Blogparade der Frauenleserin

Frauenleserin Kerstin Herbert hat zu einer Blogparade aufgerufen, bei der es darum geht, wie viele Bücher von Autorinnen man 2018 gelesen hat, ob man vielleicht auch eine interessante Entdeckung machte und derlei mehr. Das ist eine feine Idee für einen Jahresrückblick auf die eigene Lektüre.

Kerstin stellt für die Blogparade fünf Fragen, entlang derer man sich beim Mitmachen hangeln kann. Die erste Frage betrifft die „Frauenquote“, also wie viele Bücher man 2018 gelesen und/oder rezensiert habe und wie viele davon von Frauen geschrieben worden sind.

Wie viele Bücher von Frauen und Männern ich bislang auf diesem Blog rezensierte, fragte ich mich erstmals im Sommer 2017 und zählte damals nur 140 von Frauen, aber 235 von Männern. Nun war ich selbst gespannt, wie sich mein Gelese wohl 2018 verteilt haben mochte. Das Jahr 2018 war für mich ja insgesamt ziemlich speziell. Es gab auch wenig Rezensionen auf meinem Blog, obwohl ich viel las. Wie viele Bücher es genau waren, konnte ich nicht herausfinden, aber doch zumindest annähernd durch E-Book-Käufe und Erwähnungen meinerseits auf Twitter nachvollziehen. Da komme ich auf runde 50, eventuell waren es mehr, aber diese 50 sind schon mal sicher. In anderen Jahren las ich mehr, doch 2018 habe ich Chemo- und Bestrahlungs-bedingt auch gefühlt Prime und Netflix leer gekuckt (dabei übrigens auch wichtige Bilderlücken wie etwa zu Downton Abbey schließen können) und entsprechend wohl weniger gelesen.

Von diesen 50 nun waren 29 Bücher von Frauen, 21 von Männern geschrieben. Nicht, weil ich bei irgendeiner Challenge mitgemacht hätte, 2018 war für mich in anderer Hinsicht schon challenging enough, sondern einfach nur durch pures Interesse geleitet.

Als nächstes fragt Kerstin: „Welches Buch einer Autorin ist Dein diesjähriges Lesehighlight?“ Da gab es mehrere. Offenbar hatte ich bei meinen Buchkäufen 2018 ein besonders glückliches Händchen. Im Bereich Reiseführer gefiel mir besonders der literarische zur Normandie von Sabine Grimkowski. Unbedingt empfehlenswert, falls ihr demnächst eine Reise in diese Gegend plant. Bei den, ich nenne sie jetzt mal: „Bilderbüchern“ gab es auch etliche, die mir großen Spaß gemacht haben, z. B. Christiane Frohmanns Präraffaelitische Girls erklären das Internet, Vita Sackville-Wests Eine Frau von Geist und dann noch eines, das ich vor allem wegen des Titels bestellte: A Perfectly Kept Home is a Sign of a Misspent Life von Mary Randolph Carter. Von den Romanen möchte ich folgende nennen: Karen Duves Fräulein Nettes letzter Sommer, Verena Rossbachers Ich war Diener im Hause Hobbs (ein so schön wenig allwissender Erzähler) und Die Frauen von Mitford Manor von Jessica Fellowes (tolle Idee, eine Krimireihe rund um die interessanten Mitford-Schwestern zu starten, auch sehr gut recherchiert). Aber auch Wiederlesen macht Freude: Rebecca von Daphne du Maurier und Ein Zimmer für sich von Virginia Woolf lese ich immer wieder gern.

Bei der nächsten Frage nach einer Autorin, die ich 2018 für mich entdeckt habe, muss ich passen bzw. eine Umleitung nehmen: Im Jahr zuvor „entdeckte“ ich Marion Poschmann und las begeistert ihre Kieferninseln. Als ich zum Geburtstag 2018 ihre Mondbetrachtung in mondloser Nacht geschenkt bekam, konnte ich feststellen, dass mir auch ihre Essays ganz ausgezeichnet gefallen. Von ihr möchte ich noch mehr lesen.

„Welche weibliche Lebensgeschichte bzw. Biografie hat Dich in diesem Jahr besonders beeindruckt (und warum?)“, fragt Kerstin. Hier würde ich den biographischen Roman von Karen Duve über Annette von Droste-Hülshoff nennen. Von ihr kannte ich nur Die Judenbuche, war damals bei uns Unterrichtslektüre. Duves Roman machte mir Lust, auch ihre Gedichte zu lesen. Mir gefällt ihr Durchhaltevermögen, wie sie trotz diverser Schwierigkeiten ihren Weg geht und schreibt.

Zum Schluss fragt Kerstin: „Welches Buch einer Autorin möchtest Du in 2019 unbedingt lesen?“ Das neue Buch von Kate Atkinson interessiert mich, außerdem möchte ich mehr von Meg Wolitzer lesen (von ihr las ich gestern Die Ehefrau) und, wie schon gesagt, von Marion Poschmann.

