Lektürenotizen und eine Frage

Dieses Jahr habe ich begonnen, lauter angefangene Bücher zu Ende zu lesen. Und sie alle wurden mir von den wunderbaren Bücherblogs empfohlen, denen ich mit großem Vergnügen folge. Deshalb frage ich mich, wann die qualifizierten Beiträge der Bücherbloggerinnen und -blogger wohl ebenso honoriert werden wie beispielsweise Beiträge von Modebloggern?

Besonders zwei der irgendwann angefangenen und nun endlich beendeten Bücher haben mir besonders gefallen: Zum einen Die Entschlüsselung des Himmels von Jo Marchant über den Mechanismus von Antikythera – krimispannende Wissenschaftsgeschichte. Für mich besonders, weil wir uns vor einigen Monaten im Archäologischen Nationalmuseum in Athen die Fragmente des Mechanismus angesehen hatten und sehr fasziniert waren. Eine sehr gute Besprechung zum Buch gibt’s auf Petras Blog Elementares Lesen.  Das andere Buch heißt Abende nicht von dieser Welt. St. Petersburger Salondamen und Künstlerinnen des Silbernen Zeitalters von Ursula Keller und Natalja Sharandak. Lauter hochinteressante Porträts russischer Künstlerinnen und Salonièren. Auf dieses wirklich wunderbare Buch wurde ich vor längerer Zeit durch einen schönen Beitrag auf Petra van Cronenburgs Blog aufmerksam. Für mich als Fan früher (und auch neuerer) Salonkultur war dieses Buch sozusagen ein Muss.

Dann las ich noch zwei dicke Schmöker, die man vermutlich als #VerschämteLektüren bezeichnen müsste – nach der prima Rubrik bei Birgits Blog Sätze&Schätze.  Nämlich die beiden ersten Bände der Hexen-Vampir-Dämonen-Trilogie von Deborah Harkness. Auf den Tipp stieß ich über Minas Empfehlung auf Aig an Taigh. Der erste Band war wirklich zum Verschlingen und – da die Autorin Historikerin ist und entsprechend auf anderem Niveau schreibt als etwa die Autorin der Twilight-Romane – ganz ohne verschämte Gefühle zu lesen. Der zweite Band jedoch, der im elisabethanischen England spielt und von dem ich mir besonders viel erhoffte, verflachte etwas, obwohl er durchaus einige interessante Infos zum alltäglichen Leben zu Shakespeares Zeiten enthält. Ob ich mir den dritten Band noch durchlese … Vermutlich eher nicht.

Seit gestern lese ich wieder in Sarah Bakewells überaus interessantem Buch How to Live: Or A Life of Montaigne in One Question and Twenty Attempts at an Answer. Auf dieses Buch bin ich schon vor längerer Zeit über eine Empfehlung bei Jarg gestoßen. Ein wirklich lesenswertes Buch! Ich glaube, man kann es auch genießen, wenn man zuvor noch keine von Montaignes Essais gelesen hat. Danach wird man aber garantiert Lust dazu bekommen

Wie ihr seht, waren diese Bücher alle Empfehlungen von Bücherblogs. So ein Bücherblog kann also als erweiterter Arm des Verlagsmarketings betrachtet werden. Wird es auch: Wer ein gut eingeführtes Blog mit hoher Reichweite bespielt und gut vernetzt ist, wird immer wieder und immer öfter Angebote von Verlagen erhalten, also Rezensionsexemplare, die man dann besprechen soll. Und, wie ich hier und da schon las, ist damit manchmal sogar der Anspruch auf eine möglichst zügige Besprechung verbunden. Anscheinend gibt es manche Verlage oder auch Autoren, die nachhaken, wann denn der Beitrag zum Buch XY kommt.

In diesem Zusammenhang muss ich an einen Beitrag in der Zeit vom 15.01.2015 denken. Wlada Kolosowa berichtet über Modeblogs unter dem Titel: „Kann man denn davon leben?“ Verdienen können einige der Modebloggerinnen und -blogger offenbar durchaus etwas mit ihrer Arbeit. Laut Artikel bekommen die Macher von Dandy Diary „vierstellige Honorare angeboten“. Das ist ja erfreulich. Und weiter: „Die erfolgreichsten deutschen Blogs Journelles und This is John Wayne […] haben täglich jeweils über 12 000 Besucher“ – Zahlen, von denen man beim Thema Buch vielerorts vermutlich nur träumen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass Modeblogs insgesamt eine höhere Reichweite besitzen als Blogs über Literatur.

Dennoch: Lassen sich auch mit Bücherblogs Geld verdienen? Sprich: Wenn man Rezensionsexemplare annimmt, bekommt man dann etwas für die Rezension? Ich weiß es nicht, ich nehme ja keine an. Aber falls man nichts dafür bekommt: Warum eigentlich nicht?

Viele Verlage arbeiten ganz gezielt mit der Bloggemeinde zusammen, sie nehmen die Bloggerinnen und Blogger also durchaus als „Marketinginstrumente“ wahr. Sicher, sie laden zu Veranstaltungen ein oder zu Verlagsbesuchen, vermitteln Autoreninterviews und vieles mehr. Aber all das sind sozusagen „Bindemittel“, die von einer wirklichen Honorierung der Blogarbeit weit entfernt sind (auch über die Veranstaltungen etc. wird ja oft im Blog berichtet, vielleicht wird das auch von den Verlagen so erwartet).

Je qualifizierter die Beiträge sind, je höher die Reichweite eines Blogs ist, umso höher ist der Wert des Beitrags für den Verlag. So wäre es doch fair, wenn die Verlage diese Werbung für sich, ihre Bücher und ihre Autorinnen und Autoren bezahlen. Selbst, wenn ein Buch nicht positiv besprochen wird, ist es noch immer Werbung (nur keine Werbung ist schlechte Werbung). Wohlgemerkt: Ich spreche wirklich nur für Fälle, in denen Rezensionsexemplare angeboten und dann auch angenommen wurden.

Was meint ihr dazu?

 

 

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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53 Antworten zu Lektürenotizen und eine Frage

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  2. tobiaslindemann schreibt:

    Rezensionsexemplare ja, fordere ich manchmal an, da ich eh noch nebenbei für das Radio rezensiere. Aber Bezahlung muss für mich nicht sein. Ich bin froh, meinen Blog so unabhängig wie möglich gestalten zu können. Es gibt aber auch Bloggerinnen und Blogger, die viel mehr Zeit aufwenden wie ich. Denen würde ich Honorare wünschen. Eine Lösung kann sein: einen „Donate“-Button wie ihn z. B. Mara von Buzzaldrins Bücher hat einrichten – und auf Leserinnen und Leser hoffen, die die Buchempfehlungen auch monitär zu schätzen wissen….

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Das mit der Unabhängigkeit kann ich gut verstehen, das ist ja auch einer der Gründe, warum ich gar keine Rezensionsexemplare annehmen möchte, ich müsste dann darüber schreiben, auch wenn ich das Buch vielleicht gar nicht so toll gefunden hätte (und ich möchte sowieso nur empfehlen, nicht abraten, nicht gelesen wird ja schon genug).
      Aber, wie du auch schreibst, gibt es viele sehr engagierte Bloggerinnen und Blogger, die sehr viel Zeit und Liebe und – ja – auch Geld aufwenden für ihr Blog (indem sie z. B. zu Veranstaltungen oder Buchmessen reisen, selbst wenn sie eingeladen sind und der Eintritt dann frei ist). Und für sie würde ich mir durchaus eine Entwicklung wünschen, die in Richtung der Modeblogs geht. Es ist ja letztlich Werbung – und für Werbung/Marketing etc. wird in Verlagen ja sowieso Budget eingeplant.

