Zeitungsfrühstück, Folge 82

Foto: (c) Gerda Kazakou

Foto: (c) Gerda Kazakou

An einem doch etwas trüben ersten Mai-Wochenende ist es immerhin sehr gemütlich, ein ausgiebiges Zeitungsfrühstück zu genießen. Heute serviere ich euch meine Highlights aus der Zeit und dem Zeitmagazin Nr. 18 vom 29. April 2015. Das Zeitmagazin widmet sich übrigens diesmal – passend für mein Blog – in großen Teilen dem Thema Reisen. Bon ap‘!

Grundlos lächeln

Harald Martenstein widmet seine aktuelle Kolumne diesmal ‚Frauenbildern in der Werbung‘. Darin sinniert er über das Verbot sexistischer, frauenfeindlicher Werbung in Berlin-Kreuzberg, das unter anderem Fotos anlasslos lächelnder Frauen umfasst, was er bedauert. Ich auch. Leider noch nicht online. Frühere Kolumnen Martensteins findet ihr hier, sie geben übrigens viel Anlass zum Lächeln.

Test getestet

Ein Test über mehrere Seiten soll mir verraten, was für ein Reisetyp ich bin: eher ein Foodie (auch), mehr so der Familienmensch oder für Freundinnen-Reisen geeignet, eher Städte oder Bildung im Fokus, für Kreuzfahrten oder Partys zu begeistern oder doch lieber Abenteuern, womöglich Aktivurlaub zuneigend? Leider sind die möglichen Antworten keine, die ich auch nur annähernd auf die Fragen geben würde bzw. die mir zu den abgebildeten Fotos in den Sinn kommen. Macht mich das jetzt zur Ultra-Individual-Reisenden? Der Test ist nicht online, aber im Internet finden sich zum Thema ja beliebig viele andere, zum Beispiel hier.

Für Getestete, die sich mit den Antworten identifizieren können, bzw. für die diversen Reisetypen gibt es dann noch passende Reisetipps, von denen mir der zu Lissabon am meisten zusagte.

150 Jahre Ringstraße

Der Reiseteil beginnt mit dem sehr guten Artikel „Es lebe der Boulevard!“ von Renate Just. Darin geht sie der Geschichte der Wiener Ringstraße nach – sehr lesenswert!  Vielleicht schaffe ich es, die Ausstellung „Ringstraße. Ein jüdischer Boulevard“ im Jüdischen Museum in Wien zu besuchen, die noch bis 4. Oktober zu sehen ist.

Kuckuck!

Leider nicht online ist der interessante Beitrag „Triumph der Schlawiner“ von Hans Schuh über Brutverhalten und Ei-Mimikry der Kuckucke. Wirklich überaus raffiniert die Tricks der Kuckucksmütter, nicht nur anderen Vogeleltern ihr Ei unterzuschieben, sondern es auch anzubrüten, damit ihr Junges als Erstes schlüpft und die Vogeljungen seiner Gasteltern aus dem Nest werfen kann. Der kleine Kuckuck selbst hat auch etliche Tricks auf Lager, um die Gasteltern zu narren. Beispielsweise bettelt er, wie sonst nur mehrere Jungvögel zusammen.

Leselustförderung

Der tolle Beitrag „In aller Kürze“ von Susanne Mayer über die Schriftstellerin Lydia Davis im Feuilleton machte mir allergrößte Lust auf die Lektüre ihrer Werke. Lydia Davis, übrigens die erste Frau von Paul Auster, hatte erst spät ihren literarischen Durchbruch, nämlich 2009 mit ihren Collected Stories, da war sie schon über 60. Die Auszüge aus ihren Geschichten, die manchmal nur ein paar Sätze umfassen, haben mich gleich dazu gebracht, mir eines ihrer Werke auf die Leseliste für den Urlaubskoffer zu setzen. Can’t and Won’t, hierzu hatte ich im letzten Jahr bereits eine sehr gute Besprechung auf 54books.de gelesen.

Mit Beilage

Zur aktuellen Zeit gab’s diesmal eine für mich besonders nette Beilage, nämlich 300 Jahre Karlsruhe. Wenn euch meine Highlights gefallen haben und ihr außerdem vielleicht ein paar der Gründe kennenlernen wollt, warum ich so gern in Karlsruhe lebe, dann macht euch auf zum nächsten Kiosk und kauft euch die aktuelle Zeit.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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8 Antworten zu Zeitungsfrühstück, Folge 82

  1. Trippmadam schreibt:

    Oh. Auf das Verbot anlasslos lächelnder Frauen bin ich sehr gespannt. Wobei ich der Meinung anhänge, dass das, was dem zufälligen Beobachter anlasslos zu sein scheint, durchaus einen Anlass haben kann, der nur eben nicht allgemein ersichtlich ist.

  2. Pingback: [Philea's] Zeitungsfrühstück, Folge 82 - #Literatur | netzlesen.de

  3. mickzwo schreibt:

    Bisher habe ich Karlsruhe eher vernachlässigt, genau wie Mainz.. das wird sich sicherlich ändern.

  4. puzzleblume schreibt:

    Meine lächelnde-Frauenfigur-Nr. 1 ist derzeit die Zahnarztfrau in der TV-Werbung, die den Menschen den Genuss an Süß-Kaltem und Süß-Heißem wieder näherbringen möchte: jemanden so naiv raten zu lassen, mehr in Hüftgold zu investieren und sich die Zähne zu kariisieren, das ist hinterlistig plus frauenfeindlich,
    Beim Reisetyp-Test war ich bei Frage 2 raus und fertig mit so viel klischeehafter Albernheit.
    „Was darf in Ihrem Reisegepäck keinesfalls fehlen? IPod, Räucherstäbchen, Wörterbuch, Massageöl“ – Hallo, wurde das für die Startseite von Yahoo konzipiert?
    Die ersten Kuckucksrufe sind auch bei uns seit etwa einer Woche zu hören. Ich mag sie trotz ihres energiesparenden Brutverhaltens.
    Die Beilage würde ich gern meinem Mann hinlegen, der stammt nämlich aus Karlsruh‘.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Die Zahnarztgattin kenne ich nicht, es bleibt einem ohne Fernseher ja viel erspart …
      Ja, diese Tests, ein bisschen albern sind sie alle. Manchmal hab ich trotzdem Lust, einen zu machen, auch wenn die Ergebnisse oft arg vorhersehbar sind.
      Den Ruf des Kuckucks habe ich dieses Jahr noch nicht gehört …

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