Lektürenotizen rund um Daphne du Maurier

In letzter Zeit habe ich mich mal wieder mit Literatur von und zu Daphne du Maurier befasst: Romane, ihre Beschreibungen ihres geliebten Cornwalls &c. Es fing ganz harmlos an …

Zufällig fand ich eine Ausgabe von Zauberhaftes Cornwall, an der ich natürlich nicht vorbeikam, leider keine illustrierte Ausgabe, aber dafür günstig (übersetzt von Brigitte Heinrich). Zumal ich das Büchlein schon lange lesen wollte. Die Schriftstellerin Daphne du Maurier beschreibt darin ihre Wahlheimat unter verschiedenen Aspekten und mit viel Herz. Es geht um Sagen, Religion, Aberglaube, um Exzentriker und Gruben, Häfen und natürlich immer wieder um die wunderschöne Landschaft. Interessant, dass sie sich bereits in den 1960er Jahren, in denen das Buch entstand, über die vielen Touristen auslässt. Die sind vermutlich mit den Jahrzehnten nicht weniger geworden. Auf einer Hochzeit im letzten Jahr trafen wir ein Paar, das in Cornwall lebt und uns anschaulich von den vielen TouristInnen auf den Spuren Rosamunde Pilchers erzählte …

Jedenfalls machte mir Zauberhaftes Cornwall Lust, mal wieder Margaret Forsters wirklich sehr gelungene Biographie zu Daphne du Maurier zu lesen. Zuletzt tat ich dies vor 10, 15 Jahren und hatte einiges wieder vergessen. Unter anderem, dass sie ihren großen Erfolgsroman Rebecca, der ja in weiten Teilen auf Manderley spielt, einem Anwesen, das sie dem real existierenden Anwesen Menabilly nachempfunden hat, keineswegs in Cornwall oder gar auf Menabilly entstand, sondern in Alexandria. Dorthin hatte sie ihren Mann begleitet, der dort stationiert war, und sie hasste den Ort von Herzen. Menabilly bezog sie erst später, der Sitz gehörte ihr nie, sie wohnte dort jahrzehntelang zur Miete, steckte wohl auch sehr viel Geld in Sanierung und Erhalt des Gebäudes und musste es doch eines Tages verlassen und ihr Alter in einem kleineren, vielleicht auch bequemeren Haus verbringen. Doch sie sollte Menabilly immer nachtrauern. Sehr interessant auch in dieser Biographie, was Margaret Forster herausarbeitet zu den verschiedenen Romanen, Kurzgeschichten &c., was du Maurier eigentlich daran wichtig war und wie ihre Schriften aber von ihrem Verleger bzw. ihrem Lesepublikum verstanden worden sind.

Nach der Biographie musste ich natürlich dringend wieder Rebecca lesen, ein Buch, das mir einfach nicht langweilig oder zu viel wird, egal, wie oft ich es lese. Bei der Gelegenheit sahen wir uns auch mal wieder die Verfilmung von Alfred Hitchcock an, der die Vorlage allerdings an entscheidenden Stellen verändert hatte. Dennoch finde ich den Film gelungen, die Atmosphäre sehr stimmig. Der Roman entstand Ende der 30er Jahre und war ein Riesenerfolg, bis heute verkauft er sich. Erst gut ein Jahrzehnt später landete Daphne du Maurier mit My Cousin Rachel erneut einen Bestseller. Dieses Buch hatte ich irgendwann als Jugendliche und auf Deutsch gelesen, aber nur einmal (im Gegensatz zu Rebecca), daher besorgte ich mir nun die englische Version, die ich gerade noch einmal lese – eigentlich ein sehr spannender Roman über einen jungen Mann, der seine Cousine des Mordes an ihrem Gatten und seinem Cousin Ambrose verdächtigt – und ihr schließlich selbst verfällt. Es gibt auch eine ziemlich aktuelle Verfilmung mit Rachel Weisz, die wir uns angesehen haben. Mir hat sie gut gefallen. Natürlich wurde auch hier die Vorlage ein bisschen verändert, in welche Maße genau, kann ich allerdings noch nicht sagen, da ich My Cousin Rachel noch nicht ausgelesen habe. Von meiner ersten Lesebegegnung mit Rachel ist mir leider nicht mehr genug in Erinnerung, um das beurteilen zu können. Auch dieser Roman spielt in Cornwall und ich träume mich in lesefreien Zeiten immer wieder dorthin. Bisher war ich nur in Büchern dort, eines Tages möchte ich es selbst bereisen.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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16 Antworten zu Lektürenotizen rund um Daphne du Maurier

  1. buchpost schreibt:

    Hallo Petra, es ist beim Lesen doch immer wieder schön, wie so eins zum anderen kommt und kleine und größere Landkarten und Vernetzungen entstehen. Noch viel Freude bei Daphne 🙂 und liebe frühlingshafte Grüße, Anna

  2. Tobi schreibt:

    Liebe Petra,

    Rebecca habe ich vor gar nicht langer Zeit gelesen und finde das Buch auch einfach nur super. Das hat mich auch so richtig gefesselt. Von du Maurier wollte ich auf jeden Fall noch mehr lesen. Was kannst du mir da als Lektüre noch besonders ans Herz legen?

    Liebe Grüße
    Tobi

  3. Achim Spengler schreibt:

    Als weiterer Lesetipp an Tobi: Jamaica Inn (von Daphne du Maurier)

  4. nweiss2013 schreibt:

    Liebe Petra,
    ein schöner Beitrag, der zeigt, daß man einfach immer mehrere Bücher lesen muß! Danke dafür und viele Grüße
    Norman

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Danke dir, lieber Norman! Beim Lesen in solchen Bündeln hab ich zudem das Gefühl, dass ich mir die Informationen zur Biographie &c. besser merken kann – & es ist auch einfach schön, sich eine Weile in einer bestimmten „Welt“ aufzuhalten. Liebe Grüße!

  5. nettebuecherkiste schreibt:

    Das will ich auch lesen! Ich schaue zurzeit die BBC-Serie „Poldark“, die in Cornwall im ausgehenden 18. Jahrhundert spielt, da passt das wunderbar! 🙂

  6. entdeckeengland schreibt:

    Irgendwann muss ich Daphne du Maurier auch in Angriff nehmen. Der Film „My Cousin Rachel“ hat mir auch gut gefallen, sehr atmosphärisch und Rachel Weisz war eine klasse Besetzung. Liebe Grüße, Peggy

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