die kürzeste Strecke und eine sehr schöne dazu, denn die Autobahn ist in herrliche Landschaft eingebettet. Ich empfehle allerdings „unnerum“, sprich: Richtung Nafplion (oder Nauplion) entlang der Küste. Zum einen, weil Nafplion ein reizendes Örtchen ist, an dem man sich wunderbar 2, 3 Tage lang entspannen kann, zum anderen weil es schon auf dem Weg dahin Schönes zu besichtigen gibt, nämlich das Amphitheater von Epidaurus. Unbedingt sehenswert!

Nafplion – zumindest seine Altstadt – ist bezaubernd. Wer mit dem Auto anreist, parkt außerhalb der Altstadt, denn im Innern kann man sich nur zu Fuß fortbewegen. Früher haben wir immer im „Kapodistrias“ übernachtet. Ich war nun eine Weile nicht mehr dort, aber wenn es sich nicht verändert hat, ist es sehr empfehlenswert. In der Altstadt finden sich – treppauf und treppab – eine Vielzahl von kleinen, ungewöhnlichen Läden und jede Menge Bars, Cafés und Restaurants. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Die neoklassizistischen Häuser sind bestens erhalten. Gern gegessen und getrunken haben wir beispielsweise bei „Kiki“, einer etwas heruntergekommen wirkenden Taverne mit guter traditioneller Küche. Schmackhaft waren die gefüllten Krautwickel, das Tsatsiki, der gegrillte Oktopus und das Muschelsaganaki (Muscheln im Pfännchen mit Schafskäse, Tomaten und Knoblauch). Auch schön: Das „Kipos“ („Garten“) und zum Fischessen empfehle ich das „Savroulas“, wo es auch hervorragende Weine gibt, etwa den Biblia Chora.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAVon Nafplion aus würde ich weiter fahren nach Gythio. Der hübsche Hafenort hat ein vorgelagertes Halbinselchen, auf dem der Sage nach Helena und Paris ihre erste Liebesnacht verbrachten. Leider kann ich dort weder Hotels noch Restaurants empfehlen, weil wir uns Gythio bei einer Mani-Reise nur für ein paar Stunden angesehen haben. Aber ich bin mir sicher, dass es sich prima eignet, um von dort aus 2 bis 3 Tage lang dem herben Charme der Mani mit ihren imposanten Türmen zu erliegen.

Lohnenswert: Von Gythio aus einen Ausflug auf die andere Seite der Mani Richtung Areopolis machen und durch das kleine Städtchen bummeln. 11 km von dort entfernt unbedingt ansehen: Die Tropfsteinhöhlen von Pirgos Dirou. Dazu zieht man Schwimmwesten an und los geht’s in Barken mit etwa sechs Personen, die von einem Führer über den Wasserrundweg gesteuert werden. Wunderschön. Die verschiedenen Räume der Höhlen haben poetische Namen wie „Hall of dreams“. Die Stalagmiten und Stalagtiten sind weiß, rosé, manchmal grünlich oder rot wie Rost. Am schönsten waren die kleinen Stalagtiten, so groß wie Salzstangen, aber etwas dicker, die aussahen, als würden Regentropfen in Zeitlupe von der Decke fallen. Wenn man möchte, kann man an der einen Seite des Fingers entlang die Mani abfahren und auf der anderen Seite wieder hoch nach Gythio fahren.

Nach den Tagen in Gythio würde ich weiterfahren und in Kardamili Station machen, zumindest auf einen frischen Orangensaft. Auf dem Weg dorthin könnte man noch ein Besichtigungspäuschen einlegen und sich das Mani Museum in Thalames anschauen. Wir haben das 2006 gemacht, das war interessant und sehr witzig, besonders der Besitzer, der hervorragend Deutsch spricht. Ich bin allerdings nicht sicher, ob das Museum noch existiert.

Foto: (c) Petra Gust-Kazakos

Foto: (c) Petra Gust-Kazakos

Dann würde ich weiterfahren Richtung Kalamata und in Kitries abbiegen, um mit Blick aufs Meer frischen Fisch zu genießen. Nun könnte man 2, 3 Tage Station in Kalamata machen, wenn man sich nach etwas mehr Stadtatmosphäre sehnt.

Für eine Erkundungstour würde ich allerdings weiterfahren nach Koroni. In diesem hübschen Ort waren wir bei unserer letzten Griechenlandreise und fanden im „Sofotel“, am Ortseingang gelegen, ein bequemes, geräumiges Zimmer mit Balkon und Blick aufs Meer. Der kleine Ort ist ziemlich touristisch, aber außerhalb der Saison geht’s. Außerdem ist er perfekt für Ausflüge nach Finikounda und Methoni. Mehr darüber hier.