      • Heike Baller schreibt:

        Hallo Petra, also ich nehme Rezensionsexemplare an – und habe im Grunde auch das Gefühl, dann „muss“ ich dazu was schreiben. Aber eine Pressevertreterin, mit der ich im Herbst auf der Buchmesse sprach, meinte, dass sie gar nicht erwarte, dass zu jedem Rezensionsexemplar auch eine Rezension erfolge. Sehr entspannend ;-).
        Ich handhabe es allerdings so, dass ich auch Bescheid gebe, wenn ich ein Buch definitiv nicht rezensiere (mein Blog heißt ja schließlich LeseLUST …) und die Gründe benenne. So gibt es für den Verlag eine begründete Rückmeldung und ich habe kein schlechtes Gewissen. Funktioniert ganz gut.
        Ansonsten habe ich ein paar vielversprechende Rezensionen mit Zählpixeln der VG Wort versehen – aber bis da wirklich Geld fließt …
        Ein weiterer Aspekt ist, dass mein Blog meine Visistenkarte sein soll, um mich auch als „Vortragskünstlerin“ ins Gespräch zu bringen – und da nehme ich natürlich ein Honorar. So ist das Blog ein bisschen auch eine Werbemaßnahme.
        Du siehst, ich fahre eine sehr gemischte Strategie und fühle mich dabei wohl.

        • Petra Gust-Kazakos schreibt:

          Das klingt doch alles sehr entspannt und vernünftig, liebe Heike. Das Wichtigste – oder Schönste – ist dabei, dass du dich damit wohl fühlst. Ich denke, solange niemand sich unter Druck gesetzt oder gestresst fühlt, was das Rezensieren angeht, wird der Ruf nach einem Honorar den Wenigsten sinnvoll oder notwendig scheinen. Erst, wenn das Ganze zu viel Zeit, Engagement und Geld verschlingt, wird sich so manche oder mancher vielleicht doch langsam „marketinginstrumentalisiert“ vorkommen.

        • Der Emil schreibt:

          Zählpixel der VG Wort — solches Zeugs wird von vielen geblockt, von mir übrigens auch (per .hosts und anderer Maßnahmen). Ich weiß, daß ich damit eventuell Einkommen schmälere, aber ich möchte von keiner der VG gezählt und/oder datentechnisch anderweitig erfaßt werden.

        • Petra Gust-Kazakos schreibt:

          Ich kann deine Bedenken diesbezüglich verstehen. Andererseits sind wir als Bloggerinnen und Blogger ohnehin relativ exponiert und somit wesentlich „lesbarer“, zählbarer oder auch verwertbarer für allerley Zwecke, als die stillen Leserinnen und Leser. Hab einen schönen Sonntag!

  3. Susanne Haun schreibt:

    Liebe Petra, ich bin auch erstaunt, wieviele Besucher Modeblogs erhalten. Ich erreiche mit meiner Kunst, genau wie du mit der Literatur, nicht ansatzweise so viele Leser.
    Geld kann ich nicht mit meinem Blog verdienen. Es dient mir als Werkverzeichnis und ich ordne meine Gedanken darin. Wenn ich eine Ausstellung zusammenstelle, dann kann ich gezielt Zeichnungen zu einem bestimmten Thema heraussuchen.
    Einen schönen Abend wünscht dir Susanne

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Susanne, ich denke auch, dass wir nicht unsere Blogs führen, mit dem Gedanken, damit Geld zu verdienen. Ich denke auch, dass dies nicht unbedingt bei anderen Blogs die erste Motivation ist. Mir geht es tatsächlich um die super engagierten Literaturbloggerinnen und -blogger, die sehr viele und sehr qualifizierte Buchkritiken posten. Mit Erfolg, wie man ja bei mir sieht: Ich kaufe häufig Bücher, die mir in Blogs empfohlen wurden. Mittlerweile deutlich häufiger als nach dem Lesen von Rezensionen in den Feuilletons. So kam ich auf den Gedanken, dass es für solche Bloggerinnen und Blogger eigentlich ein Honorar geben sollte. Das könnten sie dann ja auch kommunizieren. Und ihre Meinungsfreiheit müsste natürlich gewahrt bleiben.
      Dir auch einen schönen Abend & viele Grüße!

      • Susanne Haun schreibt:

        Liebe Petra, das geht mir auch so, ich lese die meisten Bücher nach Empfehlungen aus den verschiedenen Blöggen. Meistens leihe ich sie mir in der Bücherei. Dort stöbere ich auch gerne. Ich denke, die Verlage sollten ein Honorar zahlen, denn es ist viel Arbeit, die in einer guten Rezension steckt. Aber ich denke, es ist wie bei allen Dingen: solange die Verlage die Leistung umsonst erhalten, werden sie nichts bezahlen. Das sind dann die Tücken der Marktwirtschaft. Der Preis reguliert sich nach dem niedrigsten Angebot und Leistung und das liegt zur Zeit bei „umsonst“.
        Ein schwer zu fassendes Thema.
        lg Susanne

        • Petra Gust-Kazakos schreibt:

          Liebe Susanne, da hast du sicher Recht. Solange niemand nach einem Honorar fragt, wird es keines geben. Vielleicht sind Verlage ja auch die falsche Adresse, da bin ich mir noch nicht sicher. Aber nach der Logik „Modebranche zahlt für Modeblogger“ scheint mir „Buchbranche zahlt für Buchblogger“ einleuchtend. Denkbar sind sicher auch andere Modelle. Affiliate Marketing, Donate Buttons oder auch eine Organisation, eine Art VG Wort für Bloggerinnen und Blogger. Liebe Grüße!

        • Susanne Haun schreibt:

          Liebe Petra, du kannst dich mit deinem Blog bei der VG Wort anmelden. Ich habe das getan. Du musst dann vorweg in jedem deiner Beiträge einen Zähler mit deiner Kennung in html eingeben. Und wenn du über eine bestimmte Anzahl von aufrufen verfügst, bekommst du Geld. Es ist sehr kompliziert und bei meinem Blog lohnt sich das nicht. Ich hatte am Ende des Jahres so wenig zählbare Beiträge, dass der Einbau des Zählers und die Meldung mehr Arbeit gemacht hat als es einbrachte. So habe ich damit wieder aufgehört. LG Susanne

        • Petra Gust-Kazakos schreibt:

          Liebe Susanne, danke dir für deine Erfahrungen zum Thema Bloggen und VG Wort. Ich hatte auch mal davon gehört, dass das geht, denke aber, dass meine Klickraten das Ganze nicht wirklich lohnend machen. Wie du es beschreibst, klingt es ein bisschen nach „viel Aufwand für nix“ (oder zumindest nicht viel, also ungerechtfertigter Aufwand, den man sich evt. sparen kann).

