#TeamLesebändchen & die Kunst, II

Das #TeamLesebändchen wächst und gedeiht – zu meiner Freude hat ein weiterer Künstler, dem ich seit einiger Zeit folge, ebenfalls ein paar Zeichnungen zum Thema getwittert: Tobias Vogel, der unter @kriegundfreitag als „Erfinder der Strichmännchen“ seine einfach scheinenden, aber hintergründigen Arbeiten einstellt. Im Interview erfahren wir mehr über ihn und seine Strichmännchen.

Tobias Vogels Arbeiten wirken wie sehr reduzierte Comics. Hier findet ihr übrigens einige seiner „Greatest Hits“: https://twitter.com/i/moments/896714986109775874.

Seit März 2017 bist du auf Twitter. Waren Strichmännchen schon lange zuvor ein Thema für dich? Wieso eigentlich Strichmännchen, sind sie Ausdruck deiner Spontaneität? Kommt es dir mehr auf den Text an?

Tobias Vogel: Strichmännchen sind tatsächlich erst kurz vor Eröffnung des Accounts ein Thema für mich geworden. Ich habe einfach nach einem Weg gesucht, meine Ideen auf sehr einfache Art zeichnerisch darzustellen, weil mir, offen gesagt, für jede andere Art der Illustration die Skills fehlen. Allerdings habe ich in den letzten Monaten, im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten, durchaus dazugelernt. Man sollte es nicht glauben, aber mir ist die bildliche Darstellung ebenso wichtig wie der Text. Ich glaube auch, dass viele meiner Ideen in rein schriftlicher Form an Kraft verlieren würden. Man muss nicht unbedingt technisch herausragend sein, um mit Bildern in den Menschen etwas auszulösen.

Deine bisherigen Beiträge zum #TeamLesebändchen haben mich schon entzückt, dürfen wir mit weiteren Arbeiten dazu rechnen?

Tobias Vogel: Vielleicht fällt mir etwas ein, vielleicht auch nicht. Ich habe keinen besonderen Masterplan und lasse mich sehr von Gefühlen und spontanen Eingebungen leiten. Da mir das Projekt ausgesprochen gut gefällt, hoffe ich auf weitere Inspiration.

Wie sieht es denn bei dir aus mit Büchern, Lesebändchen, dem Lesen selbst: Liest du gern? Gibt es bestimmte Gattungen oder Genres, die dich besonders faszinieren? Und: Wie wichtig sind dir Lesebändchen oder überhaupt die Ausstattung eines Buchs?

Tobias Vogel: Ich lese gerne, habe allerdings wenig Zeit dazu, weswegen ich mich hauptsächlich auf Hörbücher konzentriere. Ich mag „realistische“ Stoffe – Leute wie Heinz Strunk, Sven Regener oder Rocko Schamoni. Bei gedruckten Büchern ist mir die Ausstattung, inklusive Lesebändchen, extrem wichtig. Buchhandlungen üben eine magische Anziehungskraft auf mich aus und ich kann Ewigkeiten damit zubringen, mich an schön gestalteten Büchern zu berauschen.

Wo, außer virtuell, könnten wir denn deine Zeichnungen mal in echt sehen?

Tobias Vogel: Bis zum 31.03. kann man meine Bilder im Liesgen in Krefeld bewundern bzw. verspotten. Genauere Infos zu dem Laden gibt’s unter liesgen.de.

