Griechische Reiseandenken

Entspannen, entdecken, genießen – das war das Motto unserer Ferien, die entsprechend schön und erholsam waren. Viel gelesen habe ich, in Athen natürlich auch „Kunst gekuckt“ und außerdem ein paar Reiseandenken kleinerer und größerer Art erworben.

Kunst in Athen

Diesmal findet die Documenta zum Teil in Athen statt. Klar, dass wir uns das ein bisschen ansehen wollten. Falls ihr demnächst selbst nach Athen reist, möchte ich euch zwei Sehenswürdigkeiten besonders ans Herz legen: Die Galerie „The Breeder“ in der Iasonos Straße 45 und das Nationale Museum für zeitgenössische Kunst, kurz EMST, in der Kallirrois und Amvrosiou Frantzi.

Die Galerie „The Breeder“ wirkt zunächst durch das riesige geschlossene Eisentor und keinerlei Hinweise darauf, ob man hier auch wirklich richtig ist, etwas unnahbar. Drückt man den roten Knopf, so wird Einlass gewährt – und dann ist alles ganz anders. Die große einstige Eisfabrik ist hell und freundlich und bietet auf mehreren Etagen hochinteressante Arbeiten. Sehr sehenswert!

Ebenfalls zu empfehlen ist das EMST, eine ehemalige Bierbrauerei, die in ein imposantes, hochmodernes Museum verwandelt wurde. Auch hier gibt es auf mehreren Etagen und sehr weiträumig Platz für viele unglaublich interessante Arbeiten. Am tiefsten beeindruckten mich jene der sardinischen Künstlerin Maria Lai. Zufällig haben sie auch meiner Schwiegermutter besonders gut gefallen und sie hat dazu einen sehr lesenswerten Beitrag auf ihrem Blog mit vielen Fotos gepostet.

Gut essen

In Athen waren wir mit Freunden in dem libanesischen Restaurant Mandaloun in der Leoforos Kifisias 226 im Stadtteil Chalandri.  Köstliche Salate, saftige Falafel, tolle Tajine-Gerichte, prima Weine.

In der Nähe von Kalamata auf dem Weg nach Kitries gibt es eine hübsche kleine Taverne mit gutem Essen und wunderbarem Blick aufs Meer: „Taverna Babis“. Hier waren wir mehrmals und verspeisten gegrillten Oktopus, Salat, frittierte Zucchinischeiben, Tsatsiki und manches mehr. Das Eingangsfoto zeigt den Blick, den man bei „Babis“ zum Essen genießen kann.

Ferienlektüre

Obwohl mein Reader gut befüllt war, konnte ich doch nicht widerstehen, auch ein Buch zu kaufen, vornehmlich wegen des Titels. The Muse von Jessie Burton – wenn irgendwo „Muse“ draufsteht, komme ich wohl einfach nicht drumrum. Eigentlich war der Roman interessant und gut geschrieben, doch hinterließ er bei mir ein schales Gefühl, weil viele der großen Themen, die angeschnitten wurden (Rassismus in England, der spanische Bürgerkrieg, Nazizeit etc.) eher als Staffage dienten. Sprich: Die Handlung auf zwei Zeitebenen hätte theoretisch auch auf anderen Zeitebenen und dann eben mit anderer Ausstattung stattfinden können.

Sehr unterhaltsam dagegen war Robin Sloans Mr. Penumbra‘s 24-hour bookstore, der Roman gefiel mir auch deshalb so gut, weil er nichts anderes als gute Unterhaltung sein wollte und prima IT-Nerds und Büchernerds zu vereinen wusste. Bisschen Dan Brown für Buchfinken und gerade richtig für die Ferien.

Mein Favorit war The Awakening von Kate Chopin, ein früher amerikanischer feministischer Roman von 1899: Langsam, aber sehr gut erzählt, stilistisch ansprechend, unbedingt zu empfehlen! Es geht um eine junge verheiratete Frau, die sich nach und nach freischwimmt und dabei immer wieder auf die Grenzen ihrer Zeit und Gesellschaft stößt. Sie erarbeitet sich immer mehr Freiräume, verzichtet auf rein gesellschaftlich relevante Kontakte zugunsten echter Freundschaften und ist bereit, ihre Ehe aufs Spiel zu setzen.

Danach las ich Charles Dickens‘ Great Expectations, kannte ich zwar schon von einer Verfilmung, störte mich aber nicht. Hübscher Schmöker.