  4. buzzaldrinsblog schreibt:

    Liebe Petra,

    da wirft du ja spannende und diskussionswürdige Fragen auf. Bei meinen Besuchen von der Blogst und The Hive, zwei Bloggerkonferenzen, ist mir schon deutlich geworden, dass Blogs in anderen Bereichen deutlich besser organisiert sind. Aber auch diesen Bloggern fällt es schwer, von ihrem Blog allein zu leben – ich glaube, dass das für den Großteil der Blogger schlichtweg unmöglich ist.

    Bei einer Bezahlung stelle ich mir natürlich auch die Frage: von wem soll ich bezahlt werden. Von Verlagen kriege ich ein Besprechungsexemplar, klar, aber Geld? Das fände ich weder moralisch, noch würde ich das in Bezug auf meine Unabhängigkeit und Authentizität wollen. Journalisten werden von einer Zeitung bezahlt, bei Bloggern sehe ich im Moment kein vergleichbares Entlohnungssystem.

    Ich muss gestehen, dass ich lange Zeit davon geträumt habe, irgendwann von meinen Besprechungen leben zu können – seitdem ich das nicht mehr tue, fühle ich mich deutlich befreiter. Vielleicht gibt es ja immer noch andere Möglichkeiten, sich ein Zubrot zu verdienen (Werbung, Affiliate, etc.).

    Liebe Grüße
    Mara

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Mara, ich freue mich besonders über deinen Kommentar, weil du genau zu jenen super engagierten Bloggerinnen gehörst, die ich bei meiner Frage im Sinn hatte : ) und du wärst definitiv eine derjenigen, denen ich ein Honorar unbedingt gönnen würde!

      Ja, wer soll zahlen? Bei Modeblogs tut es wohl die Modebranche, Hersteller etc. So gesehen wäre es für mich logisch, dass es bei Bücherblogs die Buchbranche bzw. Verlage tun. Sie tun dies ja auch indirekt bei der „etablierten Literaturkritik“ im Feuilleton durch ihre Anzeigenschaltung. Da bestehen ja allerlei Abhängigkeiten. Und dennoch werden Bücher nicht nur gepriesen, sondern auch verrissen. Also ist die Glaubwürdigkeit der Rezension trotz Anzeigenschaltung nicht unbedingt gefährdet. Das ist es auch, was ich mit „Nur keine Werbung ist schlechte Werbung“ meinte, selbst wenn ein Rezensent, Blog oder Feuilleton, ein Buch verreißt, wird er damit nicht unbedingt den Bucherfolg verhindern. Schon eher, wenn das Buch komplett ignoriert wird.

      Liebe Grüße!

  5. hokuspokus77 schreibt:

    Sehr interessante Frage. Sie regt mich zu einem angeregtes Selbstgespräch in halb gedachten Gedanken an. „Warum nicht? … Verdient hätten es einige … Dann ist man verpflichtet … Eingekauft … Auch wieder nur Werbung … “ Ach, ich fürchte ich werde heute abend nicht damit fertig.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Auf Twitter haben wir uns auch schon fleißig dazu ausgetauscht : ) Interessant fand ich, dass es dort Bedenken gab, Geld dafür anzunehmen von Verlagen oder zu werben (was bei den Modebloggern anscheinend nicht der Fall ist). Aber im Grunde werben wir ja sowieso schon, nämlich für unsere Lieblingsbücher. Manche auch durch Beiträge für bestimmte Verlage oder Events. Jeder dieser Beiträge ist in gewisser Weise Werbung, auch wenn wir das natürlich nicht unter diesem Aspekt posten, sondern weil uns etwas interessiert oder begeistert hat. Ich freue mich jedenfalls über den Austausch zu diesem Thema.

  6. Petra Wiemann schreibt:

    Mir geht es inzwischen auch so, dass ich die meisten Anregungen zum Lesen in Bücherblogs finde, so wie in diesem hier! Über deine lobenden Worte zu meinem Blog freue ich mich sehr! Schön, dass ich dich mit dem Buch von Jo Marchant anstecken konnte.

    Du stellst eine schwierige Frage, zu der ich noch keine abschließende Antwort gefunden habe. Die Verlage sind mit der Vergabe von Rezensionsexemplaren recht großzügig. Nur die wenigsten haken nach, wo denn die Rezension bleibt. Wenn sie dann einen Beleg erhalten, kommt oft nicht mal ein Dankeschön, was mich schon etwas verwundert. Andere Verlage geben ein positives Feedback und/oder posten es über die sozialen Netzwerke. Diese Anerkennung ist für mich eigentlich schon Belohnung genug.
    Wie Mara schon schrieb, könnte eine direkte Bezahlung für eine Rezension die Unabhängigkeit und Denkfreiheit einschränken. Solche Interessenkonflikte haben die Modeblogger offenbar nicht. Wenn ich mein Blog irgendwann selbst hoste, könnte ich mir aber vorstellen, bezahlte Anzeigen von passenden Verlagen oder Buchhandlungen zu schalten. Aber nur mit Augenmaß.
    Mittlerweile halte ich mich auch mit dem Anfordern von Leseexemplaren zurück, weil doch immer ein gewisser Druck da ist, sich ranzuhalten mit der Besprechung. Und ich habe nun mal mein eigenes, recht langsames, Lesetempo und möchte selbst entscheiden, wann ein Buch reif ist, gelesen zu werden.
    Ach, wie gut, dass sich die Frage nach der Bezahlung gar nicht erst stellt 😉

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Da hast du Recht : )
      Die Großzügigkeit der Verlage beim Thema Rezensionsexemplare hat ja eher etwas mit ihrem vitalen Interesse an Werbung zu tun, so ist ein Buch quasi ein – für uns hochwertiges – Give-away. Sobald der Anspruch auf eine Rezension und dann noch in einem bestimmten Zeitraum und noch dazu ohne zumindest ein Dankeschön damit verbunden ist, ist diese Großzügigkeit sicher eine vermeintliche.
      Wenn wir also die Gleichung aufstellen Rezensionsexemplar = Anspruch, dann könnten wir folgern: Es wäre naiv zu glauben, dass derartige Ansprüche auf Dauer umsonst erfüllt werden. Ich wünsche den Bloggerinnen und Bloggern, die ihre Buchblogs für umme hochqualifiziert und professionell betreiben, dass sich da eine Lösung findet, bei der ihre Meinungsfreiheit und Glaubwürdigkeit gewahrt bleibt.

  7. herbstblatt101 schreibt:

    Das Verfassen einer Besprechung, eines Autoreninterviews oder anderen literarischen Beiträgen ist gewiss sehr zeitaufwendig, auch wenn es sich dabei um eine unserer gemeinsamen Leidenschaften geht, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass so viele Buchblogger – der Glaubwürdigkeit wegen – auf eine angebotene Honorierung verzichten würden. Interessant wäre seitens der Verlage zu erfahren, ob es derartige Angebote bereits gegeben hat. Vielleicht in Form dessen, als Blogger auf dem hauseigenen Verlagsblog mitwirken zu dürfen. Aber wer würde damit hausieren gehen? Unter´m Strich jedoch bleibt festzuhalten, das der Meinungsaustausch unter den Bloggern reichhaltiger und erfüllender ist, als das Ziel einer angemessen Bezahlung – auch wenn sie womöglich niemand ausschlagen würde. Modeblogger haben es möglicherweise etwas einfacher. *Happyshining* Es glitzert und blinkt – eben genauso wie sich die Modeindustrie gerne sieht. Was heute „IN“ ist, ist morgen wieder „OUT“ – ein schnelllebiges Geschäft, das bedient werden muss. Bücher dagegen sind zeitlos. Und wir lesen weil… .Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, wenn Blogger (so lange sie sich treu bleiben) für ihre qualitativ gute vielleicht auch hochwertige Arbeit belohnt werden.

