Winter in Nizza

nizzaWir sind wieder zurück vom Besuch bei unseren Freunden in Nizza. Dort war es ganz wunderbar: Zum einen natürlich, weil es immer schön ist bei unseren Freunden, zum anderen auch, weil wir herrliches Wetter hatten. Die Sonne strahlte, der Himmel blaute, die Stimmung war blendend.

Im Winter nach Nizza zu fahren, ist besonders schön, weil man dort noch ein paar Sonnentage genießen kann, ehe es in Deutschland mit viel kalt und Schnee, Eis oder Regen weitergeht. Außerdem ist Nizza eine tolle Stadt zum Flanieren. Davon abgesehen, dass sie ausgesprochen schön liegt (vorne Meer, hinten Berge) und vom Klima begünstigt ist, lassen sich beim Flanieren die vielen tollen alten Gebäude bewundern und besonders in der Altstadt auch die individuellen kleinen Lädchen.

nizza_trompe-l-oeil

Schwer beeindruckt war ich von dieser Hauswand wegen des Trompe-l’oeils, das ich übrigens gar nicht auf den ersten Blick als solches erkannte.

nizza_banaliteIn einem dieser Läden, einer Buchhandlung mit dem schönen Namen „La Briqueterie“ (4-6 rue Jules Gilly) fand ich sehr hübsche Notizbücher verschiedener Größen von Gallimard. Ich fand schon immer die Bücher der Collection Blanche sehr hübsch gestaltet, schlicht und geschmackvoll. Leider ist mein Französisch nicht gut genug, dass es sich gelohnt hätte, mir Bücher aus dieser Reihe zu kaufen. Umso erfreuter war ich über die Notizbücher, die ebenso gestaltet sind. Sie tragen zudem diverse Titel wie ein „richtiges“ Buch. Obwohl ich als Titel La grande vie nicht übel (wenn auch etwas prätentiös) fand, entschied ich mich für das kleine, handliche Notizbüchlein mit dem famosen Titel Banalité.

antibes

Sehr genossen habe ich auch unseren kleinen Ausflug ins nahe Antibes, das ich besonders gern mag. Denn anders als in Nizza, wo man am Meer entlang der stets sehr vollen Promenade des Anglais spaziert, sind die Spaziermöglichkeiten in Antibes abwechslungsreicher und vor allem weniger voll.

antibes_nomade_by_jaumeplensa

Bei unserem Spaziergang am Meer begegneten wir auch Jaume Plensas „Nomade“, eine Stahlskulptur, die sich aus lauter Buchstaben zusammensetzt. Sie ist nicht nur von allen Seiten schön anzusehen, sondern auch von innen. Klar, dass mir diese Skulptur besonders gut gefallen hat.

antibes_femme_de_lettres

Der Bummel durch die engen Gassen der Altstadt Antibes mündete an einem Platz bei einem Café au lait.

antibes_gasse

12 Kilos!

Nein, so viel habe ich im Urlaub nicht zugenommen, obwohl unsere Gastgeber uns wieder mit köstlichen Speisen verwöhnten. Im letzten Beitrag hatte ich ja von meinem zigsten Versuch berichtet, mein Gepäck zu erleichtern. Und siehe da: Der neue leichte Koffer wog samt Inhalt nur 12 Kilos! Damit war er um mindestens 4, 5 Kilos leichter als meine früheren Reisekoffer. Und wenn ich nicht noch so viele überflüssige Kleidungsstücke dabei gehabt hätte, wie etwa drei warme Pullis, hätte ich womöglich noch weniger zu tragen gehabt.

E-Lesen

Was mir sicher ein paar Kilos sparte, war mein neuer E-Book-Reader. Besonders viel gelesen habe ich zwar nicht (stattdessen viel Doppelkopf gespielt), aber ich las immerhin den Seewolf und im Mann ohne Eigenschaften. Gerade letzteren habe ich zusätzlich als vielseitigen Roman, der auch als Taschenbuch kein Leichtgewicht ist. Da ist so ein Reader deutlich handlicher. Überhaupt fiel mir der Wechsel nicht schwer, allerdings freue ich mich nun wieder darauf, eines meiner Weihnachtsgeschenkbücher zu lesen. Handlich hin oder her, es ist natürlich ein anderes Gefühl, aber das muss nicht negativ sein. Im Grunde ist es in der Praxis so, wie ich es mir schon dachte: Für unterwegs ist ein E-Book-Reader prima, aber daheim dürfen es gern weiterhin analoge Bücher sein.

Insgesamt war es ein rundum gelungener kleiner Urlaub : )

 

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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19 Antworten zu Winter in Nizza

  1. Trippmadam schreibt:

    Der Nomade aus Buchstaben gefällt mir gut, weil ich immer mehr überzeugt bin, dass letztendlich nur Sprache Heimat sein kann. (Ich sollte etwas darüber bloggen.) Die Umschlaggestaltung bei Gallimard gibt es schon seit ewigen Zeiten, glaube ich. Ich kenne sie aus den Regalen meiner Großmutter. Und was das Lesen in der Fremdsprache betrifft: einfach anfangen, irgendwann beginnt, etwas zu kapieren. (In El País habe ich anfangs nur das Horoskop, die Comics und die Gesellschaftsnachrichten gelesen;-) Das entsprach damals meinen Fähigkeiten.)

