Die Erbseninseln

Ein Reiseführer der besonderen Art: informativ, fantasievoll und überaus amüsant. Mit diesem reizenden und schön gestalteten Büchlein entfaltet Doris Brockmann eine kleine Welt voll unterschiedlicher Themen und Stimmen zu den Erbseninseln.

Erbseninseln, das klingt ja schon irgendwie erfunden, könnte man denken; erst recht, wenn man über so löchrige Geographiekenntnisse verfügt wie ich. Aber die Erbseninseln gibt es tatsächlich (sie gehören zu Dänemark) und vieles, was in Doris Brockmanns Buch über sie zu erfahren ist und auch irgendwie erfunden klingt, ist durchaus wahr. Aber vieles eben auch nicht – und das ist Teil des Charmes, den der bezaubernde Erbseninsel-Reiseführer versprüht.

© Wolfgang Gosch

Bereits im Vorwort weist die Autorin darauf hin, dass hier Information auf Fantasie trifft, ja gleichsam treffen muss, um „das Wenige an verfügbarer Information durch ein Mehr an verfügbarer Imagination auszugleichen“. Intelligent und verspielt hat sie „ein wenig Seemannsgarn in diese Daten und Fakten eingewoben“. Und das macht viel Spaß. Nicht zuletzt deshalb, weil Doris Brockmann die verschiedenen Themen, die üblicherweise in einem Reiseführer so abgeklappert werden, auch stilistisch immer wieder frisch aufzutischen weiß. So findet sich Krimihaftes ebenso wie Sportreportagiges und sogar ein Rezept. Wofür? Natürlich für Erbsensuppe!

© Wolfgang Gosch

Insgesamt famos, auch herrlich gesponnen und vielleicht gerade deshalb genau richtig für mich. (Eine Empfehlung, die es so eher nicht im Feuilleton zu lesen geben wird, da seien die großen alten Zausel der Literaturkritik vor.) Kurz: Ich rate unbedingt zu!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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13 Antworten zu Die Erbseninseln

  1. Pit schreibt:

    Schon wieder etwas gelernt. Lesen bildet, wie man so schoen sagt. Schoen waere es, wenn sich auch die junge Generation darauf besinnen wuerde.

  2. arnoldnuremberg schreibt:

    „Erbseninseln“ finde ich einladend, weniger dagegen „Erbsenzählen“.
    Danke und Grüße

  3. SätzeundSchätze schreibt:

    Das klingt ja witzig – ich wußte auch nicht, dass es Erbseninseln gibt. Klasse!

  4. perlengazelle schreibt:

    Wie herrlich schräg. 🙂

  5. Stepnwolf schreibt:

    Kommt die Prinzessin auf der Erbse auch drin vor? 😀

  6. Dina schreibt:

    Ich bin überzeugt, das Buch steht auf meiner Liste. 👍🏻🙂

  7. Michael Mittelhaus schreibt:

    Es ist mir ja fast schon peinlich, seit 20 Jahren nach Bornholm zu fahren, entsprechend oft auf den Ertholmene (dän. Name) gewesen zu sein und dann das Buch nicht zu kennen. Danke für diesen schönen Tip.
    Einmal habe ich mir von Christiansø ein Kinderbuch mitgebracht: „Fyld til lillebrors pude“ – wie ein kleines Mädchen sich um eine Federfüllung für das Kissen des kleinen Bruders bemüht. Aus Eiderdaunen, weil viele Eiderenten auf den Schären der Erbseninseln brüten.
    Also absoluter Kontrast zu dem hier vorgestellt und beides – im weiteren Sinn – Literatur zu diesem bezaubernden Stück Dänemark.

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