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Tanja, da gebe ich dir Recht, die Vernetzung und das Bloggen sind für uns Leselustige wirklich sehr erfüllend. Man lernt viele interessante Blogs und Leute kennen, mit manchen ergibt sich ein sehr herzlicher und manchmal auch persönlicher Kontakt. Und solange man es wirklich nur zum Spaß tut, im persönlichen Lesetempo, würde ich die Honorarfrage auch nicht unbedingt aufwerfen.
      Aber es gibt auch Bloggerinnen oder Blogger, die sich regelrecht unter Druck fühlen. Und ab da ändert sich die Sache: Ist es nur noch Spaß und Vergnügen, wenn man bestimmte Fristen einhalten muss? Sicher ist es erst einmal schmeichelhaft, überhaupt von Verlagen wahrgenommen zu werden und Rezensionsexemplare angeboten zu bekommen. Aber das kann mit der Zeit tatsächlich in Stress ausarten. Und spätestens dann wäre meiner Ansicht nach eine faire Bezahlung für diese PR-Arbeit angemessen.
      Was die Zeitlosigkeit betrifft: U. a. Mara hatte auf ihrem Blog angesprochen, dass sich die Verlagsprogramme immer mehr zu überschlagen scheinen, sodass man kaum mit dem Lesen der Neuerscheinungen hinterher kommt sowie sehr richtig darauf hingewiesen, dass ja auch ältere Bücher durchaus lesenswert bleiben. So zeitlos kommt einem das Buch bei der Flut der Neuerscheinungen – sofern man sich hauptsächlich für aktuelle Literatur interessiert – also nicht vor ; ) Liebe Grüße!

      • herbstblatt101 schreibt:

        Hallo liebe Petra,
        vielleicht hätte ich mich anders ausdrücken sollen – ich meinte zeitlos im Sinne von, dass Bücher kein Verfallsdatum haben. 😉 Ausgenommen die Art Literatur, die nur kurz im Gespräch ist. Wie zum Beispiel Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“, oder andere Kost, welche schnell gelesen und ebenso schnell in Vergessenheit gerät.

        Sehr aufschlussreich und direkt hat Claudia kommentiert. Das gefällt mir!

        Hab einen guten Start in den Montag. 😉

  8. Doris Brockmann schreibt:

    Liebe Petra,
    vielen Dank für die Honorarfrage und Deine Begründungen.
    Ein Buch sorgfältig – also jenseits von bloß Daumen hoch oder runter -, zu besprechen, ist richtig Arbeit. Mitunter blüht da in einigen Blogs mehr als auf etablierten Feuilletonseiten.
    Was uns BlogerInnen möglicherweise daran hindert, Geld für Arbeit zu fordern, mag damit zu tun haben, dass das Literaturbloggen hier noch nicht so richtig etabliert ist (obwohl immer mehr Verlage dessen Bedeutung zu erkennen scheinen) und weil die LiteraturblogerInnen alle EinzelkämpferInnen sind, die sich eben nicht im sicheren Hort einer anerkannten Zeitung bzw. Zeitschrift zu Neuerscheinungen äußern. Also: Fight the Minderwertigkeitskomplexe!
    Dann dürfte es langfristig auch möglich sein, wie andere professionelle Rezensenten nicht nur positive, sondern auch negative Buchbesprechungen zu schreiben und (trotzdem) Geld dafür zu bekommen – eben weil man das Buch ernst nimmt, es aus der Masse der Neuerscheinungen hergehoben hat und zur Diskussion stellt. Können andere dann ja gerne auch zu anderen Urteilen kommen.
    Herzliche Grüße
    Doris

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Doris, das gefällt mir gut „Fight the Minderwertigkeitskomplexe“ : )
      Genau, wer ein gut eingeführtes Blog mit hoher Reichweite und qualifizierten Beiträgen betreibt, muss sich wirklich nicht verstecken oder gar schämen, wenn es um das Thema Bezahlung geht. Viele andere Blogsparten machen es vor (Mode, Technik, Reisen, Food, Lifestyle). Natürlich ist diese Bescheidenheit der Buchblog-Szene sehr sympathisch. Aber wenn sie ausgenutzt wird, ist das wirklich kein Vergnügen mehr. Liebe Grüße!

  9. saetzebirgit schreibt:

    Liebe Petra,
    schwierige und interessante Frage.
    Meine erste Prämisse für meinen Blog war und ist: Er muss mir Freude bereiten. Wenn damit Verpflichtungen verbunden wären, würde das die Freude einschränken. Allerdings – und das ist der Unterschied zu jüngeren Bloggerinnen – ist das Bloggen bei mir ja „Freizeit“ und vom beruflichen Dasein getrennt.
    Ich habe inzwischen auch ab und an um Rezensionsexemplare gefragt – und mir auch erlaubt, dann ggbfs. eine kritische Rezension zu schreiben. Die Erfahrungen mit den Verlagen waren da durchwegs, bis auf eine Ausnahme, positiv.
    Dennoch: Auch wenn ich die Nachfrage nach Rezensionsexemplaren noch nicht als Verpflichtung ansehen würde, befreiter fühle ich mich trotzdem, wenn ich Bücher bespreche, die ich mir selbst gekauft habe. Ich mag mich halt in keinster Weise verpflichtet fühlen – auch nicht, was z.B. die Zeitspanne betrifft, in der ich ein Buch bespreche. Und das war die eher weniger positive Ausnahme – ein Buch habe ich nicht besprochen, prompt kam eine Anfrage nach der verlangten „sechswöchigen“ Frist. Das war„s dann aber auch – für mich die Konsequenz, dort nicht mehr nachzufragen.
    Honorierung: Ich halte es halt wirklich für fragwürdig, wenn dies von den Verlagen selbst käme. Die Blogger sollten hier wirklich frei bleiben. Wie Tobias schreibt, würde ich mir für manche jedoch schon Möglichkeiten wünschen, mit ihren Blogs Geld zu verdienen – beispielsweise über Donate-Buttons oder andere Dinge. Vor allem eben für die jüngeren Bloggerinnen, die dies aus Leidenschaft tun und das Bloggen auch als Einstieg in eine berufliche Tätigkeit ins Verlagswesen nutzen könnten/wollen. Allerdings eben nicht in der Anbindung an einzelne Verlage – und wenn, dann sollte das transparent gemacht werden.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Birgit, auch dir herzlichen Dank für deinen Kommentar und deine Sicht auf die Dinge. Denn auch dein Blog gehört zu jenen besonders häufig und mit hochqualifizierten Beiträgen gefüllten Bücherblogs, die ich bei meiner Frage im Sinn hatte : )
      Besonders freue ich mich, dass es für dich nach wie vor ein Vergnügen ist, in hoher Taktung tolle Beiträge zu veröffentlichen. Und ich kann dir das genau nachfühlen, denn so empfinde ich es auch: Es befreit mich, nur über selbst gekaufte oder geliehene Bücher zu schreiben, weil ich mich dann niemandem verpflichtet fühlen muss. Bei mir geht das sogar noch weiter: Ich würde mich bereits bei der Annahme eines Rezensionsexemplars verpflichtet fühlen, aber das ist mein persönliches Empfinden. Ich finde es keinesfalls ehrenrührig, Rezensionsexemplare anzunehmen. Aber unter gewissen Umständen ebenso wenig ehrenrührig, dafür bezahlt zu werden.
      Donate Buttons könnten ein Weg sein, ich fürchte nur, da wird wenig donated …
      Ich glaube insgesamt, dass es gut ist, sich über die Frage „Wer soll das bezahlen?“ Gedanken zu machen. Denn es verstößt ja auch bei anderen Blogs nicht gegen die Ehre, diese Frage aufzuwerfen, die sich in manchen Sparten sogar schon beantworten ließ.