  2. Pingback: [Philea’s] Winter in Nizza – #Literatur

  3. Pit schreibt:

    Sieht wirklich nach einem schoenen (Kurz)urlaub aus, liebe Petra.
    Hab‘ einen feinen Sonntag,
    Pit

  4. Tobi schreibt:

    Liebe Petra,

    in Antibes war ich die letzten Tage auch einige Male. Ok, nur literarisch, in „Villa America“ (Rezension folgt in Kürze). Also hört sich nach einen schönen Urlaub an und da werd ich schon ein bisschen neidisch 😉

    Dein bisheriges Ebookreader-Resumee würde bei mir wahrscheinlich ganz ähnlich ausfallen. Wir hatten damals im Urlaub auch den Kindle dabei und uns dann Abends im Bett immer gegenseitig vorgelesen. Das war schon sehr praktisch, aber ein richtiges Buch ist eben ein richtiges Buch 😉

    Liebe Grüße und willkommen zurück im sibirischen Deutschland
    Tobi

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Lieber Tobi, ich freu mich schon auf deine Rezension : ) Hier ist es bitterkalt & ich hab mich auch ordentlich erkältet, seufz. Aber dafür hab ich wenigstens schöne Erinnerungen an die schöne Zeit bei unseren Freunden. Liebe Grüße!

  5. buchpost schreibt:

    Hi, dann wünsche ich dir, dass Sonne und Urlaubsimpressionen noch eine Weile vorhalten. LG, Anna

  6. gkazakou schreibt:

    Da hattet ihr offenbar gute Tage, ich freu mich mit euch! Das trompe-d’oeul wollte mir nicht aufgehen: ist es der untere Teil der Fassade mit den Jalousien? Sehr schön die Buchstabenskulptur – kommt mir irgendwie vertraut vor, wo ich ständig an meinem Alphabet bastele. Gewöhnt euch gut ein und bleibt gesund! Gerda

  7. puzzleblume schreibt:

    Von Buchstaben umfangen zu sein symbolisiert das hübsche Bild von dir im „Nomaden“ wunderbar.
    Auch die anderen Fotos erzählen von einem schönen Urlaub.
    Deine Erfahrungen mit dem e-Book-Reader habe ich ähnlich gemacht, zuhause lese ich meistens „richtige Bücher“ lieber. Aber Fremdsprachliches bzw. Reiseführer etc. lesen sich wegen der Übersetzungsfunktion und dem direkten Zugriff auf Wikipedia auf meinem Kindle sehr angenehm und dafür nutze ich ihn auch gern daheim, vor allem, weil man sich so etwas auch bloss einmal ausleihen kann.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Finde ich auch, liebe Puzzle, quasi die Femme de lettres als Art Insider ; )
      Das mit der Übersetzungshilfe ist bestimmt sehr hilfreich, gerade bei französischen Texten (zumindest in meinem Falle). Bücher zu leihen, habe ich bisher noch nicht ausprobiert. Aber toll ist auf jeden Fall, dass es die Klassiker so günstig in der E-Version gibt. Liebe Grüße!

  8. Susanne Haun schreibt:

    Liebe Petra,
    ich habe einen Tolino ebook Reader und bin von ihm sehr angetan. Vor allem, weil ich auch die pdfs der Uni damit lesen kann. Da zur Zeit das Gepäck auch teurer als der Flugpreis selber ist, reduzieren wir uns auch immer mehr. In der Regel fliegen wir mit Handgepäck, über das Wochenende kommen wir mit unseren Tagesrucksäcken aus. Eine neue Herausforderung werden unsere 20 kg gemeinsames Gepäck für 3 Wochen Sizilien. Mal schauen, wie wir das hinbekommen.
    Einen guten Einstieg ins Jahr 2017 wünscht dir Susanne

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ein glückliches neues Jahr auch dir, liebe Susanne!
      20 Kilo – zu zweit? Also 10 Kilo pro Person?? Für 3 Wochen??? Ui, das klingt nach einer echten Herausforderung! Ich fürchte, daran würde ich scheitern … Andererseits: Vielleicht wenn man öfter mal selbst wäscht? Wenn das Wetter gut ist, trocknet es ja auch schnell. Hmmmm. Da wünsche ich mir ja fast einen Beitrag von dir zu diesem Thema ; ) Liebe Grüße!

      • Susanne Haun schreibt:

        Ich habe es abgespeichert 🙂 Kofferinhalte zeichnen ist bestimmt auch spannend 🙂 Wir fliegen mit Rynair. Pro Passagier ist bei dieser Fluggesellschaft ein Handgepäcksstück mit einem Gewicht von bis zu 10 kg sowie maximalen Abmessungen von 55 x 40 x 20 cm erlaubt. Ich habe so einen kleinen Koffer. Das schöne bei Rynair ist, dass ich auch zusätzlich noch eine Handtasche mitnehmen kann. Das ist zum Beispiel bei easyjet nicht möglich. Da muss dann die Handtasche in den Handgepackrollkoffer. Zum einen kann man tatsächlich waschen aber in der Regel ziehe ich im Sommer nur Kleider an, die sind leicht und dann habe ich nach dem Zwiebelprinzip ein oder zwei Strickjacken dabei.
        Liebe Grüße von Susanne

  9. Pingback: Die einzige Heimat ist die Sprache – Geschichten und Meer

  10. Madame Filigran schreibt:

    Danke für diesen Text, liebe Petra!
    Nachdem der Kommentar meiner Erinnerungen immer länger wurde, habe ich lieber einen Beitrag daraus gemacht:
    https://tangofiligran.wordpress.com/2017/01/08/heimat-der-heimatlosen/
    Liebe Grüße

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