Bei meiner Schwiegermutter fand ich noch zwei weitere gute Bücher: Sie schrieben mir oder was aus meinem Poesiealbum wurde von Brigitte B. Fischer – sehr lohnend, nicht nur wegen des Lebens der Verlegertochter und späteren Verlegerin, sondern auch wegen der vielen Lebensschnipsel, die sie miterzählt bzw. die sich in Poesiealbumseinträgen, Briefen, Postkarten etc. erschließen: Zuckmayer, Rilke, Hofmannsthal, Keyserling, Thomas Mann und viele, viele mehr. Dazu eine Menge Fotos und faksimilierte Handschriften – ein tolles Dokument.

Und zuletzt noch Zahltag von Petros Markaris. Der Athener Kommissar ermittelt diesmal im Steuerbetrügerfilz. Der Krimi fängt sehr gut die nun schon seit einigen Jahren dauernde Stimmung der Menschen während der Finanzkrise ein und zeigt die diversen Auswirkungen bis hin zu wirrköpfigen Verschwörungstheorien.

Mitbringsel

Natürlich musste auch ein bisschen eingekauft werden: Gewürze, Süßigkeiten, Sandalen und eine wunderschöne Bouzouki für meinen Liebsten.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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14 Antworten zu Griechische Reiseandenken

  1. gkazakou schreibt:

    Die tulpenartige Zitrone auf dem Notenblatt erinnert mich an einen schönen Moment im Garten. Sei herzlich gegrüßt, liebe Philea, von deiner „Schwiegermutter“. Kommt bald mal wieder vorbei!

  2. herbstblatt101 schreibt:

    Hallo liebe Petra!
    Ich habe schon gedacht, ihr kommt nicht mehr zurück. Aber wie ich aus deinem Reisebericht entnehme, habt ihr eure Auszeit (euren Urlaub) richtig gut ausgekostet und genossen. Kalamata muss ich mir unbedingt mal ansehen. Wenn ich mich nicht irre, hast du schon einmal über diese wunderschöne Gemeinde geschrieben.

    Alles Liebe,
    Tanja

    PS: Die Bouzouki ist sehr hübsch!

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Tanja, auch der längste Urlaub ist irgendwann vorbei ; ) Aber so lange war er eigentlich gar nicht, gut 2 Wochen. Die Bouzouki klingt auch sehr schön, besser als die „alte“. Ich schwanke immer zwischen die oder das Bouzouki, im Griechischen to, also das … Im Deutschen sind Saiteninstrumente ja meist weiblich (Gitarre, Zither etc.), das Cello aber nicht. Liebe Grüße!

  3. Pingback: [Philea’s] Griechische Reiseandenken – #Literatur

  4. Susanne Haun schreibt:

    Guten Morgen, Petra,
    ein schöner Bericht von der documenta aus einer anderen Perspektive. Ich quatsche ja viel mit Gerda und verfolge nicht nur ihre Dokumenta – Berichte.
    Ja, das Lesen, seit dem Studium komme ich wirklich wenig dazu andere Lektüre als Kunsthistorische oder Philosophische zu lesen. Im Moment beschäftige ich mich mit dem Unvollendeten als künstlerische Form von 1954. Aber irgendwann habe ich auch wider Zeit, andere Lektüre zu lesen.
    Einen schönen Tag von Susanne

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Susanne, während des Studiums vergeht viel Lesezeit tatsächlich mit der fürs Studium nötigen Lektüre. Aber ab und zu etwas anderes ist schon schön & entspannend. Finde ich übrigens fein, den Austausch von dir & Gerda, von dem wir Bloggäste ja z. T. auch was haben : ) Liebe Grüße!

  5. Tobi schreibt:

    Liebe Petra,

    na das hört sich nach einen gelungenen Urlaub an. Dickens seine Großen Erwartungen habe ich auch schon gelesen, fand es ganz nett und gelungen, war aber nicht den großen Knaller, den ich mir erwartet hatte.

    Mr. Penumbra‘s 24-hour bookstore hatte ich mal kurz auf den Schirm, aber das hatte damals eher durchwachsene Bewertungen. Aber dann scheint das Buch gar nicht so übel zu sein. Zumindest wenn man aus der Buchbloggerecke kommt 😉

    Willkommen daheim und viel Spaß in DE wieder 😉

    Liebe Grüße
    Tobi

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Danke, lieber Tobi : )
      Der Penumbra könnte dir gefallen, als echter (Bücher)Nerd & so, aber auch The Awakening, Das Erwachen von Kate Chopin könnte in dein Beuteschema fallen, Frauenschicksal, 19. Jahrhundert, gut geschrieben, Klassiker &c. – probier’s mal! Liebe Grüße!

  6. Ulli schreibt:

    Liebe Petra, schön deine Sicht zu sehen und zu lesen, ansonsten verfolge ich ja in dem Punkt stetig deine Schwiegermutter 😉 – danke, dass du dir deins zeigst!
    herzliche Sonntagabendgrüße
    Ulli

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