  10. Lara schreibt:

    Wie ist es denn in den USA mit den Literaturblogs? Zahlen die Verlage da oder auch nicht?
    Modeblogs und auch Essblogs sind positiver für die Branchen. Ich habe noch nie gelesen, dass jemand irgendetwas erhalten hat und das dann negativ bewertet hat. Uhren, Teller, Gewürze, egal was es war, es wurde jedesmal in den Himmel gelobt. (Und im Kleingedruckten wird dann beteuert, dass es die ehrliche Meinung ist, selbst wenn fürs Loben bezahlt wurde)
    Ich werde nie einem Verlag zusagen, der nur eine positive Meinung lesen möchte, deshalb kann ich sehr gut verstehen, dass Buchblogger für Verlage als riskanter angesehen werden als andere Blogger.
    Lg Lara

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Gute Frage, liebe Lara, das würde mich auch interessieren, wie das in anderen Ländern gehandhabt wird. Wobei die USA da vielleicht sogar eine Vorreiterrolle einnehmen.
      Wenn erhaltene Artikel, welche Sparte auch immer, gelobt werden, würde ich das nicht unbedingt hinterfragen. Ich lese viele tolle Bücher (um bei unserem Thema zu bleiben), über die ich dann gern schreibe. Ich lese gelegentlich auch weniger gute Bücher (an), über die ich dann weiter kein Wort verlieren möchte. Aber ich kann nachvollziehen, dass man beim Lesen von Blogs, die Artikel annehmen, skeptisch wird, wenn alles „spitze“ ist.
      Und was die Sache mit dem Risiko angeht: Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass der Erfolg eines Buchs nicht durch eine oder gar mehrere negative Rezensionen verhindert wird. Nur das völlige Ignorieren einer Neuerscheinung, selbst von der lokalen Presse, wird sich negativ auf die Verkaufszahlen auswirken. Keine Werbung, keine Erwähnung – das ist vermutlich wesentlich schädlicher. Liebe Grüße!

  11. Tobi schreibt:

    Hallo Petra,

    ich glaube die Zielsetzung mit dem eigenen Blog Geld zu verdienen ist unabhängig vom Thema sehr hoch gegriffen. Ich kenne das von vielen Techblogs, dort ist das auch etwas, das immer mal wieder diskutiert wird.

    Für Verlage sind die Blogger natürlich eine hervorragende Marketingplattform. Werbung im Internet zu platzieren ist in jedem Fall teurer als ein Rezensionsexemplar zu verschicken und damit dauerhaft eine Werbeanzeige für ein eigenes Buch in einem Blog zu bekommen. Zudem sind Blogger ja eher positiv gestimmt und wenn der Verlag einen Blogger erwischt, der schon x Bücher aus dem eigenen Programm bzw. dem Genreumfeld gelesen und positiv rezensiert hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch das zur Verfügung gestellte Buch positiv bewertet wird.

    Zudem ist die Bücherbloggerwelt hervorragend untereinander vernetzt und viele haben einen ähnlichen Geschmack (wenn ich an diese Young Adult Schiene denke). Wenn da ein Blog ein Buch empfiehlt, dann dürfte alleine dieses einzelne Exemplar schon gut zu Käufen bei der direkten Leserschaft führen. Ausgehend davon gebe ich dir recht, wäre es nur schlüssig zu folgern, dass eine entsprechende Honorierung angemessen wäre.

    Ich für meinen Teil blogge, weil es Spaß macht, weil ich es ganz angenehm finde, nochmal über das Buch nachzudenken und meine Sicht darauf zu beleuchten. Das ist für mich schon Lohn genug. Ich kann auch verstehen, dass du keine Rezensionsexemplare annimmst. So ein Buch ist nicht sonderlich teuer, der limitierende Faktor ist ja nicht der Preis für ein Buch, sondern die begrenzte Zeit, die man zum Lesen hat. Und völlig frei zu sein, keine Verpflichtung zu haben und einfach das zu lesen worauf man gerade Lust hat, ist ein hohes Privileg.

    Interessantes Thema, bin gespannt wie andere darüber noch schreiben.

    Liebe Grüße
    Tobi

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Lieber Tobi, mir geht es wie dir, ich blogge zum Vergnügen und auch, weil ich den regen Austausch schätze. Hier in den virtuellen Räumen können sich ja vielmehr Gleichgesinnte treffen und über ein Buch sprechen, als in unseren wirklichen. Insofern ist das Bloggen oder sind auch größere Buch- bzw. Leseplattformen für Leselustige eine ideale Entwicklung. Ich sehe mein Blog als eine Art Fortführung der einstigen literarischen Salons, daher würde ich dafür auch kein Honorar wollen. Da sind mir dann die Kommentare, die Likes oder die wachsende Leserschaft Lohn genug.
      Aber, wie gesagt, ich verstehe auch, wenn andere das anders handhaben möchten. Wobei ich gar nicht weiß, ob diese Frage nach der Bezahlung schon mal im größeren oder konkreteren Rahmen diskutiert wurde. Hier ist es ja noch etwas vage, aber offenbar ist es ein Thema, das viele nachdenken lässt, das finde ich sehr spannend. Liebe Grüße!

  12. durchleser schreibt:

    Ein sehr interessantes Thema, das doch komplexer erscheint, als man zuerst vermuten möchte.

    Vorab als Bemerkung: Durchleserin kauft viele Bücher selbst, bestellt aber regelmässig bei den Verlagen so genannten Rezensionsexemplare, jedoch immer mit dem Hinweis, dass eine Empfehlungsrezension nur dann veröffentlicht wird, wenn das Buch bzw. die Literatur bei der Durchleserin Begeisterung hervorruft! Alles andere wird vielleicht gelesen, angelesen und diskret beiseite gelegt. Die Verlage haben dies bis jetzt immer akzeptiert, so gar für sehr positiv bewertet und fragen selbst ganz vorsichtig an, ob ein bestimmter Titel für die Durchleserin interessant sein könnte.

    So und die Frage nach „Bezahlung“, gerade weil Literatur-Blogger ganz klar ein sehr gutes Marketinginstrument für Verlage, Autoren und für den Text als solches sind, stellt sich für die Durchleserin nicht, da sie sich ganz klar „bezahlt“ bzw. „honoriert“ fühlt. Viel wichtiger ist nun eher zu hinterfragen, um welche Art der Bezahlung es sich denn da handelt. Deshalb sollte man zwischen zwei Arten von Bezahlungen differenzieren: die Materielle und die Ideelle!