Herzlichen Dank für das Interview, lieber Tobias! Ich würde mich über weitere Strichmännchen mit Lesebändchen sehr freuen : )

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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14 Antworten zu #TeamLesebändchen & die Kunst, II

  1. soerenheim schreibt:

    Coole Aktion. Da ich Twitter sträflich vernachlässige, habe ich vom Lesebändchen-Hashtag erst hier mitbekommen. Ich bin zwar noch nicht so weit, dass ich beim Buchkauf ernsthaft Lesebändchen-Büchern den Vorzug gebe, aber ich freue mich immer wenn es eins gibt und grummle bei Büchern, die ohne daherkommen…

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ja, klar, ein Buch kauft man ja eher selten allein wegen der Ausstattung. Mir geht es da ähnlich wie dir: Wenn es ein Lesebändchen gibt, freut mich das. Vielleicht bringt dich die Aktion ja dazu, Twitter nicht länger zu vernachlässigen ; )

      • soerenheim schreibt:

        Ach, mein Problem mit Twitter ist grundsätzlicher. FB verstehe ich noch grad so. Man quatscht, streitet & dann wird man vll „Freunde“… Twitter ist eher so wie auf dem Marktplatz stehen und Zeugs in die Welt rufen & hoffen, dass einem wer folgt…

        • Petra Gust-Kazakos schreibt:

          Diese Einschätzung kann ich nicht bestätigen. Ich bin schon viele Jahre auf Twitter & im schönen Austausch mit interessanten, liebenswerten Menschen.

        • soerenheim schreibt:

          mir geht es weniger um persönliche Erfahrungen als um die Grundausrichtung:. Bei Twitter muss ich mich in einer Weise „aufdrängen“ (antweeten usw) wenn ich Interaktionen will, die bei fb ( bei allen Problemen, die die Plattform hat) zumindest früher nicht gegeben war. Ich muss mich ja schon fürs Kommentieren auf blogs immer anstoßen, weil ich mir denke, „was will der/die andere jetzt deine Ideen dazu lesen“ – natürlich insofern Unsinn, als dass ich von mir selbst weiß, dass man sich über Kommentare freut. Aber bei Twitter habe ich immer das Gefühl zu „laut“ bei gleichzeitiger Kürze sein zu müssen.

        • Sonja schreibt:

          Haha, ja, so ergeht mir das mit Twitter auch. Biste nicht besonders lustig oder bissig, wirste nicht wahrgenommen 🙂 Mit Twitter werde ich einfach nicht warm, auch wenn es es immer mal wieder probiere.

  2. Niamh O'Connor schreibt:

    Spannend, wie unterschiedlich die Zugänge sind: Für mich ist Twitter vor allem eine Plattform, wo ich Interessantes, manchmal auch einfach Lustiges, erfahren und auch Weitergeben kann. Ich hab zwar auch einen Facebook-Account, aber da tu ich mir deutlich schwerer.

    • soerenheim schreibt:

      Ich twittere ja auch immer mal wieder, aber zum Informieren ists mir da einfach zu chaotisch… und das tweeten ergibt einfach vergleichsweise wenig Resonanz…

      • Petra Gust-Kazakos schreibt:

        Wie heißt du den auf Twitter, lieber Sören?Vielleicht kann ich dir folgen & dich motivieren ; ) Nein, im Ernst: Ich denke, FB und Twitter haben sehr unterschiedliche Funktionen, Kontakte bzw. Info. Auf Twitter ist es mir erfreulicherweise gelungen, das miteinander zu verbinden. Natürlich bin ich bei einigen auch einfach nur Zaungast, das macht aber nichts. Ich hab meine Timeline über die Jahre sozusagen optimiert rund um meine Interessen. Vielleicht findest du ja auch noch mehr Gefallen daran, du müsstest dazu evtl. ein bisschen mehr am Ball bleiben, um besser „reinzukommen“ – falls du dazu Lust hast.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Da geht es mir ähnlich, liebe Niamh, meinen FB Account hab ich vor etwa 2 Jahren ohne Bedauern aufgegeben. Ich hab mich eigentlich von Anfang an auf Twitter wohler gefühlt.

  3. Pingback: Zahnlose Wölfe gegen Homophobie & Blogschau für DieKolumnisten – Sören Heim – Lyrik und Prosa

  4. Nana schreibt:

    Spannendes Interview! 🙂
    Ich entdecke Twitter peu a peu für mich, mal sehen, wohin der Weg noch führt…

    Viele LG und einen schönen Abend,
    Nana

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