Die Kunst, einen Bleistift zu spitzen

Rees_Kunst_BleistiftDieses Büchlein von David Rees, übersetzt von Uta Goridis und Egbert Hörmann, sei allen empfohlen, die sich zwischendurch auch gern einmal bei einem schrägen Buch entspannen – und idealerweise ein gewisses Interesse an Bleistiften mitbringen.

Schon der barocke Titel macht Spaß: Die Kunst, einen Bleistift zu spitzen. Eine theoretische und praktische Abhandlung für Unternehmer, Künstler, Architekten, Juristen, Schriftsteller und Handwerksmänner. Mit zahlreichen Abbildungen und Erläuterungen der gängigen Praxis. Dieser Titel enthält nicht nur Thema und Zielgruppe, sondern lässt bereits vermuten, dass es sich hier um ein ziemlich skurriles Werk handeln könnte.

Und so ist es auch. Rees beschreibt aufs Genaueste in putziger Ernsthaftigkeit die verschiedenen Möglichkeiten, einen Bleistift zu spitzen, beispielsweise mit einem Taschenmesser, einem einklingigen Spitzer, einem Kurbelspitzer etc. Die einzelnen Arbeitsgänge sind mit reichlich Fotos und Graphiken (viele davon herrlich überflüssig) illustriert. Im Laufe des Buches driftet der Autor immer mehr ab und beschreibt unter anderem Bleistift-Spitz-Performances, bei denen man entweder mit allerlei Kunststücken die Zuschauer verblüfft oder auch die Kunst der Celebrity-Anspitzimitation, bei der man „im Stile von“ Bleistifte vor Publikum anspitzt (also nicht etwa imitiert, die Celebrities anzuspitzen). Und im Anhang finden echte Bleistiftfans noch eine Zusammenstellung von Weinen, die nach Bleistift schmecken. Wohl bekomm’s …

Alles in allem eine erfreuliche Lektüre!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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28 Antworten zu Die Kunst, einen Bleistift zu spitzen

  1. Pingback: [Philea’s] Die Kunst, einen Bleistift zu spitzen – #Literatur

  2. puzzleblume schreibt:

    Das scheint ein ganz tolles Buch zu sein. Bleistiftbenutzer können auch ganz wunderbar schrullige Menschen sein, z.B. eine bestimmte Marke wegen des Geschmacks und Gefühls beim Annagen zu bevorzugen, oder stets Bleistifte zu halbieren, damit sie die genehme Länge haben, und wenn ich darüber nachdenke, ob und wann ich Bleistifte in Taschen oder hinter Ohren gesehen habe, dann verstehe ich vollkommen, wie jemand dazu kommt, so ein Buch schreiben zu wollen.

  3. Stift und Schrift schreibt:

    Mir scheint, für einen Blog wie „Stift und Schrift“ ist das Buch ein Muss!

  4. Madame Filigran schreibt:

    Volles Verständnis für dieses Buch, da ich Bleistiftliebhaberin bin 😉
    Einen schönen Abend!

  5. arnoldnuremberg schreibt:

    Beim Bleistiftspitzen mag ich den Duft des Holzes und des Graphits. Und beim Tippen auf dem Smartphone verwende ich einen Bleistiftstummel mit dem Radiergummi.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Den Duft mag ich auch … Die Idee fürs Tippen klingt, als würde man sich auf diese Weise vielleicht seltener vertippen?

      • arnoldnuremberg schreibt:

        Den Touchscreen und die Tastatur bediene ich etwas besser und zuverlässiger mit dem Werkzeug Bleistift als mit den Fingerspitzen. Lieber schreibe ich auf der großen Tastatur oder tatsächlich mit Bleistift oder anderem auf Papier.

  6. SätzeundSchätze schreibt:

    Ich schreibe zwar nicht mit Bleistift, spitze aber gerne für andere 🙂 Daher kann ich verstehen, dass man diese beinahe schon meditative Beschäftigung, die allerdings einiger Kunstfertigkeit bedarf, in ein Buch gießt …

  7. Jochen schreibt:

    Schön, dass Du nochmal Aufmerksamkeit auf dieses schrullige, geistreiche und auch leicht durchgeknallte Büchlein lenkst. Es ist wirklich einzigartig. lg_jochen

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Leicht durchgeknallt trifft es gut, lieber Jochen. Und wenn es auch noch so geistreich geschrieben ist, gefällt mir das sehr. Höherer Unfug nannte mein Lieblingsonkel so was immer. Liebe Grüße!

  8. Mina schreibt:

    Liebe Petra,
    Wein der nach Bleistift schmeckt? Könntest Du was empfehlen? Hast Du schon was probiert???
    Und besonders wichtig erscheint mir die Frage: Gibt es auch Wein, der nach Büchern schmeckt???
    Hui,
    Mina

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Mina, ich mag Wein, Bleistifte & Bücher, bin aber ziemlich sicher, dass ich nicht unbedingt Wein trinken möchte, der nach Bleistiften oder Büchern schmeckt ; ) Daher kann ich da eigentlich nichts in dieser Richtung empfehlen … Liebe Grüße!

      • Mina schreibt:

        Hallo Petra,
        das kann ich gut verstehen. Ich würde das dauerhaft nicht wollen. Aber die Idee find ich so spannend, dass ich ihn zumindest testen würde. 🙂
        Wink, wink!

        • Petra Gust-Kazakos schreibt:

          Also gut ; ) Als BleistiftfeinschmeckerIn könnte man folgende Weine probieren: Chateau Saint Julian 2006 Bordeaux Supérieur AC, Chateau Greysac 2007 Médoc AC oder auch Caves Sao Joao 2007 „Porta dos cavaleiros“ DAO DOC. Wo man die hier bekommt und ob (der Schriftsteller ist ja Amerikaner und das Buch von 2012), weiß ich leider nicht. Viel Spaß beim Suchen & Testen : )

        • Mina schreibt:

          Juhuuuu – ganz herzlichen Dank! Ich werde mich umsehen. 🙂

        • Petra Gust-Kazakos schreibt:

          Gern : ) Und bitte berichte, falls du fündig geworden bist!

  9. entdeckeengland schreibt:

    Liebe Petra, ich selbst benutze zwar fast ausschliesslich Bleistifte, aber ich gebe zu, dass ich sie nicht sehr regelmässig anspitze. Mein Mann hingegen spitzt ausgesprochen gerne Bleistifte an und hat mir zu diesem Zweck ein Monstrum von einem elektrischen Anspitzer auf den Schreibtisch gestellt, vor dessen Kauf er auch tagelange Internetrecherchen betrieben hat (mein Mann hat eine gewisse skurrile Note, wie Du siehst). Ich glaube, ich habe schon eine witzige Idee für ein Weihnachtsgeschenk, wenn es dafür auch noch etwas früh ist. Vielen Dank dafür 😀

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