    Die materielle Bezahlung ist ganz klar ein so genanntes Rezensionsexemplar, das zwischen 10.- und 50.- Euro (als würden wir das Buch in der Buchhandlung kaufen), je nach Ausgabe ob Taschenbuch, Bildband etc. diesen konkreten materiellen Wert hat. Somit kann man sich den Stundenlohn ganz gut selbst ausrechnen, den wir für einen Artikel diesbezüglich erhalten. Die materielle Bezahlung kann aber auch ein durch die intensive Blog-Arbeit entstehendes Job-Angebot (sowohl angestellt als auch freiberuflich) sein, das man auch auf keinen Fall bei dem Thema Bezahlung vergessen sollte. Hier würde es sich dann sogar um eine indirekt mittel- bis langfristige Bezahlung handeln, die sehr wohl mit dem Blog in Verbindung gebracht werden muss.

    Nun die ideelle Bezahlung ist der andere aber teilweise vielleicht so gar wichtigere Aspekt bei Bloggern. Denn hätte der Blogger kein Vergnügen, seinen Blog zu führen, Artikel zu schreiben und sich intensiv mit der Literatur auseinanderzusetzen, dann wäre der Blog ja eigentlich überflüssig. Also Freude und Lust sind ein grosser Anteil bei der ideellen Bezahlung. Doch dazu gehören aber auch die zunehmende Anzahl von Besuchern und Lesern des Blogs, die Verlinkung bei anderen Bloggern, Zeitungen, Zeitschriften etc. Aber auch der persönliche Kontakt mit Autoren, die sich sehr über eine Besprechung auf dem jeweiligen Blog freuen, ist ein absolut wundervolles Geschenk und somit eine nicht ganz unbeträchtliche ideelle Bezahlungsform. Durchleserin fühlt sich jedes Mal sehr geehrt und somit mehr als gut „bezahlt“, wenn ihre Empfehlungsrezension auf der Autorenseite erscheint, bei Wikipedia neben grossen Pressehäusern heraussticht, oder konkret durch eine direkte Mail von einem Autor sich zu einem interessanten Kontakt entwickelt.

    Letztendlich muss jeder Blogger bzw. jede Bloggerin für sich selbst entscheiden, welche Art der „Bezahlung“ die richtige und die angemessene ist. Teilweise kann man es ein klein wenig beeinflussen, aber eine grosse Portion Glück und Zufall sind genauso wichtig. Also für die Durchleserin stellt sich die Frage – ob bezahlt wird – nicht, denn es wird bezahlt. Die einzige Frage die sich stellen könnte ist, wie bezahlt wird oder bereits honoriert wurde!

    Literarische Grüsse, Durchleserin

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Durchleserin, oh ja, eine sehr komplexe Frage! Umso mehr freue ich mich über die vielen Kommentare, die verschiedene Aspekte dieser Komplexität beleuchten.

      Bei deinem Kommentar finde ich beispielsweise den Aspekt, was bereits ideelle Honorierung ist – und ob sie einem genügt – sehr interessant. Wie du freue auch ich mich über Likes, wachsende Besuchszahlen, immer mehr Follower oder Erwähnungen in der Presse. Als ich bei den Buch-Blog-Empfehlungen in der Für Sie vom 9. Juni 2014 gar mit drei anderen zur Web-Königin gekrönt wurde, habe ich mich schon sehr geehrt gefühlt ; ) https://phileablog.files.wordpress.com/2010/09/fuer_sie_blog_empfehlung.jpg

      Auch deine Vorgehensweise finde ich sehr gut, klarstellen, dass es bei Nichtgefallen auch keinen Beitrag geben wird. Zu Beginn meiner Bloggereyen, als ich Rezensionsexemplaren noch nicht abgeneigt war, habe ich das auch so gehandhabt, woraufhin das Interesse mancher Verlage oder auch Autoren allerdings schlagartig erlosch. Das ist natürlich in Ordnung, zeigt aber einmal mehr: Ein Rezensionsexemplar ist ein Anspruch. Kein Honorar. Insofern ist die Rechnung, was mich ein Buch im Buchladen kosten würde, auch nicht ganz stimmig, zumal der Herstellungspreis ohnehin niedriger liegt als das, was wir im Laden für ein Buch bezahlen würden. Stimmig finde ich sie dann, wenn man sich selbst ein Buch auskuckt, das man gern rezensieren würde, und dies ohne Ansprüche tatsächlich vom Verlag bereitgestellt bekommt. Aber so läuft es ja selten. Üblicherweise wird man direkt auf Bücher angesprochen, auf die man womöglich selbst nicht unbedingt gekommen wäre. Das meine ich jetzt ganz unabhängig von der Qualität des Buchs. Also wird das Interesse gelenkt, man soll über bestimmte Bücher schreiben – und das widerspricht meiner Leselust und meiner Vorstellung von Lesefreiheit. Gern folge ich Empfehlungen meiner Lieblingsblogs, doch das ist etwas anderes, als der puren Werbung zu folgen. Und genau das macht Blogs ja auch so wertvoll für Verlage. Die Authentizität, die ehrliche Meinung, die Follower, die dem Blog vertrauen.

      Ob man dafür Geld haben möchte oder nicht, ist selbstverständlich jeder und jedem selbst überlassen. Nur, wenn man es möchte, muss man sich dafür auf keinen Fall genieren.

      Liebe Grüße!

      • durchleser schreibt:

        Liebe Petra,

        ein Rezensionsexemplar ist in Durchlesers Augen kein Anspruch, sondern ein Honorar, da die Durchleserin sich grundsätzlich ihre Bücher, die sie gerne lesen möchte und dahin gehend nach Begeisterung auch empfiehlt, selbst aussucht. Viele der Bücher sind keine klassischen Leseexemplare, die jeder Buchhändler automatisch bekommt, die bereits in der Verlagsvorschau als Leseexemplar deklariert sind. Es sind Bücher, sowohl Neuerscheinungen, aber auch Klassiker, die von der Durchleserin konkret angefragt werden. Natürlich kann nicht immer jeder Wunsch erfüllt werden, aber sie werden fast immer erfüllt und somit ist dieses Buch, meistens gebunden, bibliophil, wertvoll etc. ein echtes „Honorar“ – eine Bezahlung!

        Ja und wenn man sich als Blogger auf bestimmte Bereiche spezialisiert, wird man auch nie angesprochen jedes Buch zu besprechen nur im Sinne – Hauptsache besprochen, ob gut oder schlecht. Die Verlage, natürlich auch die Autoren, erkennen sofort, wo der Anspruch liegt und freuen sich darüber, dass man diesen auch beibehalten möchten und nicht als Turbo-Blogger alles bespricht, was man gerade vor die Tür gelegt bekommt. Das wichtigste ist, dass man sich als Literatur-Blogger seiner Lesefreiheit bewusst ist und diese auch pflegt, gute Verlage wissen das mehr als zu schätzen.

