Shelfie Nr. 28 von Mariki/Bücherwurmloch

mariki_2Mariki, die das Blog Bücherwurmloch führt, wo sie vor allem über zeitgenössische Literatur bloggt, gewährt uns heute Einblicke in ihre Bücherregale. Besonders faszinierend finde ich, dass sie, obwohl sie viel liest, gar nicht so viele Bücherregale hat, wie man es bei einem Bücherwurm vermuten würde. Und weil das so ist, sehen wir hier heute sogar alle Bücherregale von Mariki.

In ihrem etwa hüfthohen Regal bewahrt Mariki ihre ungelesenen Bücher auf. Ein zweites Regal beherbergt, sehr ansprechend nach Farben sortiert, weitere Bücher und dann hat sie noch zwei Regalbretter oberhalb ihres Fernsehers, in dem sich alle weißen Bücher befinden. Ein ganz schön aufgeräumtes Konzept!

Mariki sagt dazu: „Ich bin der Bücherwurm, der fast keine Bücher besitzt. Und das kam so: Früher hatte ich Bücher, jetzt habe ich Kinder. Als ich selbst klein war, standen die Bücher in meinen Kinderzimmerregalen doppelreihig und ich hätte nie, nie, nie eins weggegeben. Ich wollte die nicht mal jemandem borgen. Aber mit jedem Umzug hat sich der Bücherbestand dezimiert, und als wir dann — nach der Geburt von Kind 2 — in unser jetziges kleines Eigenheim gezogen sind, war klar: Da können nur noch wenige Herzensbücher mit. Während mir das früher schlaflose Nächte, Panikattacken und Atemnot beschert hätte, habe ich mittlerweile gelernt, mich von dem Anspruch, Bücher besitzen zu müssen, zu lösen. Heute ist sogar der gegenteilige Effekt eingetreten: Es fällt mir so leicht, mich von Büchern zu trennen, dass ich kaum noch eins behalte. Es muss mir schon sehr viel bedeuten, damit ich es in den noch spärlich vorhandenen Platz einreihe.“

mariki_1„Dass ich kein Problem damit habe, die Bücher wegzugeben, liegt aber auch daran, dass sie an einen guten Ort gehen: Ich bringe sie in die örtliche Bücherei, wo man sich wahnsinnig darüber freut. Ich habe dann die Sicherheit, dass die Bücher gut behandelt und vor allem noch oft gelesen werden, das bedeutet mir sehr viel.“

mariki_3„Was mir auch sehr viel bedeutet: Die wenigen Regale, die ich habe, hat mein Opa für mich gebaut. In seiner Werkstatt, mit der Hand. Sie sind also maßgefertigte Unikate, und sie werden mich für immer an meinen Opa, mit dem ich eng verbunden bin, erinnern. Er hat so viele Stunden seiner Zeit für mich geopfert, hat geschmirgelt und gesägt und geleimt, und deswegen sind diese Regale genau der richtige Aufbewahrungsort für die besonderen Bücher, die bei mir bleiben dürfen.“

Das ist natürlich großartig, selbst gemachte Regale, noch dazu von einem geliebten Menschen. Die müssen natürlich bleiben, das kann ich gut verstehen. Mariki hat übrigens in zwei Beiträgen selbst über das Thema Bücher behalten oder weggeben gebloggt:
Und manchmal, da geh ich meine Bücher besuchen
11 Gründe, warum ich fast keine Bücher behalte und das gut finde

Dir, liebe Mariki, danke ich ganz herzlich fürs Mitmachen!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
Dieser Beitrag wurde unter Shelfies abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Shelfie Nr. 28 von Mariki/Bücherwurmloch

  1. Stift und Schrift schreibt:

    Ich habe die beiden Umzüge der letzten Jahre auch genutzt, um mich von vielen Büchern zu trennen. Nicht horten, sondern Konzentration auf das, was mir besonders wichtig ist, lautet die Devise. Insofern kann ich die Haltung von Mariki (auch ohne Kinder🙂 ) gut nachvollziehen.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ich finde das auch nicht schlecht und vor allem sehr konsequent. Vielleicht, wenn ich mal umziehe … Aber ich bin noch nicht so weit, mich auf drei Regale zu beschränken. Zum Glück steht auch kein Umzug in Aussicht ; )

      • Stift und Schrift schreibt:

        Mit drei Regalen komme ich allerdings auch bei weitem noch nicht aus. Aber Umzüge – so stressig sie sonst auch sind – sind eine gute Gelegenheit zu sichten, zu ordnen, zu bewerten …

        • Petra Gust-Kazakos schreibt:

          Das kann ich mir gut vorstellen. Und nicht nur in Bezug auf Bücher. Solche Ausmist-Aktionen im Kleinen veranstalte ich auch immer mal wieder. Sehr befrei/uend. Und Platz für neuen Kram gibt es dann auch wieder ; )

  2. Ruhrköpfe schreibt:

    Hallo Petra, ich mache das so ähnlich, denn kaum ein Buch lese ich ein zweites Mal. Wenn der Platz nicht mehr reicht, müssen ein paar andere Bücher ausziehen und werden verschenkt oder verkauft, wenn es sich um besondere Schätze handelt. Funktioniert gut und tut gar nicht weh 😉 LG Annette

  3. buchpost schreibt:

    Den Regenbogen im Regal vom Opa, das ist wirklich superschön. Meine Vorsätze sind bescheidener; erst mal weniger kaufen und mehr lesen🙂, LG, Anna

  4. karu02 schreibt:

    Ich habe dazu eine Buchempfehlung: Carlos Maria Dominguez „Das Papierhaus“.
    Mit den Büchern ist es bei mir wie mit der Liebe, je mehr ich davon weggebe, desto mehr sammelt sich wieder an.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s