Bücherkoffer Nr. 25 von Melanie Raabe

Bücherkoffer, Foto: © Petra Gust-Kazakos

Bücherkoffer, Foto: © Petra Gust-Kazakos

Jetzt wird’s spannend: Die Krimiautorin und Bloggerin Melanie Raabe stellt ihre Empfehlungen für einen wohl gepackten Bücherkoffer vor. Und so viel sei verraten: Es sind nicht nur Krimi-Tipps! Ihr eigener Krimi Die Falle klingt jedenfalls so spannend, dass auch er einen Platz im Bücherkoffer verdienen würde.

Ich habe Melanie über Twitter und ihr Blog Biographilia kennengelernt.  Auf ihrem Blog stellt sie Menschen vor, die sie inspirieren oder faszinieren – keine berühmten Persönlichkeiten, sondern interessante „Menschen von nebenan“. Auf ihrer Webseite  erfahrt ihr mehr über Melanie und ihren Krimi Die Falle, der in diesem Jahr erschienen ist. Aber nun zu ihren Lesegewohnheiten beim Reisen und ihren Buch-Tipps:

„Ich reise gerne und viel, komme dabei allerdings kaum zum Lesen. Auf Reisen sehe ich mir gerne Sachen an. Richte meinen Blick auf die äußere Welt. Ich sammle. Bilder, Gesichter, Geschmäcker, Gerüche und Gefühle. Ich liebe Städtereisen. Ich mag Museen und Märkte, Cafés und Clubs, Theater. Oder es zieht mich zum Wandern, und ich starre in Schluchten oder von Gipfeln aufs glitzernde Meer.

Wenn ich angekommen bin, spielt Lektüre eine Nebenrolle. Aber auf dem Weg von A nach B lese ich viel. Überhaupt lese ich am liebsten auf einer ruhigen Zugfahrt. Oder während längerer Wartezeiten am Flughafen. Im Flieger selbst hingegen habe ich die Nase eher selten in einem Buch, im Flieger starre ich wie hypnotisiert aus dem Fenster und wundere mich über den Himmel und die Wolken und die schiere Tatsache, dass ich fliege – auch noch bei meinem hundertsten, fünfhundertsten, tausendsten Flug. Nach New York habe ich einst Dickens‘ Große Erwartungen mitgenommen – und das Buch prompt im Flugzeug vergessen. Trotz des langen Fluges bin ich über ein paar Seiten nicht hinausgekommen.

Ich reise gerne mit leichtem Gepäck. Ein, zwei eingepackte Bücher sind das höchste der Gefühle – dazu natürlich noch der Lonely Planet-Reiseführer für meine jeweilige Destination. Wenn mir der Lesestoff ausgeht, kaufe ich am Flughafen oder vor Ort eben neuen.“

Bücherkoffer_Melanie_Raabe

„Wäre ich Buchhändlerin und Menschen würden mich fragen, welche Bücher sie in ihren Bücherkoffer packen sollten, dann würde ich ihnen, je nach Neigung, die folgenden empfehlen:

Karen Köhler – Wir haben Raketen geangelt

Ein wunderbarer Erzählband, der unbedingt ins Handgepäck gehört. Die darin enthaltenen Geschichten funkeln wie das Mittelmeer im Hochsommer, sind so eigen wie die Bewohner eines abgelegenen Bergdorfes und so aufregend wie New York City.

Seneca – Von der Kürze des Lebens

Auf Reisen, fernab vom Alltag, gerate ich dann und wann ins Grübeln. Wo komme ich her, wo gehe ich hin? Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Auf Reisen ist Raum, das eigene Leben zu überdenken. Also einfach mal einen Philosophen in den Koffer packen und seine Gedankenwelt auf sich einstürzen lassen. Ich mag die Stoiker wie Seneca. Und Von der Kürze des Lebens ist ein ganz dünnes Bändchen, das sogar neben Geldbörse, Reisepass und iPhone in meine Handtasche passt.

Robert Louis Stevenson – Die Schatzinsel

Ich liebe ein gutes Abenteuerbuch. Stevensons Klassiker würde ich jederzeit mit auf die Insel nehmen. Manche Bücher kann man einfach immer und immer wieder lesen.

Gillian Flynn – Dark Places

Der Flug hat vier Stunden Verspätung? Die Bahn kommt und kommt nicht? Das Wetter ist wider Erwarten mies, und es bleibt einem nichts anderes übrig, als einen vollen Tag lang drinnen auszuharren, bis es wieder besser wird? Manchmal braucht es einfach einen guten, spannenden Pageturner. Und hier hilft einem die wunderbare Gillian Flynn immer aus der Patsche. Zum Beispiel mit diesem spannenden Thriller, der meiner Meinung nach noch besser ist als Flynns größter Hit, Gone Girl.

Jack Kerouac – On the Road

Es gibt Bücher, mit denen man es sich gerne daheim gemütlich machen möchte. Bücher, die Behaglichkeit und Ruhe brauchen. Und es gibt Bücher, die man am besten unterwegs liest, weil sie Abenteuer- und Wanderlust wecken. Kerouacs Klassiker sollte man unbedingt mal mit auf Reisen nehmen – selbst dann, wenn man ihn schon x-mal gelesen hat.“

Sehr gute Tipps sind das, liebe Melanie – hab ganz herzlichen Dank für deine Gedanken zum Lesen auf Reisen und deine Empfehlungen für die Lektüre unterwegs!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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11 Antworten zu Bücherkoffer Nr. 25 von Melanie Raabe

  1. Pingback: [Philea's] Bücherkoffer Nr. 25 von Melanie Raabe - #Literatur | netzlesen.de

  2. Trippmadam schreibt:

    Hu, Gillian Flynn – seinerzeit war ich sehr beeindruckt von Gone Girl.

  3. Susanne Haun schreibt:

    Danke für deinen Hinweis, Petra!
    Auf Reisen einen Philosophen in der Tasche zu haben, gefällt mir. Nirgendwo kann man die Gedanken besser gleiten lassen als im Zug oder als Beifahrer im Auto.
    Im Moment würde ich Hobbes mitnehmen. Seine Vorstellung vom Naturmenschen muß ich noch überdenken.
    Einen schönen Tag wünscht euch Susanne

  4. perlengazelle schreibt:

    Dark Places, noch besser als Gone Girl? Da hab ich doch gleich was für den nächsten Inselurlaub. Wenn’s mal so richtig stürmt und der blanke Hans sein Unwesen treibt. Und die Schatzinsel sollte ich mal wieder ausgraben – Piraten, Segelschiffe … passt perfekt zu meiner Insel, von der früher die Walfischjäger gestartet sind. Dazu ein s-teifer Grog … und vielleicht finde ich ja auch einen Schatz.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ich glaube, mit den Dark Places hat Melanie uns fast alle ein bisschen neugierig gemacht : ) Einen Schatz finden, das wäre natürlich prima; aber Ruhe, Erholung und eine schöne Zeit auf einer Insel, vor allem am MEER, ist ja auch schon ganz wunderbar.

  5. Wolfgang Schnier schreibt:

    Seneca wird heutzutage wirklich unterschätzt. Dabei ist es bei kaum einem anderen Stoiker so interessant, ihn selbst zu lesen, statt nur über ihn. Seine Argumente überzeugen auch heute noch, finde ich.

  6. Karin C.I. schreibt:

    Das Interview-Blog „Biographilia“ der sympathischen Autorin habe ich doch gleich mal abonniert – spannend, horizonterweiternd, Menschen im Profil von Innen und Außen ein wenig kennenlernen zu dürfen!

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