        Herzliche Grüsse, Durchleserin

        • Petra Gust-Kazakos schreibt:

          Liebe Durchleserin,
          so hatte ich das ja gemeint, als ich schrieb, dass die Rechnung stimmig sei, „wenn man sich selbst ein Buch auskuckt, das man gern rezensieren würde, und dies ohne Ansprüche tatsächlich vom Verlag bereitgestellt bekommt.“ Aber wie gesagt, sobald sich damit Ansprüche verbinden, wie „fristgerechte Bearbeitung“, ist es eben kein Honorar, sondern eher ein Auftrag.
          Viele Verlage machen sich tatsächlich die Mühe, zu schauen, wo der Fokus des Blogs liegt, aber viele andere eben nicht, vielleicht weil sie nicht das nötige Personal haben, um diese doch recht zeitaufwändige Arbeit zu erledigen. Und dass die Autorinnen und Autoren sich alle in der Blogwelt auskennen, glaube ich eher nicht. Etliche sind weder in sozialen Netzwerken unterwegs noch kümmern sie sich um die Entwicklung der Literaturblogs. Das müssen sie ja auch nicht, sie sollen lieber gute Bücher schreiben ; )
          Liebe Grüße!

  13. Mina schreibt:

    Liebe Petra,
    ich kann Deine Gefühle zu Band II der Hexenreihe gut nachvollziehen. Ich war damals auch vom ersten Band unglaublich begeistert, habe dann aber ab Band II nach und nach das Interesse verloren. Es konnte mich an vielen Stellen nicht überzeugen. Nun soll ja im März Band III erscheinen. Ob ich ihn mir kaufe, weiß ich auch noch nicht. Für den Moment ist es eher so, als müsste ich diese Reihe nicht unbedingt abschließen.

    Liebe Grüße,
    Mina

  14. Pingback: Der Sonntagsleser KW 4/2015 – Über Halbwertszeiten und den Buchhandel | Lesen macht glücklich

  15. dasgrauesofa schreibt:

    Liebe Petra,
    dieFrage nach der Bezahlung ist durchaus problematisch – und sehr komplex..

    Klar sollten einige, es ist ja schon auf sie hingewiesen worden, jüngere Blogger Geld für ihre große Mühe und auch ihr finanzielles Engagement (selbstgekaufte Bücher, Reisen hier und dorthin usw.) bekommen. Verdient hätten sie es, es ist schießlich ein Wert,m den sie erstellen.

    Wenn ich mir aber anschaue, welchen Aufwand Verlage mittlerweile mehr und mehr betrieben, um die „Kommunikation“ mit Bloggern zu verbessern, dann finde ich das schon bedenklich. Die erste Reaktion der Blogger ist ja mal ein Artikel und schöne Bilder über die Veranstaltung – das ist schon einmal Imagewerbung nach allen Regeln der Kunst. Und ich habe manchmal das Gefühl, den Bloggern ist ihre Instrumentalisierung gar nicht bewusst.

    Die zweite Reaktion auf diese Veranstaltungen ist eine deutlich engere Bindung der Blogger an den Verlag. Ist ja auch klar: wenn ich den Namen Gesichter zuordnen kann, wenn ich positive Erinnerungen an Gespräche habe, wenn ich mich freue, dass sich ein Verlag so viel Zeit für mich genommen hat, dann kann ich mich dem positiven Sog gar nicht entziehen. Das ist natürlich eine schöne Sache – einerseits, denn es hat etwas mit Wertschätzung der eigenen Mühen zu tun – und mit Anerkennung.

    Es ist aber – andererseits – nicht ganz uneingenützig, ich rechne da immer gerne in in Gehältern, die aufgewendet werden, um Zeit für Blogger zu haben. Da erwarten Verlage etwas für im Gegenzug, vielleicht nicht unbedingt von JEDEM Blogger mindestens einen schönen Bericht über den Tag der offenben Tür oder eines der gerade veröffentlichten Bücher, aber wenn es schon ein paar der Besucher tun, haben sich die Aufwendungen gelohnt.

    Wenn dann noch, und das klang in im Bericht der Bücherliebhaberin über den Blogger-Besuch beim Hanser-Verlag an (https://buecherliebhaberin.wordpress.com/2015/01/22/hanser-verlag-ermoglicht-bloggern-einen-blick-hinter-die-kulissen/#more-2862), auch noch von Blogger-Relations und Blogs als kommerzielle Kleinunternehmen, die als potentielle Partner für Markenkampagnen geeignet sind, geredet wird, dann ist aus meiner Sicht eine (publizistische) Unabhängigkeit nicht mehr ohne weiteres gewährleistet. Und dann kann es sein, dass Blogs verkommen zu Inhaltszusammenfassungen mit angeschlossener Lobhudeleie.

    Jeder Blogger muss also überlegen, wie er seine Unabhängigkeit bewahrt, wie er es schafft, sich dem Sog des Instrumentalisierens und Funktionalisieruns zu entziehen. Das ist schon schwierig – und mir geht es da ähnlich, wie vielen anderen Stimmen, die sich hier schon geäußert haben -, wenn ich ein Rezensionsexemplar erhalten habe. Wenn dann noch andere Gelder oder geldwerte Leistungen fließen, wird das nciht einfacher. Und ich weiß nicht, ob dann viele Blogger die professionelle Haltung des Unabhängigseins behalten, zumal ja sicherlich einige Blogger, auch davon ist weiter oben zu lesen, davon träumen, von ihrem Blog wenn nicht leben wollen, so doch mit ihm etwas Geld verdienen möchten. Da ist die Neigung, einem Verlag auch mal Gutes zu tun, doch sehr schnell erreicht.

    Dass Leser für die Beiträge zahlen, halte ich für sehr utopisch. Wenn wir alle 50 Cent für einen Beitrag nehmen würden, könnten wir gleich unsere Blogs schließen, auch eine freiwillige Zahlung werden nur wenige leisten. Dazu ist einfach die Haltung, dass im Internet alles umsonst ist, zu weit verbreitet.

    Bleibt die Werbung, die zumindest als solche gekennzeichnet und insofern von jedem sofort erkennbar ist. Das ist der große Traum der Internet-Ökönomie vor mittlerweise fünfzehn Jahren gewesen. Hat sich auch nicht so ganz durchgesetzt.

    Tatsächlich also: ein problematisches, ein komplexes Thema.

    Viele Grüße, Claudia

    • andreabreuer schreibt:

      Finde ich ein ganz wichtiges Thema, das Claudia anspricht: als Blogger zu merken, ab welchem Punkt man sich für vermeintliche Verlagsgeschenke instrumentalisieren lässt… (Danke übrigens, Petra, für Deine sehr interessante Frage in die Blogger-Runde!)