So ein kleiner Rückblick auf die eigenen Lektüren unter bestimmten Aspekten macht Spaß – vielleicht macht ihr auch mit bei der Blogparade? Noch bis 12. Januar habt ihr dazu Zeit!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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18 Antworten zu Blogparade der Frauenleserin

  1. nweiss2013 schreibt:

    Liebe Petra,
    ich wünsche Dir ein gutes neues Jahr!
    Mein Pensum lag im letzten Jahr bei 37 Büchern, davon waren vier von Frauen geschrieben, eins von einer Frau und einem Mann verfaßt und ein weiteres von einer Frau und einem Mann herausgegeben. Beim Einkauf waren von den 48 immerhin 11 von Frauen verfaßt bzw. herausgegeben.
    Viele Grüße
    Norman

  2. SätzeundSchätze schreibt:

    Liebe Petra,
    witzig – während der Feiertage hatte ich Lust zu Schmökern und wieder einmal „Rebecca“ gelesen (und dazu natürlich Hitchcock geguckt). Und nun „Schloß Chevron“ von Sackville-West. Ach, mit den englischen Ladies kann man einfach so gut faulenzen 🙂

    Dir wünsche ich für das neue Jahr noch weitere interessante literarische Entdeckungen (ich bekomme bei dir soviele Tipps und Anregungen – danke!), leckeres Eulenessen und vor allem Gesundheit!

    Liebe Grüße, Birgit

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Birgit, herzlichen Dank für die guten Wünsche! Ich wünsche dir ein wunderschönes und gesundes neues Jahr voller Bücherglück und Entdeckungsfreude : )
      Die englischen Ladys sind wirklich famos! Und Schloss Chevron kenne ich noch nicht, das klingt auch gut (hab gerade danach gegoogelt). Also, das Kompliment mit den tollen Entdeckungen kann ich dir auch machen! Liebste Grüße!

  3. Claudia schreibt:

    Liebe Petra,
    ich wünsche dir ein frohes und gutes und vor allem: gesundes Jahr 2019! – Und wie bei so vielen anderen Rückblicken finde ich auch bei dir mehr Anregungen für lesenswerte Bücher als dass ich Bücher wiederentdecke, die ich auch schon gelesen habe.
    Viele Grüße, Claudia

  4. Frauenleserin schreibt:

    Liebe Petra.
    Ich freue mich, dass Du Dich an meiner Blogparade beteiligst.

    Virginia Woolfs Ein Zimmer für sich allein habe ich im letzten Jahr (oder war es schon 2017?) zum ersten Mal gelesen. Das hat mir auch sehr gut gefallen. Etwas entsetzt war ich aber, dass vieles von dem, was darin abgesprochen wird, in gewisser Weise auch heute noch gilt.

    Viele Grüße.
    Kerstin

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Es war mir ein Vergnügen, liebe Kerstin!
      Du hast Recht, Virginia Woolfs Gedanken sind weiterhin aktuell. Ich denke, das ist einer der Gründe, warum ich sie immer wieder lesen möchte. Es gibt ja auch etliche modernere Bücher, etwa Mary Beards Frauen und Macht, aber Woolf bewegt mich stärker. Herzliche Grüße!

  5. Susanne Haun schreibt:

    Liebe Petra,
    auch von mir ein gelungenes, gutes Jahr 2019, vor allem sehr viel Gesundheit und Erholung von deiner Krankheit.
    Ich habe schon mal im Geist die Bücher gezählt, die ich letztes Jahr las und hörte. Bei mir ist das Verhältnis von Autorin und Autor ungefähr ausgeglichen. Eher mehr Frauen als Männer 😉
    Liebe Grüße von Susanne

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Herzlichen Dank, liebe Susanne! Ich wünsche dir ein glückliches und gesundes neues Jahr!
      Interessant, dass es ausgewogen ist, obwohl du wahrscheinlich auch nicht gezielt gelesen hast, also absichtlich halb Frauen, halb Männer. Und interessant auch, dass sich deine und meine „Ergebnisse“ nicht z. B. in Feuilletons widerspiegeln, wo immer noch mehr Bücher von Männern rezensiert werden. Liegt sicher auch daran, dass wir viele Entdeckungen selbst machen. Liebe Grüße!

      • Susanne Haun schreibt:

        Du hast recht, Petra, ich habe meine Bücher nicht gezielt unter dem Genderaspekt ausgewählt, sondern danach, was mich interessiert. Ich denke auch, dass es an den hohen Anteil an männlichen Autoren im Feuilleton-Bereich. LG Susanne

  6. Pingback: Frauen lesen | Geschichten und Meer

  7. Sofasophia schreibt:

    Kate Atkinson? Neu? Oh, wie heißt es? (gleich suchmaschinen/habenwill) Und die Präraffaelistischen Girls will ich mir dann auch endlich mal leisten, sobald es das Budget zulässt … Eine feine Leseliste hast du da!

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