Blick auf den Zaga Beach von der Festungsanlage in Koroni

Blick auf den Zaga Beach von der Festungsanlage in Koroni

Navarino_TagVon dort aus könnte man weiter nach Pylos, ebenfalls ein sehr hübscher Ort, der wunderbare, riesige Sandstrände in der Nähe hat. Sehr gut schlafen wir immer im Hotel Philip: Große, bequeme, saubere Zimmer mit Balkon, der einen wunderbaren Blick auf die Navarino-Bucht bietet.

Und nun kommt es darauf an, wie viel Zeit man wo verbringt und ob noch genug Zeit für weitere Sehenswürdigkeiten bleibt, etwa Messene (in der Nähe von Kalamata), wunderbar atmosphärisch, einer der größten Ausgrabungsorte Griechenlands, mehr dazu hier.

Olympia wäre natürlich auch interessant, liegt auf halbem Weg nach Patras, also noch mal ein Stück Fahrerei in die andere Richtung, falls man nicht so langsam an den Rückflug und in Richtung Athen denken muss. Aber vielleicht kann man sich ja Olympia aufheben, falls man beim nächsten Mal „owwerum“ fährt. Und natürlich gibt es noch viel, viel mehr zu sehen. Aber das, was ich hier beschrieben habe, wäre eine Tour, auf die ich selbst große Lust hätte ; )

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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24 Antworten zu Die ideale Tour: Peloponnes

  1. Susanne Haun schreibt:

    Dein Bericht macht Lust auf Urlaub, Petra!

  2. Pingback: [Philea's] Die ideale Tour: Peloponnes - #Literatur | netzlesen.de

  3. Pit schreibt:

    Danke, liebe Petra,
    fuer die Anregungen. 🙂
    LG,
    Pit

  4. saetzebirgit schreibt:

    Menno. Und hier ist es kalt. 🙂

  5. Efxaristo poli 🙂

    Ach, wie ich dieses wunderschöne Land vermisse! Aber wir sind bereits in der Urlaubsplanung.
    Im Mai gehts höchstwahrscheinlich erstmal nach Santorin. Schaun wir mal 🙂

    Ich habe eine Freundin in Pyrgo Elias. Dorthin würde ich gern mal reisen.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Gern : ) Ah, Santorin, da würde ich auch gern mal wieder hinfahren! Und im Mai ist es sicher toll dort!

      • Leider ist aus Santorin jetzt die Türkei geworden. Es war einfach zu umständlich, nach Santorin zu kommen und es lohnt sich nicht wirklich, für nur 7 Tage, denn 2 Tage für die An- und Abreise braucht man eh. Aufenthalt in Athen über mehrere Stunden…..
        Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, so freue ich mich um einiges länger, dass ich diese Insel einmal bereise. 🙂

        In der Türkei haben wir so auch noch nie Urlaub gemacht. Also keinen Badeurlaub.
        Wir lassen uns mal überraschen!

        Liebe Grüße!

        • Petra Gust-Kazakos schreibt:

          Ich war auch noch nicht in der Türkei, würde ich aber gern bei Gelegenheit nachholen … Wird bestimmt eine schöne Woche (wenn es auch noch ein bisschen hin ist), viel Spaß & liebe Grüße!

  6. dasgrauesofa schreibt:

    Ach, Mensch, erst Nizza und nun die Peleponnes. Und hier: grau, grau, grau und ewiger Regen. So nheme ich denn Deine Bilder und Berichte als Hoffnung, dass es in diesem Jahr bestimmt auch noch mal wieder anders werden kann…
    Viele Grüße, Claudia

  7. Ulrike schreibt:

    Das klingt einfach nur wunderbar! Unser Reiseziel liegt jetzt schon definitiv fest. Du bist ein Schatz, Petra 🙂

  8. entdeckeengland schreibt:

    Ach, liebe Petra, das weckt Erinnerungen an unseren Herbsturlaub auf den Peloponnes. Eine schöne Tour hast Du uns hier vorgestellt. Ich will zurück nach Griechenlands! Liebe Grüße, Peggy

  9. Dina schreibt:

    Ich war noch nie in Griechenland, irgendwie zieht es mich immer wieder in den Norden, aber jetzt habe ich viele wunderbare Anregungen bekommen. Und große Reiselust! Vielen Dank, liebe Petra! 🙂

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Das freut mich, liebe Dina! Vielleicht zieht es dich jetzt mal in den Süden – der Frühling ist besonders schön … Sommer ist heiß, Herbst dann wieder angenehmer und meist noch warm genug für ein Bad im Meer. Liebe Grüße!

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