Lesezeichen

Nach längerer Sendepause (Ferien gemacht, auf einer schönen Hochzeit gewesen &c.) mal endlich wieder ein Lese- oder auch Lebenszeichen von mir. In den vergangenen Wochen habe ich jedenfalls viel Zeit zum Lesen gehabt und diese auch ordentlich genutzt.

Obwohl mein E-Book-Reader wohl gefüllt war, las ich dann doch vor allem analog, da ich so viele interessante Bücher in den Beständen meiner Schwiegereltern fand. Insgesamt eine gute Mischung, wie ich finde. Hier in Kürze meine Lektüren:

Jenseits von Babylon von David Malouf

Dieser Roman war der erste aus der Bibliothek meiner lieben Schwiegermama – und es war auch mein persönliches Highlight. Der Roman spielt Mitte des 19. Jahrhunderts in Australien, wo drei Kindern sozusagen ein Mensch vor die Füße fällt. Ein Weißer, der viele Jahre mit den Aborigines gelebt hat. In dem Roman geht es vor allem um die Folgen seiner Rückkehr in die Welt der Weißen, aber auch um verschiedene Lebensläufe der Siedler, Fremdheit, Identität, Sprache und vieles mehr. Ein ausgezeichneter Roman, zu dem ich noch ausführlicher bloggen werde.

Das Geräusch einer Schnecke beim Essen von Elisabeth Tova Bailey

Ein schönes kleines Buch, autobiographisch, von einer Frau, die seit einer schweren Erkrankung fast nur im Bett liegen kann und sich immer mehr für die kleine Schnecke in ihrer Topfpflanze interessiert. Sie wird mit der Zeit zur Schneckenexpertin – und man möchte sich selbst glatt eine Topfpflanze mit Schnecke besorgen. Wenn uns auch wohl in unserem ereignisreichen Alltag die Ruhe zur intensiven Beobachtung fehlen würde. Auch dieses Buch werde ich noch gründlicher vorstellen.

Die Wahrheit und andere Lügen von Sascha Arango

Der erfolgreiche Schriftsteller Henry hat einiges zu verbergen: Seine Geliebte, die außerdem schwanger ist, beispielsweise, oder auch das Geheimnis seines Erfolgs. Spannender Krimi, der noch dazu in der Welt der Literatur spielt. Was will man mehr.

Das Quartett von Manuel Vázquez Montalbán

Die Geschichte des Quartetts, das aus zwei Pärchen aus der Welt der Schönen und Reichen und der ganz schön Reichen besteht, wird gewissermaßen vom fünften Rad am Wagen erzählt, dem ebenfalls reichen Ästheten Ventòs. Die beiden Pärchen sind zehn Jahre jünger als er, warum sie so einen Narren an ihm gefressen haben, ist nicht ganz klar. Erzählt wird arg unterkühlt, von freundschaftlichen Gefühlen merkt man wenig, doch brodelt hier und da die Leidenschaft unter der dekorativen Oberfläche. „Ich bin nicht der, der ich zu sein scheine“ sagt der Ich-Erzähler von sich, das scheint auch für die übrigen Personen zu gelten. Dann gibt es noch die schöne Leiche und natürlich die Frage, wer sie so malerisch ertränkt hat. Kann man sich leider nur allzu bald denken.

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson

Sehr unterhaltsamer Roman über die Verwicklungen, die besagter Hundertjähriger mit seinem Verschwinden auslöst bzw. seine sich daraus ergebenden Abenteuer, die er bestehen muss, sowie auch über sein langes, ereignisreiches Leben. Allan, die Hauptfigur, war zwar politisch nicht besonders interessiert, doch als autodidaktischer Sprengstoffexperte zog er die Aufmerksamkeit etlicher Politiker aus der ganzen Welt auf sich, die seine Fähigkeiten ganz gern für ihre Zwecke nutzen wollten. Rasanter Schelmenroman, sehr amüsant und die so nebenbei angebrachten politischen Anmerkungen sind keinesfalls seicht.

Absent in the Spring von Agatha Christie

Auf diesen guten kleinen Roman kam ich über eine Empfehlung von Anna auf Buchpost, die ich euch, gemeinsam mit dem Buch, wärmstens empfehle.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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4 Antworten zu Lesezeichen

  1. buchpost schreibt:

    Freut mich, wenn dir Absent in the Spring gefallen hat. Neugierig macht mich jetzt vor allem der erste von dir genannte Titel. Und vielen Dank für die Verlinkung. Liebe Grüße aus dem Dauerregen. Anna

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Anna, über das erste Buch werde ich bald mehr bloggen, es ist so faszinierend und vielschichtig, dass ich es nicht nur so kurz abhandeln will, Mir hat es ausgezeichnet gefallen und ich hab’s gleich meinem Liebsten weitergereicht, der es ebenfalls sehr gut fand. Also: Große Empfehlung : ) Liebe Grüße aus dem ebenfalls sehr verregneten Karlsruhe!

  2. gkazakou schreibt:

    Liebe Petra, ich freu mich von dir zu hören bzw zu lesen. Eine Frage: Ich kenne nur die beiden ersten und das vierte genannte Buch (und schätze sie alle drei sehr) – und bin nun neugierig auf die zwei anderen. Hast du die auch bei uns gefunden?

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Gerda, ja, die habe ich – bis auf „Absent in the Spring“ – alle bei euch gefunden : ) Die Krimis sind möglicherweise in Kalamata … Viel Erfolg beim Suchen & viele liebe Grüße!

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