      • Petra Gust-Kazakos schreibt:

        Hallo, ihr Lieben! Ja, ich stimme Claudia da in vielen Punkten zu. Wobei: Eigentlich muss man kein schlechtes Gewissen haben oder sich verpflichtet fühlen, wenn man z. B. ein Rezensionsexemplar annimmt und das Buch dann evt. nicht so schnafte findet. Es ist ein Rezensionsexemplar und zum Lesen und Kritisieren ist es ja schließlich da. Mich stört dann eher die Haltung, dass man partout darüber schreiben müsste, selbst wenn das Buch einem die Lust daran nimmt, oder dass man das gefälligst innerhalb gewisser Fristen tun soll. Das ist meines Erachtens schon ein Auftrag, der damit verbunden ist. Ein Anspruch auf eine Erfüllung.
        Ähnlich ist es mit den eigentlich sehr gut gemeinten Einladungen zu Verlagen. Ich finde es überaus erfreulich, dass Verlage sich für Blogs interessieren und ich finde es auch absolut verständlich, dass sie versuchen, Blogs für ihr Marketing zu nutzen. Aber, wie Claudia auch meinte, man muss sich dann eben darüber im Klaren sein, dass es so ist. Dass diese einerseits sehr nette Geste andererseits auch ein „Bindemittel“ ist und mit entsprechenden Erwartungen verbunden.
        Das alles soll aber nun nicht heißen, dass man, um komplett unabhängig zu bleiben, auf all das verzichten muss. Man muss nur unabhängig bleiben, obwohl man die Angebote nutzt, das ist wahrscheinlich der ganze Trick.
        Interessant finde ich bei der ganzen Diskussion um Marketing, Instrumentalisierung etc., dass es einige schon fast ehrenrührig finden, für ihre tolle Arbeit – und das ist Bloggen ja auch – Geld anzunehmen. Finde ich nicht, vor allem, wenn es mit Erwartungen oder „Aufträgen“ verbunden ist. Aber, wie ich auch schon weiter oben anmerkte, bin ich mir auch noch nicht absolut im Klaren darüber, ob die Verlage die richtigen Ansprechpartner sind, wenn es um die Frage „Wer soll das bezahlen?“ geht. Die Leserschaft ist’s aber auch nicht, das sehe ich wie Claudia. Also kurz: Eine Lösung habe ich nicht, nur Fragen ; )

  16. irveliest schreibt:

    Die Bezahlung für meine Rezensionen sehe ich im Buch selbst, das ich nicht bezahlen brauche.
    Und Geld möchte ich auch gar nicht, denn ich denke, dass man sich dann möglicherweise zu sehr an bestimmte Verlage binden muss, wodurch meine freie Wahl einegschränkt wird.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Irve, danke dir für deinen Kommentar. Interessant, dass so viele ein Rezensionsexemplar als eine Art Bezahlung empfinden, denn letztlich ist es – laut Duden – nur ein „Exemplar einer Neuerscheinung, das der Verlag als Freiexemplar an mögliche Rezensenten und Rezensentinnen verschickt“. Sprich: Es ist einfach zum Rezensieren da und nicht als Lohn gedacht. Dennoch fühlen viele von uns sich dadurch dem Verlag verpflichtet. Das müssen wir aber keineswegs. (Ich muss mir das selbst vorsagen, denn ich empfinde das ja ähnlich.)

      • irveliest schreibt:

        Naja, wenn ich ein unangefordertes Exemplär bekäme, würde ich wohl anders denken. Aber da ich gezielt danach frage, ist es so völlig ok für mich 🙂

        • Petra Gust-Kazakos schreibt:

          Ich stelle mir gerade vor, lauter unangeforderte Exemplare, die mich nicht die Bohne interessieren, zugesendet zu bekommen – eine eher beängstigende Vorstellung ; ) Liebe Grüße!

  17. Pingback: Buchfinkgezwitscher #2 | Bücherstadt Kurier

  18. Sophie schreibt:

    Liebe Petra,

    ein interessantes Thema! Irgendwie bin ich erst jetzt auf diesen Beitrag gestoßen.Ich arbeite ja relativ viel mit Rezensionsexemplaren – Geld ist mir bisher von nirgendwoher angeboten worden. Tatsächlich sehen die meisten im Rezensionsexemplar selbst die Bezahlung. Andererseits könnte ich meine Tätigkeit ohne das Buch ja gar nicht ausüben – da ist diese Rechnung schwierig. Ich bin weit entfernt davon, zu glauben, ich könne von meinem Blog leben. Gegen ein kleines Zubrot, das muss ich aber gestehen, hätte ich als Studentin, die bisher von nirgendwoher Geld bekommt (abgesehen von einem Minijob) nichts einzuwenden. Ich habe es schon mit Vielem probiert, mit Bannerwerbung, mit Affiliate Marketing, der VG Wort, nichts davon hat bisher irgendeinen müden Cent gebracht. Und es ist nun auch nicht so, dass mich das ganz extrem wurmen würde, denn das Bloggen hat mir schon soviele schöne Dinge ermöglicht, dass ich mich nicht beschweren will. Aber es ist schon sehr auffällig, wie gut andere Branchen im Bereich des Bloggens aufgestellt sind. In der Buchbranche liegt eben nicht das Geld, Fashion -, Food – oder Travelblogs sind die, die wirklich Reichweite haben.

    Mara hat schon eine ganz wichtige Sache angesprochen: Wer soll für die Rezensionen bezahlen? Auch Verlage überlegen ja, wie man Blogger entlohnen könnte (hatte in Frankfurt da ein kurzes Gespräch), bloß ein entsprechendes und faires System ist da noch nicht gefunden. Wenn ein einzelner Verlag bezahlte, sieht es so aus, als sei man gewissermaßen „Verlagsblogger“, jede positive Besprechung machte dann unweigerlich des Eindruck, gekauft worden zu sein. Gibt ja schon genügend Leute, die meinen, Rezensionsexemplare anzunehmen, schmälere die Glaubwürdigkeit ganz erheblich. (obwohl ich auch da schon negative Rezensionen geschrieben habe, ohne, dass es irgendein Verlag ernstlich krumm genommen hätte) All das lässt mich mittlerweile zu der Annahme gelangen, dass mit einem Literaturblog kein Geld zu machen ist. Man kann ihn nutzen, um Kontakte zu knüpfen, um womöglich irgendwann irgendwo in der Branche unterzukommen, wo man Geld verdient. Aber mit dem Blog? In naher Zukunft wohl nicht …

    Liebe Grüße,
    Sophie

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ja, liebe Sophie, es wird einfach lieber gereist, geshoppt, gelifestyled (huch, was ein Wort!) als gelesen, das denke ich auch. Mit Klickraten, wie die Fashion- etc.-Blogs können wir nicht punkten. Aber ich denke, dass man ohnehin bei der Leserschaft als „Zielgruppe“ von ganz anderen Zahlen ausgehen muss als bei Zielgruppen, die sich für Mode, Reisen, Lifestyle etc. interessieren.
      Interessant finde ich, dass Verlage – wie du erwähnst – anscheinend durchaus darüber nachdenken, wie sie Bloggerinnen und Blogger entlohnen könnten. Irgendwie scheint sich also etwas zu bewegen.Aber selbst wenn sich etwas bewegt, werden vermutlich vor allem Blogs mit sehr hoher Reichweite etwas davon haben. Das ist ja auch verständlich und läuft in anderen Branchen genauso. Ich bin jedenfalls gespannt, welchen Verlauf das Ganze nehmen wird. Liebe Grüße!

  19. Sophie schreibt:

    Ich habe gerade mal im Internet gesucht und bin auf diesen englischsprachigen Artikel gestoßen, der die Frage, ob man mit dem Bloggen über Bücher Geld verdienen könne, eindeutig mit „Nein“ beantwortet. Es mangele den Buchbloggern an Reichweite und Pageviews: https://www.nosegraze.com/can-make-money-book-blogging/

  20. Pingback: Aus dem Bloggerleben: Leipziger Buchmesse und die Frage nach der Bezahlung | Studierenichtdeinleben

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