The Good Girls Revolt

Neulich haben mein Liebster und ich uns sehr geärgert: Da fanden wir nach langem Gesuche endlich mal wieder eine spannende Serie über eine Gruppe von Frauen, die bei einem Nachrichtenmagazin arbeitet, dort diskriminiert wird und sich schließlich aktiv dagegen wehrt – und dann gab es davon nur eine Staffel! Aber zum Glück basiert die Serie „Good Girls Revolt“, die ich wärmstens empfehlen kann, auf dem Buch The Good Girls Revolt von Lynn Povich. Und das Ganze auf wahren Begebenheiten beim Nachrichtenmagazin Newsweek.

Kaum war die letzte Episode gesehen, lud ich mir das Buch auf meinen Reader und begann noch in der gleichen Nacht zu lesen. Interessanterweise beginnen die Ereignisse nicht – wie die Serie – in den 1960er Jahren, sondern Jahrzehnte später, nachdem sich für die Frauen bei Newsweek doch eigentlich alles inzwischen zum Besseren gewendet haben sollte. Aber noch immer stellen bestens ausgebildete Frauen, die dort mit ihrer Arbeit beginnen, rasch fest, dass sie gegen die Glasdecke stoßen und deutlich weniger gut ausgebildete männliche Mitarbeiter karrieremäßig an ihnen vorbeiziehen.

Durch einen Mitarbeiter erfahren sie von den Begebenheiten Anfang der 70er Jahre, bei denen eine Gruppe von Frauen, die damals noch deutlich offensichtlicher diskriminiert wurden, erst Beschwerde und schließlich Klage gegen das Magazin einreichten. Frauen nämlich durften damals fast alle nur in der Recherche arbeiten, aber bis auf wenige Ausnahmen nicht selbst Artikel schreiben bzw. als Journalistin oder Redakteurin arbeiten. Dabei waren sie keinesfalls schlechter ausgebildet und natürlich verdienten sie deutlich weniger als ihre Kollegen, die ja die anspruchsvollere Arbeit machten. Dass sie diese ohne die Hilfe der Frauen gar nicht hätten machen können, interessierte niemanden so richtig. Da es auch bei anderen Magazinen und Zeitungen ähnlich lief, lösten die Frauen von der Newsweek damit eine ganze Welle von Klagen aus, die alle darauf abzielten, die Frauen endlich zu gleichberechtigten Mitarbeiterinnen in den diversen Printmedien zu machen.

Ich finde die Dokumentation hochinteressant, sie las sich für mich so spannend wie ein guter Roman. Und ich bin diesen und den vielen anderen Frauen, die eines Tages aufstanden und sagten: Genug! dankbar, dass sich seither doch einiges zum Besseren gewendet hat. Wenn auch noch längst nicht alles.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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3 Antworten zu The Good Girls Revolt

  1. Pingback: [Philea’s] The Good Girls Revolt – #Literatur

  2. Susanne Haun schreibt:

    Danke, Petra, ich habe die Staffel auf unsere Watchlist gesetzt und bin gespannt! LG Susanne

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